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Munitionsverseuchtes Gebiet

Mittwoch, 12. März 2008, 07:10 Uhr
Dass ein Teil der Hainleite, einem beliebten Wandergebiet, südlich von Hachelbich über 60 Jahre nach Kriegsende immer noch nicht richtig von Munition beräumt ist, kann man nicht so recht verstehen....


Wegweiser zum Marienbrunnen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Wegweiser zum Marienbrunnen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Erst vorige Woche musste ca. 200 – 300 m vom bekannten Spaziergangsziel Marienbrunnen entfernt, eine Granate aus der Zeit des 2. Weltkriegs gesprengt werden, weil ein Abtransport zu gefährlich war, wir berichteten bereits. KN sprach mit Forstamtsleiter Uli Klüßendorf vom zuständigen Forstamt Oldisleben. Er bestätigte, dass in dem besagten Waldgebiet Hachelbich/Berka 100 ha Wald mit Munition aus dem 2. Weltkrieg verseucht ist. Von der gesamten Fläche sind erst 30 ha als gereinigt zu betrachten. Zurzeit ist eine Munitionsbergungsfirma wieder dabei, ein Stück Wald (30 ha) systematisch zu durchsuchen. Das wird voraussichtlich bis Ende des Sommers beendet sein. Wie es dann weiter geht, ist zeitlich völlig offen. Da es sich nach um Weltkriegsmunition handelt, ist der Bund für die Kosten der Bereinigung verantwortlich. Da die Mittel knapp sind wird die Bereinigung in Losen durchgeführt. Wann der Bund nach Abschluss der jetzigen Arbeiten ein neues Los ausschreibt ist völlig ungewiss, so Klüßendorf. Um jedes Los muss mit dem Bund hart gerungen werden.

Da seit einiger Zeit ständig das Stichwort fällt, man will auf die Karte Tourismus setzen, dann sollten sich die Politiker mal stark machen und dem Bund auf die „Füße“ treten. Schließlich flankieren einige Wandwanderwege das munitionsverseuchte Gebiet, so der beliebte Hainleitewanderweg. Es gibt zwei MdBs für unsere Region. Vielleicht könnten die beiden in Berlin mal etwas Druck machen. Schließlich könnte es auch um Menschenleben gehen.

Sperrschranke geöffnet (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Sperrschranke geöffnet (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Die Schranke stand in letzter Zeit fast ständig offen.

Dass das Gebiet nicht ausreichend gesichert sei, bestritt Klüßendorf im Gespräch. Angeblich würden 20 bis 30 m Warnschilder stehen.
Wenn man allerdings an den Grenzen des besagten Gebietes vorbei geht, kann man so eine Dichte an Schildern nicht annähernd erkennen, zumal die Schilder schon recht stark angerostet sind, dass man glaubt die seien wirklich nur vergessen worden wegzunehmen. Obwohl laut Klüßendorf die Schilder erst vor 6 Jahren erneuert worden sein sollen, räumte er ein, dass viele Schilder schon wieder übel aussehen würden.

Wie lasch man die Absperrungen des verseuchten Gebietes nimmt, sieht man an dem Wanderschild zum Marienbrunnen (Bild ganz oben). Es zeigt genau in einen Weg rein, dessen Schranke in letzter Zeit fast nur noch offen stand. Von einem Warnschild, dass man diesen Weg auf keinen Falle verlassen darf, weit und breit nichts zu sehen. Geht man auf diesem Weg Richtung Marienbrunnen, kommt man genau an der Stelle vorbei, die nur ca. 20 bis 30 m neben diesen Weg lag, an der die gefährliche Grante gefunden wurde. Das muss man wohl nicht weiter kommentieren.
Autor: khh

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