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Arterner Ansichten (11) Osterspaziergang

Samstag, 22. März 2008, 07:07 Uhr
Wenn die Wetterfrösche auch nicht optimistisch sind, so hoffen wir doch, dass Sie zu einem ausgedehnten Osterspaziergang kommen. Hier unser Tipp für unsere Leser aus Artern und Umgebung…

Wanderwegweiser (Foto: Klaus Henze, Artern) Wanderwegweiser (Foto: Klaus Henze, Artern) Wanderwegweiser in der Unstrutstadt Artern vermitteln, den Eindruck, man sei hier in einem Touristikzentrum. Ganz so toll ist es nicht, aber es gibt schon verlockende Wanderwege, Spaziergänge und Stationen an denen man verweilen kann. Dazu bietet sich nicht nur am Osterwochenende der Grüne Gürtel um die Stadt an.

Beginnen wir auf den Weinberg. 1477 wurde erstmals und dann bis ins 17. Jahrhundert Weinanbau in Artern erwähnt. 1862 begann man mit dem Pflanzen von Bäumen und Sträuchern auf dem kahlen Hügel. Mit der Gründung des Arterner Verschönerungsvereins nahm sich dieser dann dessen an. So entstand wohl nach und nach das, was wir heute Weinberg nennen. Von Jüngkens Aussicht, dessen Entstehung auf das Jahr 1863 zurück geht, gestattet Joachim Roßberg jetzt als ehrenamtlicher Türmer sonntags den Arterner den Blick über die Stadt. Aus einem einstigen kleinen Weinberg-Ausflugslokal wurde ein modernes Hotel. Am GeoBlick kann man sich nicht nur über Wissenswertes informieren, sondern wie der Name sagt, auch einen Blick ins Land, hier zum Kyffhäuser, werfen.


Man kann weiter Richtung Voigtstedt zu den Kuh- oder Schachtlöchern wandern, einem einstigen Braunkohlentagebau, der sich mit Wasser gefüllt hat. Ein romantisches Eckchen, das besonders die Voigtstedter Angler zu schätzen wissen.


Man kann den Weg aber auch über den Arterner Parkfriedhof fortsetzen, von der Solquelle durch das kleinste Naturschutzgebiet Deutschlands. An der Quelle und am Solgraben findet man Informationstafeln und an letzterem sogar eine Infostation Hörerlebnis Kyffhäuser, wo man sich, wie bereits auf dem Weinberg am GeoBlick, per Handy Auskunft holen kann.
Von hier gelangt man gleich zum seit 2001 bestehenden Natur- und Kräutergarten, der aber wohl erst im Mai wieder seine Pforten öffnet. Man kann von hier aus den neuen Teil des Radwanderweges nach Kachstedt nehmen oder den Weg in Richtung Kleinartenanlage Kyffhäusergrund fortsetzen. Die liebevoll von den Hobbygärtnern gepflegte Anlage lädt zu einem Spaziergang ein. Im Vereinsheim, in Artern liebevoll „Distelbar“ genannt, kann man Rast machen.

Von den Kleingärten aus führt der Radwanderweg nach Schönfeld, heute Ortsteil von Artern. Bekannt wurde der Ort u.a. als Heimatort der Familie des Flugpioniers Wölfert. Eine Tafel erinnert an ihn. In Schönfeld kann man mittwochs, sonnabends und sonntags auch von 10 bis 18 Uhr die St. Kilian-Kirche besichtigen. Man kann das Domizil der Angler am „Schönfelder See“ besuchen und Rast machen. Dort ist Ostern bestimmt Betrieb. Überquert man auf der 2005 übergebenen Fußgängerbrücke die Unstrut, führt der Weg am Unstrutdamm wieder nach Artern. Sicherlich wird man dabei am Unstrutufer manch Angler beobachten. In Artern empfängt uns der „Aratora-See“ oder Karpfenteich und lädt zum Verweilen ein. Die Karpfenklause wartet sicherlich auch mit einer verdienten Stärkung auf.

Vom Karpfenteich geht es zur Reinsdorfer Straße. Dort findet man rechts, hinter der der Gartenanlage, den Lutherstein. Er wurde anlässlich des 300. Jahrestages von Luthers 95-Thesen-Anschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg 1817 errichtet. Sein Vater ist der Arterner Goldschmiedemeister C. E. Sann.

Wer noch Ausdauer hat, kann den Weg über den Unstrutradwanderweg (einstiger Kleinbahndamm) fortsetzen bis zur Bahnbrücke und sich hier entscheiden, ob er noch an der Unstrut entlang bis zur Ritteburger Schleuse weiter wandern (auch hier kann man bei guter Versorgung Station machen) oder zur Stadt zurück kehren möchte. Über die Brücke führt der Weg dann zur Stadt, entweder rechts ab direkt zur Querfurter Straße oder links weiter am Glinz entlang in die Saline mit Stadion, Schwimmbad, Kegelbahn, Gaststätte, Freilichtbühne, Alten- und Pflegeheim, Fitnesszentrum – also einem sozialen, kulturellem und sportlichen Zentrum. Hier findet man auch noch den alten Borlachschacht, wo der Saliner schließlich seine gesättigte Sole förderte. In der Saline findet man aber auch Gedenksteine für die Saliner Borlach und Novalis, letzterer auch als Dichter bekannt.

Ja, wenn Sie aufmerksam sind, finden Sie unterwegs vielleicht auch noch ein paar Ostereier. Viel Spaß!

Bilder und Text: Klaus Henze, Artern

Bildbeschreibung untere Reihen:
- Aussichtsturm, Geopunkt, Blick vom Weinberg
- Solegraben, Soletretbecken, St. Kilian
- Wehr Artern, Anlegestelle Saline, Gluinz
Autor: khh

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