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Illegale Müllentsorgung in Sachsen-Anhalt

Dienstag, 25. März 2008, 10:20 Uhr
Laut Meldungen der Onlineausgabe der Mitteldeutschen Zeitung soll der „Skandal um illegale Müllentsorgung“ auch Thüringen erreicht haben. Hat es auch Lieferungen in den Kyffhäuserkreis gegeben? Wir haben nachgehakt...


Auf der Internetseite der „Mitteldeutschen Zeitung“ heißt es dabei wörtlich: „Der Verdacht der illegalen Entsorgung scheint sich nun zu erhärten. Laut Landkreis-Sprecherin Simone Graneß (Kreis Mansfeld-Südharz- Ergänzung Redaktion) hat das Landesverwaltungsamt die Vermutung, dass der Betreiber der Anlage "Material falsch deklariert, mit mineralischen Anteilen vermischt und in diesem Zustand zur Substratherstellung für Abdeckmaßnahmen und Verfüllungen nach Thüringen" liefert. "Wir sind daher angewiesen worden, ein Verfahren einzuleiten, um dies zu untersagen", so Graneß.“ Bei dem Betrieb soll es sich um ein Unternehmen aus Sangerhausen, genauer Riestedt, handeln.

Da es in anderen Meldungen weiterer Medien hieß, solches Material soll auch zur Begrünung von ehemaligen Kalihalden eingesetzt worden sein, haben wir bei den Unternehmen im Kreis nachgefragt:

Für die in Insolvenz befindliche GHB Gesellschaft zur Herstellung von Bodensubstraten mbH aus Roßleben, sagte uns Betriebsleiter Frank Biolik, dass das Unternehmen keine Materialien von Unternehmen aus dem Sangerhäuser Raum erhalten hat. Somit kann auch kein „illegales“ Material auf der ehemaligen Halde in Roßleben gelandet sein.

Bei der HABES GmbH in Sondershausen, die für die Begrünung der ehemaligen Kalihalde in Sondershausen zuständig ist, räumte Geschäftsführer Ralph Haase ein, dass man von der besagten Firma aus dem Landkreis Mansfeld-Südharz vereinbarungsgemäß sieben Probelieferungen erhalten habe. Die Lieferungen wurden ordnungsgemäß beprobt und es konnten keine bedenkenswerten Stoffe gefunden werden. Deshalb wurde das Material auch ausgebracht.

Die gezogenen Proben liegen im Unternehmen noch vor und können jederzeit wieder untersucht werden. Ein Abnahmevertrag mit besagter Firma existiert nicht und habe sich nach der jetzigen Entwicklung auch erledigt, so Ralph Haase. Bevor es zu größeren Lieferverträgen komme, sei es immer üblich, erst durch Probelieferungen die Verwendbarkeit des Materials zu prüfen.

Bleibt zusammenfassend festzustellen, dass zumindest auf den ehemaligen Rückstandshalden der Kaliindustrie im Kyffhäuserkreis keine nennenswerten Mengen „illegalen“ Mülls aus Sachsen-Anhalt ausgebracht wurde. Auch im Landratsamt Kyffhäuserkreis gibt es laut Umweltamtsleiter Dr. Michael Fruth keine Anzeichen für illegale Mülllieferungen aus Sachsen-Anhalt.

Hinsichtlich der Problematik Einsatz auf Halden sei der Landkreis sogar außen vor, da die Kontrolle vollständig beim Landesbergamt und des Staatlichen Umweltamtes liege.
Autor: khh

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