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Ohne Aufsteller wenig Besuch!

Montag, 31. März 2008, 07:03 Uhr
Bei schönem Wetter waren gestern viele Leute unterwegs. Innerhalb weniger Minuten fuhren 21 Autos auf der Verbindungsstraße Bad Frankenhausen – Sondershausen durch Bendeleben, die kein Kfz-Kennzeichen aus dem Kyffhäuserkreis hatten. Warum das so interessant ist, erfahren Sie hier…

Touristische Ziele werden in der Regel meist nur dann häufig besucht, wenn man auf sie aufmerksam macht. Das kann durchaus im Internet, auf Messen und durch Broschüren erfolgen. Und selbst dann ist es unerlässlich, den Touristen durch Hinweisschilder zu den Höhepunkten zu führen.

Das Bendeleben mit seinem Barockdorf, der Orangerie und dem Schlosspark einiges zu bieten hat, wissen Einheimische aus dem Kyffhäuserkreis, weil in örtlichen Medien schon oft darüber berichtet wurde. Sicher gibt es auch schon Broschüren, die verteilt wurden und auf diese Sehenswürdigkeiten hinweisen. Spricht man aber auch den vielen Durchgangsverkehr an, der auf oben genannter Straße durch Bendeleben rollt?

Wegweiser Bendeleben (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Wegweiser Bendeleben (Foto: Karl-Heinz Herrmann)


Gestern war bei den Wegweisern noch nichts zu sehen. Gefeiert wurde aber schon anständig. Anläßlich der Festveranstaltung zur Fertigstellung der Orangerie in Bendeleben gab es vom Landratsamt Kyffhäuserkreis eine Presseinfo vom 06.09.2007:
"Die Gemeinde Bendeleben hat die Orangerie und den Lustgarten 1998 von der Treuhand erworben und 2004 den Entschluss gefasst, diese komplex und historisch detailgetreu wieder aufzubauen. Bis jetzt wurden insgesamt 1.038.378 € verbaut, davon sind 799.169 € Fördermittel."

Das muss man sich mal vorstellen, über eine Million Euro wurden verbaut, und dann reicht das Geld nicht mehr, um die in großer Zahl durchfahrenden Autofahrer auf das neuentstandene Kleinod aufmerksam zu machen? Erst wenn man in die Straße zum Ort einbiegt gibt es nicht gerade gut sichtbar das kleine braune Wegweiserschild „Orangerie“. Aber da muss man schon planmäßig abgebogen sein. Der normale Tourist auf der Durchreise wird diesen Hinweis nicht finden.

Wenn man schon eine Million Euro in so eine Sehenswürdigkeit steckt, dann gehört zum richtigen Marketing auch das Aufstellen von Wegweisern und entsprechender Schautafeln an der Landstraße, aber schon einiges vor dem Ort, damit der Durchreisende nach einem eventuellen Blick auf die Uhr sich sagt: „Was, nur 400 m Umweg? Das sehe ich mir mal an!“
Wenn man die Touristen nicht zu so einer Sehenswürdigkeit lockt, wozu hat man dann überhaupt in so großem Stil investiert? Wer den ersten Schritt zur Renovierung macht, muss erst recht den zweiten Schritt zum Marketing machen. Und Marketing ohne gutsichtbare Wegweiser und Schautafeln wird nicht funktionieren! Das sollte sich einige Sparfüchse in den Behörden nochmals überdenken.



Autor: khh

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