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Verkehrsunfall - alle 5,15 Stunden!

Donnerstag, 03. April 2008, 18:54 Uhr
Alle 5,15 Stunden musste statistisch gesehen von den Beamten der Polizeiinspektion Kyffhäuser im Jahre 2007 ein Unfall aufgenommen werden. Diese und eine Vielzahl weiterer interessanter Informationen enthält die neuste Verkehrsunfallstatistik für den Kyffhäuserkreis. Einige interessante Fakten erfahren Sie hier...

Im Kyffhäuserkreis mussten durch Verkehrsunfälle im Jahre 2007 leider fünf Menschen ihr Leben lassen. Obwohl jeder Verkehrstote einer zuviel ist, war es gegenüber 2006 ein Rückgang (8) und nach 2005 (4) die geringste Anzahl an Opfern. Interessant in diesem Zusammenhang, dass es im Jahre 1991 bei 2.174 Verkehrsunfällen noch 28 Verkehrstote zu beklagen gab. Offensichtlich macht sich doch die Entwicklung sicherer Autos bemerkbar, denn mit 2.109 Verkehsunfällen im Jahre 2007 ist die Zahl der Unfälle gegenüber 1991 nicht wesentlich gesunken. Im Vergleich dazu war 1999 mit 2.929 die höhste Unfallzahl. Traurige Ironie an der ganzen Sache ist, dass alle Unfälle mit Todesfolge an keinem der so genannten Unfallschwerpunkte auftrat.

Während die Zahl der Schwerverletzten in den Jahren seit 2004 eine sinkende Tendenz hatte, 159 (2004) gegenüber 119 (2009), ist sie bei den Leichtverletzten nicht wesentlich verändert, 296 (2004) zu 287 (2007).
Bedenklich sind allerdings einige andere Zahlen. Statistisch gesehen passiert alle 1,08 Tage ein Verkehrsunfall mit Unfallflucht! Alle 3,06 Tage verunglückt ein "18 bis 25-jähriger" und alle 8,6 Tage verunglückt ein Radfahrer, obwohl wir nicht mal die typische Radfahrregion sind.

Ein besonderes Augenmerk sollte man ja bei Kindern machen. Bei den Schulwegunfällen gab es im Jahre 2007 mit einem Unfall den niedrigsten Wert, im Vergleich dazu gab es 2003 noch sechs Schulwegunfälle. Trotzdem verbesserungswürdig ist die Tatsache, dass statistisch gesehen alle 121,6 Tage ein Kind unter 15 Jahre verunglückt. Bedenklich sieht es dagegen bei der Altersgruppe der 18 bis 25 Jahre aus. Der Trend der überproportionalen Beteiligung setzte sich 2007 fort. Der Anteil der verunglückten Fahrzeugführer erhöhte sich auf 27,6%. Hauptursachen bei dieser Altersgruppe waren Geschwindigkeit mit 46,4%, Alkohol mit 36,0%, und Drogen mit 50% (mehrfach Ursachen).

Die negative demografische Entwicklung der Bevölkerungszahl zeigt sich auch im schwindenen Bestand an Fahrzeugen, sowohl bei PKW, Krädern und auch LKW, was auch eine gewisse negative wirtschaftliche Entwicklung aufzeigt. Mit 63.032 PKW war 2003 der Höchststand gegenüber 54.134 im Jahre 2007. Bei LKW waren es 4.721 (2003) gegenüber 3.672 im Jahre 2007. Nur bei Zugmaschinen und sonstigen Fahrzeugen ist ein Aufwärtstrend zu sehen. Die stark sinkenden Fahrzeugzahlen brachten aber nicht das deutlich Absinken der Unfallzahlen mit sich. Fährt man heuer im Kyffhäuserkreis mit weniger Fahrzzeugen aggressiver, oder sind es die vielen Besucher, die für die nicht so stark sinkenden Unfallzahlen verantwortlich sind? Hier darf spekuliert werden.

Wo waren nun die Unfallschwerpunkte im Kyffhäuserkreis?
1. Die B4 mit der Dppelkurve in Oberspier.
2. Sondershausen U.-Huttenstraße/f.-Schlufter-Straße
3. Sondershausen Nordhäuserkurve (A.-Bebel-Str./Lohstr.
4. Landstraße Großfurra - Sondershausen mit dem Schwerpunkt Wildunfälle
5. Bundesstraße B85 bis Abfahrt Kyffhäuser
6. B85 Abfahrt Kyffhäuser bis Bad Frankenhausen
7. Bad Frankenhausen Einmündungen Kyffhäuserstr/Schlossstr. und R. Breitscheid-Str.
8. Landstraße Ortsverbindung Ringleben - Ichstedt mit seinen berüchtigen Pflastersteinen.

Mit mehr als über 50 Seiten stellt dieser Unfallbericht auch für Spezialisten viele Zahlen zur Auswertung zur Verfügung, die der Erste Polizeikommissar Klaus Schulz und seine Beamten von der Polizeiinspektion Kyffhäuser zur Verfügung gestellt hat. Auch kn wird in den nächsten Tagen sicher noch ausführlich auf dieses Material zurückgreifen.
Autor: khh

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