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Unbekannte Meister vorgestellt

Dienstag, 08. April 2008, 07:05 Uhr
Er kann nicht nur alte Meister kopieren, sonder ist selber ein alter Meister. Mit 81 Jahren geht er noch jugendlich mit der Farbe um. Bei wem es sich hier handelt, verrät kn mit einem Klick...

Schaut man in das Wohnzimmer von Eberhard Staps und seiner Frau, so sieht man nur Bilder gerahmt, die er selbst auf die Leinwand mit Pinsel und Farbe gestaltet hat. Die Palette reicht vom sogenannten Stilleben in Öl – und Pastellfarben, über die Landschaftsmalerei, Porträts bis zu Werks –und Städteansichten. Studiert hat er die Malerei nicht. Sein Talent hatte er mit 15 Jahren erkannt als er einen Wettbewerb gewonnen hatte. Die Thüringer Schülerzeitschrift „Hilf mit!“ des Gymnasiums in Lobenstein hatte im Jahre 1942 den Wettbewerb ausgerufen. Er hatten den 1. Preis gewonnen. Das war der Anlass, um sich der Malerei zu widmen. Sein Wissen und Können eignete er sich autodidaktisch an. Das Studium der alten Meister gepaart einem intensiven Studium der Literatur zum Gestalten und zur der Anwendung von Techniken war der Grundstein, um Lobenswertes auf die Leinwand zu bringen.

Geboren wurde er 1927 in Gera. Die Ereignisse des 2.Weltkrieges gingen auch nicht spurlos an ihm vorbei. Ein Notabitur hatte er in der Tasche. Der Krieg verlangte Menschen, die das sinnlose Gemetzel fortführen sollten, so dass er den Kriegswahnsinn noch mit erlebt hat. Zurückgekehrt wollte er ein Studium zur Botanik in Jena aufnehmen. Da in der Familie kein Geld vorhanden war, musste der Wunsch ein Fiktion bleiben.

Da sein Vater bei der Bahn angestellt war, entschloss er sich ebenfalls bei der damaligen Reichsbahn anzufangen. Die Arbeit mit der Hacke und der Schaufel zu Beginn der Tätigkeit bei der Eisenbahn entsprach nicht seien Fähigkeiten, so dass er sich mit 21 Jahren zum Eisenbahninspektor qualifizierte. Die weiteren Stationen seines Lebens waren Lauscha, Saalfeld, Leinefelde und letztlich Sondershausen. Hier war er jeweils als Bahnhofsvorsteher eingesetzt. Seine Wohnung in Sondershausen hatte er im Bahnhof. Unstimmigkeiten mit der Leitung, die ihm die Jahresendprämie um 50 % gekürzt hatten, veranlasste ihn zu kündigen. Das Gehalt betrug damals 350,- Mark. Er fand eine Arbeit im Kaliwerk „Glückauf“ Sondershausen, zumal das Gehalt sich hier verdoppelte. Im Kaliwerk hatte er eine Tätigkeit als Werksanschlussbahnleiter und arbeitete bis zur Rente in der Technologie der Instandhaltung des Kaliwerkes.

Markt Sondershausen (Foto: Hans-Jürgen Schmidt) Markt Sondershausen (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)


Neben dem Hobby der Malerei war eng mit der Natur verbunden. Die Pflanzenwelt im Wald und auf den Wiesen war für ihn kein Buch mit sieben Siegeln. Den überwiegenden Teil kannte er mit Namen und das nicht nur auf Deutsch. Die lateinischen Namen waren ihn ebenfalls geläufig, so dass man sagen kann, die Malerei und die Liebe zur Botanik bestimmten sein Leben neben der täglichen Arbeit.
Über 150 Bilder sind das Ergebnis eines jahrelangen Schaffens. Neben der eigenen Gestaltung hat er sich immer wieder versucht, die alten Meister zu kopieren. Entstanden sind dabei solche Werke wie das Schokoladenmädchen, Rembrandt mit seiner Saskia oder die Sixtinische Madonna. Es sind Bilder von ca. 150 x 1 m. Mit seinem jüngsten Werk ist es gelungen, den Sondershäuser Markt realistisch zu gestalten. In Arbeit ist die Erinnerung alter Sondershäuser aufzufrischen. Es solle ein Bild werden, das die Gebäude an dem Punkt darstellt, wo heute die Kreissparkasse steht.

Sein Schaffenskraft ist trotz der 81 Jahre ungebrochen.

Text und Bilder: Hans-Jürgen Schmidt

Anmerkung Redaktion:
Auch wenn er „nur“ ein Laienkünstler ist, sollte man mal überlegen, ob man seine Werke nicht in einer Ausstellung öffentlich machen sollte, insbesondere die Bilder mit Bezug auf die Heimat. Denn auch das ist ein Bewahren von Erinnerungen.

Bildreihe unten:
- Der Maler und die Sixtinische Madonna
- Bekanntes Gemälde von Rembrandt
- Blumen in Vase
- Am Standort dieses kleinen Häuschen steht jetzt die Sparkasse Sondershausen

Autor: khh

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