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Startschuss mit Scheck

Montag, 07. April 2008, 15:48 Uhr
Bereits öfter hatte man schon vom Projekt „Auf Takt“ gehört. Heute Vormittag wurde ein wichtiger Schritt in Richtung Verwirklichung an den Regelschule Franzberg und Bottendorf getan. Worum es geht, erfahren Sie hier....

Scheck für die Musikschule (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Scheck für die Musikschule (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Im Kreistag wurde es einstimmig beschlossen und beim Festakt anlässlich 125 Jahre Kreismusikschule wurde es von Landrat Peter Hengstermann (CDU) nochmals bekräftigt. Mit dem Start des neuen Schuljahrs im Herbst beginnt auch das Projekt „Auf Takt“ an den Regelschulen Franzberg Sondershausen und Bottendorf.

Bei dem Projekt geht es darum, dass beginnend ab der ersten Klasse, jedes Schulkind ein Musikinstrument kostenlos erlernen soll. Dabei beginnt man damit, dass mit je ca. 2 bis 3 Stunden je Instrument erst mal jedes Musikinstrument vorgestellt wird. Nach dem Schuljahr wird an Hand von Fragebögen das 1., 2. und 3. Lieblingsinstrument des Kindes ermittelt. Zusammen mit Kindern Eltern und Musikerziehern wird das für jedes Kind geeignete Musikinstrument ausgewählt, welches das Kind erlernen soll.

Ab der zweiten bis zur vierten Klasse lernt das Kind im Unterricht das Instrument zu spielen. Das Erlernen eines Musikinstrumentes, so Landrat Hengstermann, erzieht zur Disziplin und fördert Gründlichkeit, Ausdauer und auch Durchhalte vermögen. Die Kinder, die dann später die mit ihren erlernten Instrumenten jeweils die vierte Klasse erreicht haben, sollen dann ein Schulorchester bilden, dass natürlich auch bei Schülerkonzerten auftreten soll. Die eigentliche Ausbildung an den Instrumenten soll in Schülergruppen mit einer Größe von ca. 10 Kindern durchgeführt werden.

Damit auch wirklich jedes Kind ein Musikinstrument erlernen kann, und nicht der Geldbeutel der Eltern entscheiden soll, wird dieses Erlernen für jedes Kind kostenlos erfolgen. Das Projekt schließt sowohl den Kauf der Instrumente ein, wie auch den Abschluss einer entsprechenden Versicherung, damit den Eltern im Schadensfall nicht erhebliche Mengen Geld zuschießen müssen, als auch natürlich die eigentliche Ausbildung am Instrument.

Gemeinsam mit Sponsoren und Partnern soll der Musikschulunterricht vor allem im Grundschulalter für jeden möglich sein. In Zusammenarbeit mit Firmen und Stiftungen soll dieses unentgeltliche Angebot später allen Grundschülern im Kyffhäuserkreis gemacht werden. Soziale Schranken werden überwunden; ein gelungenes Projekt dieser Art kann durchaus einer der "Pluspunkte" sein, bei denen der Kyffhäuserkreis "die Nase vorn hat" sein, so Landrat Peter Hengstermann.

Dieser Prozess erstreckt sich natürlich über Jahre, da ja jeder Schritt klassenweise erfolgt. Wann nach den beiden Startschulen wie und wo fortgesetzt wird, ist noch nicht klar und natürlich auch eine Frage der eingesammelten finanziellen Mittel. Das Projekt endet dann für den Schüler mit Eintritt in die fünfte Klasse. Wer dann weiter die Ausbildung am Musikinstrument fortsetzen möchte, muss sich ganz normal wie bereits jetzt auch kostenpflichtig bei der Musikschule anmelden.

Übergabe Scheck an die Schulen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Übergabe Scheck an die Schulen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Karl-Heinz Langhorst, Kerstin Gerlach, Peter Hengstermann, Matthias Deichstetter und Ines Siebenhüner (von links nach rechts) bei der symbolischen Scheckübergabe.

Der Landrat des Kyffhäuserkreises Peter Hengstermann hat heute im Beisein des Vorstandsvorsitzenden der Kyffhäusersparkasse Karl-Heinz Langhorst den Scheck an Matthias Deichstetter als Leiter der Musikschule, Ines Siebenhüner als Leiterin der Grundschule Bottendorf und Kerstin Gerlach als Leiterin der Grundschule Franzberg Sondershausen in Höhe von 7.250 Euro übergeben. Diese Summe war anlässlich des Neujahrsempfangs des Landrats im Februar (wir berichteten) gespendet worden.

Das da erhebliche Kosten entstehen, kann sich wohl jeder ausrechnen, denn mit der Einschulung im Herbst werden in Bottendorf 45 Kinder und am Franzberg 57 Kinder in das Projekt einsteigen. Und mit jeder Einschulung steigt da die Schülerzahl, bis man das erste Mal die vierte Klasse voll hat. Und das Projekt sieht ja vor, dass das Musikinstrument nicht an der Schule bleibt, sondern jedes Kind soll ja auch zu Hause an dem Instrument üben! Aber eines ist jetzt schon sicher, das Interesse der Eltern ist sehr groß, wie Ines Siebenhüner im Gespräch erläuterte. Es soll sogar schon erste Umschulungsanträge gegeben haben, um in den Genuss der neuen Musikförderung zu kommen.

Aber das ganze Projekt ist nicht nur eine finanzielle Frage. Denn man muss ja für die Musikstunden auch entsprechend die Lehr- und Stundenpläne einrichten. Da kommt auf Schulen und Schulamt noch sehr viel Arbeit zu. Bleibt nur noch zu wünschen, dass es genügend Sponsoren gibt, damit das Projekt für alle Grundschüler später mal zum Tragen kommt. Damit wird man in Deutschland eine Vorreiterrolle einnehmen. Denn analoge Projekte im Raum Bochum, auf die man sich mal ursprünglich bezog, sind für die dortigen Eltern nicht kostenlos!


Autor: khh

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