Arterner Ansichten (14) - Damals und heute
Samstag, 12. April 2008, 06:00 Uhr
In unserer Reihe Arterner Ansicht wollen wir mal vergleichen, wie sich die Ortsansichten von Artern so verändert haben. Manch Jüngerer wird da staunen....
Interessant ist es, wenn man im Familienalbum blättert oder noch spannender, im Schuhkarton wühlt und Bilder von damals betrachtet und dagegen hält, wie Tante Emma heute aussieht. Das ist ja nicht anders, wenn man sich Ortsansichten betrachtet von damals und heute – oder doch, während aus der einst jungen hübschen Tante wahrscheinlich eine etwas füllige gesetzte Oma (ich bitte vorbeugend alle Omas um Vergebung) geworden ist, hat sich die Stadt hier und da verjüngt. Doch sehen Sie selbst.
Für Arterns Gründerjahre trifft zu, was wir in der Schule gelernt haben. Kohls Aussage von den blühenden Landschaften zur nächsten Jahrhundertwende, bestätigten sich wohl nicht ganz so. Aus dem einstigen Ackerbau- wurde ein Ackerbau- und Industriestädtchen. Damit wurde natürlich auch der Eisenbahnanschluss für Artern attraktiv. Die Ansicht auf dieser Karte von Anfang 1930 hat sich kaum verändert. Nur der Wasserturm im Hintergrund ist inzwischen verschwunden.
Hinter dem Bahnhofsgebäude, in dem noch eine Modellbahn-Arbeitsgemeinschaft ihren Sitz ansonsten nichts mehr mit der Bahn zu tun hat, weil es mit einem großen Paket Bahnhöfen Anfang des Jahres verkauf wurde, sieht es moderner aus. Allerdings sieht man keinen Eisenbahner mehr. Die Strecke ist elektrifiziert. Aber noch fahren auch die alten Doppelstockwagen neben modernen Triebwagen. Allerdings links im Bild aus dem Jahr 2006 die Unstrutbahn fährt nicht mehr und auf einen Anschluss in Bretleben nach Bad Frankenhausen oder Sondershausen braucht man auch nicht mehr zu hoffen. Da hilft offensichtlich auch keine Modellregion, zu der man uns erklärt hat.
Das erste Foto in der Galerie stammt aus der Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Die Uhr zeigt kurz nach Frühschichtschluss den Werkseingang der Kyffhäuserhütte. Ein Strom von Menschen wälzt sich in die Stadt. Heute steht hier ein Einkaufsmarkt.
Weinige Meter weiter ein Betrieb mit ebenfalls über 100 Jahre Tradition: die Brauerei. Unser zweites Foto in der Galerie stammt allerdings erst aus den 90er Jahren nach großartig verkündeten Privatisierungsplänen. Sie sind Geschichte. Die Brauerei gibt es nicht mehr – oder nein, ein kleines Unternehmen auf dem heutigen fast fertiggestellten Gewerbegebiet Brauerei (unser nächstes Foto) versucht die Tradition zu erhalten. Ihm bleibt viel Glück zu wünschen.
Wechseln wir wieder zur anderen Straßenseite. Das erste Foto in der 2. Reihe stammt noch vom Anfang des vorigen Jahrhunderts. Brünners ist bei den älteren Arternern noch ein Begriff. Andere bezeichneten das Gebäude als Hütten- oder Polizei-Konsum nach seiner letzten Nutzung vor der Wende. Die einstige Firma Eisenwerke Brünner ist in die Kyffhäuserhütte eingegangen. Heute ist hier eine Baulücke, die den Blick auf den hinteren Teil der Arbeits-, Bildungs- und Strukturgesellschaft (einst auch Betriebsteil der Hütte) sowie der Polizeidienststelle frei gibt.
Dann kommen wir gleich ins Stadtzentrum. Das 2. Foto in der zweiten Reihe stammt aus dem Jahre 1976 und zeigt einen Blick auf die Anlage mit Springbrunnen vor dem damaligen Hotel Stadt Artern mit Blick auf die einstige Thälmann- heute Leipziger Straße. Das aktuelle Foto daneben zeigt, dass aus dem Hotel und (und eigentlich dringend benötigten) Kultursaal Einkaufstempel wurden. Der Vorplatz Betonwüste. In der Leipziger Straße ein leer stehendes Geschäft, daneben Baulücke. Kein optimistisches Bild, da hilft auch keine Farbe.
Das erste Foto in der 3. Reihe führt uns in die Geschichte zurück. Das alte Arterner Rathaus um 1900 mit Ansicht aus der Harzstraße. Das neue Rathaus, im Jahre 1906 erbaut, ist auf dem nächsten Foto zu erkennen. Das Foto für die Karte wurde um 1900 in der Harzstraße aufgenommen. Halten wir zum Abschluss ein Foto vom etwa gleichen Standort dagegen.
Text: Klaus Henze, Fotos: Archiv und Klaus Henze
Autor: khhInteressant ist es, wenn man im Familienalbum blättert oder noch spannender, im Schuhkarton wühlt und Bilder von damals betrachtet und dagegen hält, wie Tante Emma heute aussieht. Das ist ja nicht anders, wenn man sich Ortsansichten betrachtet von damals und heute – oder doch, während aus der einst jungen hübschen Tante wahrscheinlich eine etwas füllige gesetzte Oma (ich bitte vorbeugend alle Omas um Vergebung) geworden ist, hat sich die Stadt hier und da verjüngt. Doch sehen Sie selbst.
Für Arterns Gründerjahre trifft zu, was wir in der Schule gelernt haben. Kohls Aussage von den blühenden Landschaften zur nächsten Jahrhundertwende, bestätigten sich wohl nicht ganz so. Aus dem einstigen Ackerbau- wurde ein Ackerbau- und Industriestädtchen. Damit wurde natürlich auch der Eisenbahnanschluss für Artern attraktiv. Die Ansicht auf dieser Karte von Anfang 1930 hat sich kaum verändert. Nur der Wasserturm im Hintergrund ist inzwischen verschwunden.
Hinter dem Bahnhofsgebäude, in dem noch eine Modellbahn-Arbeitsgemeinschaft ihren Sitz ansonsten nichts mehr mit der Bahn zu tun hat, weil es mit einem großen Paket Bahnhöfen Anfang des Jahres verkauf wurde, sieht es moderner aus. Allerdings sieht man keinen Eisenbahner mehr. Die Strecke ist elektrifiziert. Aber noch fahren auch die alten Doppelstockwagen neben modernen Triebwagen. Allerdings links im Bild aus dem Jahr 2006 die Unstrutbahn fährt nicht mehr und auf einen Anschluss in Bretleben nach Bad Frankenhausen oder Sondershausen braucht man auch nicht mehr zu hoffen. Da hilft offensichtlich auch keine Modellregion, zu der man uns erklärt hat.
Das erste Foto in der Galerie stammt aus der Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Die Uhr zeigt kurz nach Frühschichtschluss den Werkseingang der Kyffhäuserhütte. Ein Strom von Menschen wälzt sich in die Stadt. Heute steht hier ein Einkaufsmarkt.
Weinige Meter weiter ein Betrieb mit ebenfalls über 100 Jahre Tradition: die Brauerei. Unser zweites Foto in der Galerie stammt allerdings erst aus den 90er Jahren nach großartig verkündeten Privatisierungsplänen. Sie sind Geschichte. Die Brauerei gibt es nicht mehr – oder nein, ein kleines Unternehmen auf dem heutigen fast fertiggestellten Gewerbegebiet Brauerei (unser nächstes Foto) versucht die Tradition zu erhalten. Ihm bleibt viel Glück zu wünschen.
Wechseln wir wieder zur anderen Straßenseite. Das erste Foto in der 2. Reihe stammt noch vom Anfang des vorigen Jahrhunderts. Brünners ist bei den älteren Arternern noch ein Begriff. Andere bezeichneten das Gebäude als Hütten- oder Polizei-Konsum nach seiner letzten Nutzung vor der Wende. Die einstige Firma Eisenwerke Brünner ist in die Kyffhäuserhütte eingegangen. Heute ist hier eine Baulücke, die den Blick auf den hinteren Teil der Arbeits-, Bildungs- und Strukturgesellschaft (einst auch Betriebsteil der Hütte) sowie der Polizeidienststelle frei gibt.
Dann kommen wir gleich ins Stadtzentrum. Das 2. Foto in der zweiten Reihe stammt aus dem Jahre 1976 und zeigt einen Blick auf die Anlage mit Springbrunnen vor dem damaligen Hotel Stadt Artern mit Blick auf die einstige Thälmann- heute Leipziger Straße. Das aktuelle Foto daneben zeigt, dass aus dem Hotel und (und eigentlich dringend benötigten) Kultursaal Einkaufstempel wurden. Der Vorplatz Betonwüste. In der Leipziger Straße ein leer stehendes Geschäft, daneben Baulücke. Kein optimistisches Bild, da hilft auch keine Farbe.
Das erste Foto in der 3. Reihe führt uns in die Geschichte zurück. Das alte Arterner Rathaus um 1900 mit Ansicht aus der Harzstraße. Das neue Rathaus, im Jahre 1906 erbaut, ist auf dem nächsten Foto zu erkennen. Das Foto für die Karte wurde um 1900 in der Harzstraße aufgenommen. Halten wir zum Abschluss ein Foto vom etwa gleichen Standort dagegen.
Text: Klaus Henze, Fotos: Archiv und Klaus Henze











