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Derby: Der Unterschied

Samstag, 12. April 2008, 18:35 Uhr
Rund 800 Zuschauer aus dem Kyffhäuserkreis und dem Landkreis Nordhausen pilgerten am Nachmittag zum Sondershäuser Göldner. Dort, im Stadion der Eintracht, war das Nordthüringer Derby gegen Wacker Nordhausen angesagt. Wir waren für Sie dabei...


Derby: Eintracht gegen Wacker (Foto: nnz/kn) Derby: Eintracht gegen Wacker (Foto: nnz/kn) Sie hat immer noch ihr Flair, diese Ansetzung, obwohl es für beide Teams um „nichts mehr ging“. Das aber kann nur beim Blick auf die Tabelle gelten. Bei den Spielen, bei den Spielern von Nord- und Sondershausen geht es immer um das Prestige.

Zum Spiel: Die Eintracht beginnt so, wie man es erwartet hatte. Axel Duft klatscht den Ball schon in er dritten Minute an den Pfosten. Sebastian Caspar hat eine weitere Chance in der 10. Minute, Sebastian Elle läuft dem Goalgetter der Sondershäuser in letzter Sekunde den Ball ab.

Zwölf Minuten brauchen die Gäste für den ersten Angriff. Ein guter Spielzug, von Steven Eber und Lars Pohl als Doppelpassspiel vorgetragen, zeigt, dass auch die Abwehr der Sondershäuser zu knacken ist. Der entscheidende Paß jedoch geht ins Nirgendwo. Wacker scheint frustriert, Elles 35-Meter-Schuß geht 20 Meter übers Tor. In der 25. Minute ist es Lars Pohl, der mit einem angedeuteten Seitfallzieher für ein wenig Gefahr sorgt. Torhüter Lars Greschke hält die Kugel sicher vor der Torlinie.

Derby: Eintracht gegen Wacker (Foto: nnz/kn) Derby: Eintracht gegen Wacker (Foto: nnz/kn)

Dann kommt die Zeit der Sondershäuser, die durch Fehlpässe in der Nordhäuser Abwehr, aber auch im Mittelfeld immer wieder aufgebaut werden. Daniel Rasch mit einem satten Freistoß-Hammer in der 28. Minute, zwei Minuten später Konfusion in der Wacker-Abwehr, Caspar letztlich knallt den Ball an die Querlatte. Wieder zwei Minuten später ist der Eintracht-Stürmer dann erfolgreich. Eine Ecke von Duft köpft er nahezu unbedrängt ins Netz. Davor unterläuft Dominik Schönberger den Ball.

Dann plätschert das Spiel dahin, weil auch die Sondershäuser nicht nachlegen, dafür aber viele Konzentrationsfehler zeigen. In der 41. Minute verlängert Sven Pistorius dann den Ball geschickt zu Pohl, der haut das Ding aus zehn Metern unhaltbar ins Sondershäuser Tor. Mit dem 1:1 geht es in die Kabine, zuvor fischt Schönberger einen Kopfball gekonnt weg. Er hat seinen Patzer damit fast wieder wettgemacht.

Die Nordhäuser kommen mit mehr Elan aus der Kabine. In der 51. Minute haut Torsten Klaus einen Freistoß aus 30 Metern in Richtung Tor, Greschke zeigt Unsicherheiten, doch Pistorius schießt rechts vorbei. Der Druck von Wacker hält bis zur 55. Minute an, dann scheint das Pulver der Gäste verschossen. In der 60. Minute rettet Schönberger mit einer Glanzparade den Rückstand seiner Mannschaft, er lenkt einen Schuß von Caspar zur Ecke. Auch Duft scheitert am Nordhäuser Keeper, da sind 65 Minuten gespielt.

Sondershausens Trainer wechselt André Bohne (73.) und Martin Rießland (76.) aus. Neu im Spiel sind Sven Baumann und Marcel Klodt. Schon eine Minute nach dem zweiten Wechsel ist das Sondershäuser Tor Nummer 2 notiert, erneut hatte Caspar den richtigen Riecher. Danach häufen sich die Chancen der Gäste, mindestens zweimal allerdings hatte der Linienrichter auf der Tribünenseite das Abseits der Sondershäuser nicht erkannt.

Dann die 91. Minute. Torsten Klaus, von dem nicht allzu viel zu sehen war, marschiert links durch und flankt in den Strafraum. Dort köpft Pohl freistehend den Ball – am Tor vorbei. Einem Sebastian Caspar wäre das nicht passiert. Und genau das machte heute nicht nur den Unterschied zwischen Sondershausen und Nordhausen aus, sondern entschied auch das Spiel mit 2:1 für die Gastgeber.

Einen Nachtrag müssen wir noch anbringen. Die etwa 80 Fans des FSV Wacker 90 Nordhausen glänzten heute nicht nur durch intelligente Sprüche auf ihren Bannern, sie hatten auch einige Knalltüten in ihren Reihen, die mehrere Knallkörper aufs Spielfeld warfen. Allerdings: Die Polizei, mit Kampfausrüstung angereist, stand 20 Meter daneben und schien sich mehr für das Spiel zu interessieren.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz/kn

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