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Depotverbesserung angemahnt

Donnerstag, 17. April 2008, 11:13 Uhr
Im gestrigen Treff für Neugierige im Rosa Salon des Schlosses Sondershausen berichtete Carolin Richter über die Restaurierung eines Gemäldes aus der Museumssammlung, kn war dabei...

Im Rahmen einer Diplomarbeit hatte Carolin Richter das „Bildnis des Maximilian Ernst von Hopffgarten“ restauriert. Im Treff für Neugierige berichtete sie über die dazu umfangreichen Arbeiten. Dabei traf sie auf ein interessiertes Publikum. Mehr Publikum durfte allerdings nicht kommen, denn bis auf einen Platz war der Rosa Salon mehr als gefüllt und zeigt, welch großes Interesse die Bürger Sondershausen dem Treff für Neugierige entgegen bringen.
Carolin Richter gab zur Einstimmung auch einen Abriss über das Leben des Malers Johann Ludwig Meil, damit sich der Hörer besser in die Zeit der Entstehung versetzen kann. Da es bei der Restauration von Gemälden verschiedene Herangehensweisen gibt, ist gut zu wissen, dass es bei dieser Arbeit nicht darauf ankam, das Gemälde so zu bearbeiten, dass es wieder in den Zustand der Entstehung zurückversetzt wird. Die Arbeiten wurden am Gemälde so ausgeführt, damit das jetzige Aussehen erhalten werden kann, und es nicht zu einem Verfall des Gemäldes kommt. So restauriert kann das Gemälde durchaus wieder weitere 250 bis 300 Jahre erhalten bleiben.
Treff für Neugierige (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Treff für Neugierige (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Die Betonung liegt aber auf kann. In der anschließenden Diskussion nutze Museumsleiterin Christa Hirschler die Gelegenheit, auf die nicht optimalen Bedingungen der Lagerung vieler Gemälde und Museumsstücke im Depot hinzuweisen. Und die Gelegenheit war günstig, denn mit Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) saß ein prominenter Zuhörer im Publikum. Die Veränderungen im Depot des Museums sind aber mit Kosten verbunden und da sieht es nicht nur bei der Stadt Sondershausen finster mit den Finanzen aus. Wenn man allerdings aus dem Vortrag mitbekommen hat, wie mühselig und langwierig so eine Restauration ist, kann man sich ausrechnen, was es kosteten wird, wenn in einiger Zeit vielleicht vor der Tatsache steht, eine größere Zahl von Gemälden von Spezialisten bearbeiten zu lassen müssen. Nicht immer hat man eine Diplomantin wie Carolin Richter zu stelle, die jetzt noch ein Jahr als Praktikantin in Sondershausen verbleibt.

Bleibt lieber jetzt das Fazit, rechtzeitig versuchen Mittel für die Verbesserung des Depots zu finden, als später mit noch weit höheren Kosten die Gemälde restaurieren zu müssen.

Hinweis:
Der nächste Treff für Neugierige findet am 21.05.2008 an gleicher Stelle statt. Thema ist dann: Reinhard Erasmus (1876-1953) – mehr als der Architekt des Kriegerdenkmals im Schlosspark Sondershausen. Referent ist Dr. Ulrich Hahnemann wiss. Mitarbeiter Schlossmuseum
Autor: khh

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