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Kinder – Demografischer Wandel

Samstag, 19. April 2008, 09:35 Uhr
PR-Termin für Minister Tiefensee in der Region. Und was springt dabei konkret raus? Bei dem Besuchsprogramm werden wohl wichtige Themen ausgeklammert...

Kernthema des demografischen Wandels ist ja der starke Rückgang der Bevölkerung, ganz besonders in unserer Region. Tendenziell stärker nimmt der Rückgang der jungen Menschen zu, ganz besonders übrigens der jungen Frauen. Das verschärft natürlich die Situation in der ganzen Sache. Wenn die Frauen im gebärfähigen Alter die Region verlassen, weil sie nicht die Bedingungen vorfinden, an erster Stelle eine ordentliche Beschäftigung, wer soll dann noch die Kinder bekommen?

Um so erstaunlicher ist die Tatsache, dass im Zusammenhang mit der Sitzung des Jugendhilfeausschusses in Roßleben (wir berichteten) der 1. Beigeordnete des Landrates, Georg Schäfer (SPD) feststellen musste, dass die Kindergartenbeiträge im Kyffhäuserkreis in den letzten beiden Jahren im Durchschnitt um ca. 20 % gestiegen sind und damit auch erheblich höher sind, als in den umliegende Regionen.

Statt einer Verbesserung ist eher ein Verschlechterung zu verzeichnen. Und die zentrale Politik hilft noch mit, denn durch den neuen Gesundheitsfonds sollen ja auch die Kassenbeiträge in Thüringen deutlicher steigen, als in anderen Regionen. Da kann man jeden jungen Menschen verstehen, wenn er der Arbeit und den besseren Bedingungen nachzieht.

Umso trauriger ist da die im Nebensatz geäußerte Bemerkung von Landrat Peter Hengstermann auf der das Kreisbereisung letzten Dienstag in Keula:
Von den angekündigten vier Millionen Euro sind schon jede Menge Gelder weg, die für Studien, Planungsbüros und Arbeiten mit Hochschule usw. schon draufgehen.
Da bleibt wirklich nur noch die Frage nach dem Sinn solcher Kurzbesuche von Minister Tiefensee zu stellen. Bei der Kürze der Zeit lassen sich ernsthafte Probleme des demografischen Wandels kaum ansprechen. Wichtig ist aber natürlich der obligatorische Fototermin. Da muss man wenigstens nicht über die Probleme der Region sprechen. Aber man ist in den Medien, denn die nächsten Wahlen kommen bestimmt.
Autor: khh

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