Der Sport steht im Vordergrund
Montag, 21. April 2008, 11:05 Uhr
Gleich dreimal trifft die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft der Männer Anfang Mai auf Olympia-Gastgeber China. Auch in Nordhausen werden die Volleyball-Fans diese beiden Spitzenmannschaften und damit Volleyball vom Feinsten zu sehen bekommen.
Die chinesische Nationalmannschaft
Zunächst am 8. Mai in Dessau (19.30 Uhr), tags darauf in Nordhausen (9. Mai, 19.00 Uhr). Vom 11.-13. Mai nehmen die deutsche Mannschaft und China am Vier-Nationen-Turnier in Leipzig statt, wo es am 11. Mai (18.30 Uhr)zum dritten Aufeinandertreffen beider Nationen kommt. Die Spiele dienen der DVV-Auswahl als Vorbereitung auf die entscheidende Olympia-Qualifikation vom 23.-25. Mai im ISS Dome in Düsseldorf, wenn es gegen Kuba, Spanien und Taiwan um ein Peking-Ticket geht.
Wenn aktuell von den Olympischen Spielen die Rede ist, steht aber nicht der Sport im Vordergrund: die politische Lage, der Umgang Chinas mit Tibet beherrschen die Schlagzeilen. DVV-Präsident Werner von Moltke und drei deutsche Spieler äußern sich vor den Partien gegen China zu dieser Thematik.
Werner von Moltke sagt dazu: Ein Boykott zeigt keine politisch positiven Wirkungen, das ist meine Erfahrung als Sportler und Funktionär. Der Sport sollte in dieser Frage nicht von der Politik überfordert werden. Von Seiten des DVV gibt es für die Sportler keinen Maulkorb, sie können ihre Meinung äußern. Sollte sich die Mannschaft für Peking qualifizieren, müssen die Spieler mögliche Äußerungen jedoch im Rahmen der vorgegeben Regeln der Olympischen Spiele tun.
Mittelblocker Stefan Hübner (Treviso/ITA) hat eine klare Position: Die Situation ist ja nicht erst seit diesem Jahr so. Warum wurden uns solche Fragen nicht in den letzten Jahren gestellt, wenn wir gegen China gespielt haben? Jetzt werden die Sportler ausgenutzt, und sollen für politische Aussagen herhalten. Für mich ist es ein normaler sportlicher Wettkampf. Genauso, wie die Spiele gegen die Amerikaner.
Zuspieler Frank Dehne (Olsztyn/POL) sagt: Wir sehen die Spiele als sportlichen Wettkampf, so wie es sich gehört. Vor allem wollen wir, dass sich Gäste, die wir eingeladen haben, in Deutschland wohl fühlen, und gerne wieder eine Vorbereitung machen wollen, wovon auch wir profitieren. Dass jeder Spieler eine politische Meinung hat, sollte auch jedem klar sein, der uns etwas besser kennt. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele wird es interessanter, weil wir uns, meiner Meinung nach, auch auf politischem Gebiet, unserer individuellen Verantwortung bewusst sein sollten.
Ralph Bergmann, vom Bundesligisten Moerser SC, meint: Der Umgang mit Tibet und auch die Art und Weise wie mit Kritikern umgegangen wird, ist ein sehr schwieriges Feld, das man der Politik und der Diplomatie überlassen sollte. Natürlich haben Sportler - wie jeder andere mündige Bundesbürger - eine Meinung über politische Themen, aber wir stehen in der Öffentlichkeit und im Medieninteresse, weil wir Sportler sind und nicht Politiker! Die Spiele gegen China sind sportliche Vergleiche.
36 Jahre ist es mittlerweile her, dass eine deutsche Männer-Nationalmannschaft bei Olympischen Spielen vertreten war. Damals gab es mit der DDR- und der BRD-Auswahl gar zwei Teams, die an den Olympischen Spielen in München teilnahmen. Die DDR gewann damals die Silbermedaille, die BRD-Auswahl belegte Platz elf. Seitdem sind die Ansprüche gesunken, von einer Medaille bei Olympischen Spielen wird längst nicht mehr gesprochen, es wird von der Teilnahme geträumt.
2008 könnte dieser Traum endlich Realität werden, denn die deutschen Volleyballer haben so gute Qualifikationschancen wie noch nie. Nachdem sie ihre erste Möglichkeit beim europäischen Turnier in Izmir/Türkei Anfang Januar ungenutzt ließen, bietet sich der Mannschaft von Bundestrainer Stelian Moculescu vom 23.- 25. Mai 2008 die einmalige Chance: Dann sind die deutschen Männer im ISS Dome in Düsseldorf Gastgeber von Spanien, Kuba und Taiwan und müssen nur noch den Turniersieg erringen.
Autor: nnz/knDie chinesische Nationalmannschaft
Zunächst am 8. Mai in Dessau (19.30 Uhr), tags darauf in Nordhausen (9. Mai, 19.00 Uhr). Vom 11.-13. Mai nehmen die deutsche Mannschaft und China am Vier-Nationen-Turnier in Leipzig statt, wo es am 11. Mai (18.30 Uhr)zum dritten Aufeinandertreffen beider Nationen kommt. Die Spiele dienen der DVV-Auswahl als Vorbereitung auf die entscheidende Olympia-Qualifikation vom 23.-25. Mai im ISS Dome in Düsseldorf, wenn es gegen Kuba, Spanien und Taiwan um ein Peking-Ticket geht.
Wenn aktuell von den Olympischen Spielen die Rede ist, steht aber nicht der Sport im Vordergrund: die politische Lage, der Umgang Chinas mit Tibet beherrschen die Schlagzeilen. DVV-Präsident Werner von Moltke und drei deutsche Spieler äußern sich vor den Partien gegen China zu dieser Thematik.
Werner von Moltke sagt dazu: Ein Boykott zeigt keine politisch positiven Wirkungen, das ist meine Erfahrung als Sportler und Funktionär. Der Sport sollte in dieser Frage nicht von der Politik überfordert werden. Von Seiten des DVV gibt es für die Sportler keinen Maulkorb, sie können ihre Meinung äußern. Sollte sich die Mannschaft für Peking qualifizieren, müssen die Spieler mögliche Äußerungen jedoch im Rahmen der vorgegeben Regeln der Olympischen Spiele tun.
Mittelblocker Stefan Hübner (Treviso/ITA) hat eine klare Position: Die Situation ist ja nicht erst seit diesem Jahr so. Warum wurden uns solche Fragen nicht in den letzten Jahren gestellt, wenn wir gegen China gespielt haben? Jetzt werden die Sportler ausgenutzt, und sollen für politische Aussagen herhalten. Für mich ist es ein normaler sportlicher Wettkampf. Genauso, wie die Spiele gegen die Amerikaner.
Zuspieler Frank Dehne (Olsztyn/POL) sagt: Wir sehen die Spiele als sportlichen Wettkampf, so wie es sich gehört. Vor allem wollen wir, dass sich Gäste, die wir eingeladen haben, in Deutschland wohl fühlen, und gerne wieder eine Vorbereitung machen wollen, wovon auch wir profitieren. Dass jeder Spieler eine politische Meinung hat, sollte auch jedem klar sein, der uns etwas besser kennt. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele wird es interessanter, weil wir uns, meiner Meinung nach, auch auf politischem Gebiet, unserer individuellen Verantwortung bewusst sein sollten.
Ralph Bergmann, vom Bundesligisten Moerser SC, meint: Der Umgang mit Tibet und auch die Art und Weise wie mit Kritikern umgegangen wird, ist ein sehr schwieriges Feld, das man der Politik und der Diplomatie überlassen sollte. Natürlich haben Sportler - wie jeder andere mündige Bundesbürger - eine Meinung über politische Themen, aber wir stehen in der Öffentlichkeit und im Medieninteresse, weil wir Sportler sind und nicht Politiker! Die Spiele gegen China sind sportliche Vergleiche.
36 Jahre ist es mittlerweile her, dass eine deutsche Männer-Nationalmannschaft bei Olympischen Spielen vertreten war. Damals gab es mit der DDR- und der BRD-Auswahl gar zwei Teams, die an den Olympischen Spielen in München teilnahmen. Die DDR gewann damals die Silbermedaille, die BRD-Auswahl belegte Platz elf. Seitdem sind die Ansprüche gesunken, von einer Medaille bei Olympischen Spielen wird längst nicht mehr gesprochen, es wird von der Teilnahme geträumt.
2008 könnte dieser Traum endlich Realität werden, denn die deutschen Volleyballer haben so gute Qualifikationschancen wie noch nie. Nachdem sie ihre erste Möglichkeit beim europäischen Turnier in Izmir/Türkei Anfang Januar ungenutzt ließen, bietet sich der Mannschaft von Bundestrainer Stelian Moculescu vom 23.- 25. Mai 2008 die einmalige Chance: Dann sind die deutschen Männer im ISS Dome in Düsseldorf Gastgeber von Spanien, Kuba und Taiwan und müssen nur noch den Turniersieg erringen.




