Arterner Ansichten 16: Das einstige Dorf Artern
Samstag, 26. April 2008, 06:00 Uhr
In unserer Reihe Arterner Ansicht setzt heute Klaus Henze die Geschichte um Artern fort und beleuchtet, wie es mit dem Dorf Artern begann....
Die Stadt Artern wuchs aus der eigentlichen Stadt um das heutige Rathaus herum, dem Dorf um die Veitskirche und dem Wasserschloss an der Schönfelder Straße, von dem bis 1995 noch ein paar Grundmauern mit riesigen Gewölben zu sehen waren und die beim Bau einer Bank eingerissen wurden. Dazu kam dann später noch die Borlachsche Saline, die ebenfalls in vieler Hinsicht eigene Rechte hatte.
Im Jahre 1832 wurde das Dorf der Stadt angeschlossen. Lange schien in dem einstigen Dorf, der heutigen Altstadt, die Zeit stehen geblieben zu sein. Es gab zwar zu DDR-Zeiten immer einmal Pläne, die Altstadt zu sanieren, sogar sie abzureißen. Doch zum Glück fehlten zumindest für letzteres die Mittel und vor allem die Wohnungen. Größtes Problem dabei war die Entwässserung. So umstritten der einstige Bürgermeister Harald von Riesen in Artern ist, so werden ihn die Bewohner der Altsadt wohl stets hoch anrechnen, dass er als eines der ersten Projekte nach der Wende die Sanierung der Altstadt umsetzte. In der oberen Reihe der Galerie Fotos von den alten Gässchen, überall deutlich sichtbar die breite Gosse, die öfters auch mal bei Regen Abwässer der Hausklärgruben aufnahm und fürchterlich stank und im Winter eine einzige Eisbahn bildete. Heute kann man die Altstadt mit den meist kleinen liebevoll gepflegten Häuschen gern seinen Besuchern zeigen. Natürlich gibt es leider auch hier Leerstande, die einzufallen drohen und Baulücken.
Tröpfelbrunnen (Foto: Archiv Klaus Henze Artern)
Als Willkomensgruß für den Besucher der Altstadt kann man den eigentlichen Tröpfelbrunnen zwischen Ritter- und Neue Straße betrachten. Leider kam es wegen Wasserproblemen kaum zum Brunnenbetrieb und so wird er heute bunt bepflanzt (unser Foto).
Den Kern der Altstadt bildet, wie bereits erwähnt, die Veitskirche. Nach einer wechselvolen Geschichte ist sie heute eine Kultureinrichtung und Standesamt. Über sie berichteten wir bereits in der Folge 8 dieser Artikelserie.
Ein weiteres Baudenkmal befindet sich nur wenige Meter weiter, das einstige Herrenhaus auf dem Oberen Hof. Der Obere Hof selbst, einstiger Gutshof, dann Sitz der LPG, später vom Stadtwirtschaftsbetrieb ausgebaut, verfällt heute leider zusehens. Der Fachwerkbau, des einstigen Herrenhauses, wurde restauriert. Nachdem er danach anfänglich die Musiksschule beherbergte, haben heute hier die Marinekameradschaft (siehe auch unsere Folge 7) und die Ausstellung zur Kyffhäuserhütte, über die wir in der vorigen Folge berichteten, ihren Sitz. Man findet hier aber auch den Jugendweiheverein sowie die Mittelstandspark Artern GmbH.
Erhaltenswert ist auch der Untere Hof in der Ritterstraße mit dem sehenswerten Eingangsportal, dessen Schlußstein über der Tür die Jahreszahl 1753 trägt.
Die zweite Reihe der Galerie zeigt Blicke in die Straßen der Altstadt, die vor einer Woche aufgenommen wurden. Sie passen wohl besser in unsere Zeit und gut zu dem Flair der Altstadt.
Manche Kuriosität aus der Geschichte der Altstadt ist überliefert. So ließ Borlach, um den Salzdamm als Zufahrtsstraße für die Saline gegen den Widerstand der Anwohner verbreitern zu können, über Nacht die Bäume in den Vorgärten abholzen.
Auf dem Salzdamm befindet sich wohl auch einer der, wenn nicht gar der heute älteste Betrieb der Stadt, die Druckerei Möbius, 1894 gegründet (erstes Bild letzte Reihe).
Wenige Schritte weiter hat die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Artern ihren Sitz.. Die Feuerwehr wurde 1875 gegründet. Maßgeblichen Anteil soll Seifensiedermeister F. H. Brambach gehabt haben. Als Artern Anfang des 20. Jahrhunderts Wasserleitung bekam, konnten die Feuerwehrleute aufathmen. 1934 wurde das heute unter Denkmalschutz stehende Depot gebaut. 1990 erfolgte die Gründung eines Feuerwehrvereins. Moderne Technik steht der Wehr zur Verfügung.
Text: Klaus Henze
Fotos: Archiv Klaus Henze
Fotos Galerie:
Obere Reihe: Gabelstr, Querstr, Schenkstr
Mittlere Reihe: Ritterstr, Gerade Str, Dunkle Str
Untere Reihe: Druckerei, FFW, FFW
Autor: khhDie Stadt Artern wuchs aus der eigentlichen Stadt um das heutige Rathaus herum, dem Dorf um die Veitskirche und dem Wasserschloss an der Schönfelder Straße, von dem bis 1995 noch ein paar Grundmauern mit riesigen Gewölben zu sehen waren und die beim Bau einer Bank eingerissen wurden. Dazu kam dann später noch die Borlachsche Saline, die ebenfalls in vieler Hinsicht eigene Rechte hatte.
Im Jahre 1832 wurde das Dorf der Stadt angeschlossen. Lange schien in dem einstigen Dorf, der heutigen Altstadt, die Zeit stehen geblieben zu sein. Es gab zwar zu DDR-Zeiten immer einmal Pläne, die Altstadt zu sanieren, sogar sie abzureißen. Doch zum Glück fehlten zumindest für letzteres die Mittel und vor allem die Wohnungen. Größtes Problem dabei war die Entwässserung. So umstritten der einstige Bürgermeister Harald von Riesen in Artern ist, so werden ihn die Bewohner der Altsadt wohl stets hoch anrechnen, dass er als eines der ersten Projekte nach der Wende die Sanierung der Altstadt umsetzte. In der oberen Reihe der Galerie Fotos von den alten Gässchen, überall deutlich sichtbar die breite Gosse, die öfters auch mal bei Regen Abwässer der Hausklärgruben aufnahm und fürchterlich stank und im Winter eine einzige Eisbahn bildete. Heute kann man die Altstadt mit den meist kleinen liebevoll gepflegten Häuschen gern seinen Besuchern zeigen. Natürlich gibt es leider auch hier Leerstande, die einzufallen drohen und Baulücken.
Tröpfelbrunnen (Foto: Archiv Klaus Henze Artern)
Als Willkomensgruß für den Besucher der Altstadt kann man den eigentlichen Tröpfelbrunnen zwischen Ritter- und Neue Straße betrachten. Leider kam es wegen Wasserproblemen kaum zum Brunnenbetrieb und so wird er heute bunt bepflanzt (unser Foto). Den Kern der Altstadt bildet, wie bereits erwähnt, die Veitskirche. Nach einer wechselvolen Geschichte ist sie heute eine Kultureinrichtung und Standesamt. Über sie berichteten wir bereits in der Folge 8 dieser Artikelserie.
Ein weiteres Baudenkmal befindet sich nur wenige Meter weiter, das einstige Herrenhaus auf dem Oberen Hof. Der Obere Hof selbst, einstiger Gutshof, dann Sitz der LPG, später vom Stadtwirtschaftsbetrieb ausgebaut, verfällt heute leider zusehens. Der Fachwerkbau, des einstigen Herrenhauses, wurde restauriert. Nachdem er danach anfänglich die Musiksschule beherbergte, haben heute hier die Marinekameradschaft (siehe auch unsere Folge 7) und die Ausstellung zur Kyffhäuserhütte, über die wir in der vorigen Folge berichteten, ihren Sitz. Man findet hier aber auch den Jugendweiheverein sowie die Mittelstandspark Artern GmbH.
Erhaltenswert ist auch der Untere Hof in der Ritterstraße mit dem sehenswerten Eingangsportal, dessen Schlußstein über der Tür die Jahreszahl 1753 trägt.
Die zweite Reihe der Galerie zeigt Blicke in die Straßen der Altstadt, die vor einer Woche aufgenommen wurden. Sie passen wohl besser in unsere Zeit und gut zu dem Flair der Altstadt.
Manche Kuriosität aus der Geschichte der Altstadt ist überliefert. So ließ Borlach, um den Salzdamm als Zufahrtsstraße für die Saline gegen den Widerstand der Anwohner verbreitern zu können, über Nacht die Bäume in den Vorgärten abholzen.
Auf dem Salzdamm befindet sich wohl auch einer der, wenn nicht gar der heute älteste Betrieb der Stadt, die Druckerei Möbius, 1894 gegründet (erstes Bild letzte Reihe).
Wenige Schritte weiter hat die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Artern ihren Sitz.. Die Feuerwehr wurde 1875 gegründet. Maßgeblichen Anteil soll Seifensiedermeister F. H. Brambach gehabt haben. Als Artern Anfang des 20. Jahrhunderts Wasserleitung bekam, konnten die Feuerwehrleute aufathmen. 1934 wurde das heute unter Denkmalschutz stehende Depot gebaut. 1990 erfolgte die Gründung eines Feuerwehrvereins. Moderne Technik steht der Wehr zur Verfügung.
Text: Klaus Henze
Fotos: Archiv Klaus Henze
Fotos Galerie:
Obere Reihe: Gabelstr, Querstr, Schenkstr
Mittlere Reihe: Ritterstr, Gerade Str, Dunkle Str
Untere Reihe: Druckerei, FFW, FFW









