Ziele abgesteckt
Dienstag, 29. April 2008, 14:33 Uhr
Heute morgen berichtete die nnz über die Vorstellungen der IHK zum diesjährigen Ausbildungspakt. Jetzt sind die Vorgaben unterschrieben worden...
Der Thüringer Ausbildungspakt wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Die entsprechende Vereinbarung haben Thüringer Landesregierung, Kammern und Verband der Wirtschaft, Bundesagentur für Arbeit und Kommunaler Arbeitgeberverband heute unterzeichnet. Der Pakt hat das Ziel, jedem Jugendlichen eine berufliche Perspektive in Thüringen zu schaffen, erläuterte Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) die Ziele der Ausbildungsoffensive. Dabei geht es stärker als bisher um Fragen der Berufsorientierung und Berufswahlvorbereitung. Auch die Zahl der Altbewerberinnen und Altbewerber solle deutlich veringert werden, erklärte Althaus.
Trotz Rückgangs der Gesamtbewerberzahl auf etwa 21.400 Lehrstellensuchende gehe es nach wie vor um die Verbesserung des betrieblichen Ausbildungsangebots und die Fachkräftesicherung in Thüringen, sagte Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz. Über den Ausbildungspakt sollen den Thüringer Jugendlichen deshalb vor allem betriebliche Lehrstellen, aber auch Lehrgänge, Praktika und Kurse zur Berufsvorbereitung angeboten werden. Zudem müssten neue Ausbildungsbetriebe gewonnen werden.
Die demographische Entwicklung lasse auch in den kommenden Jahren einen weiteren deutlichen Rückgang der Bewerberzahl erwarten, machte Reinholz deutlich. Bis zum Jahr 2010 werde die Zahl der Lehrstellensuchenden auf unter 15.000 sinken. Für die Unternehmen kommt es deshalb darauf an, ihre Ausbildungsanstrengungen zu verstärken, um auch künftig auf gut qualifizierte Fachkräfte zurückgreifen zu können.
Rund ein Drittel der Ausbildungsstellen in Thüringen werden derzeit außerbetrieblich angeboten und aus öffentlichen Mitteln finanziert. Aus Sicht des Ministers gibt es genügend Potential, diese Quote – gerade im Hinblick auf den stärkeren Fachkräftebedarf – zugunsten der betrieblichen Ausbildung zu verändern. Im Pakt 2008 beziehen sich die Zusagen der Wirtschaft deshalb künftig auf die rein betrieblichen Ausbildungsplätze. Die geförderten außerbetrieblichen Maßnahmen seien in den Zusagen von Bundesagentur für Arbeit und Land bzw. Europäischem Sozialfonds enthalten.
Um seine Ziele zu erreichen, enthält der Ausbildungspakt verbindliche Vereinbarungen und Initiativen:
Die Landesregierung wird durch ihre Förderprogramme das Angebot an Ausbildungsplätzen sowie an praxisorientierten Maßnahmen der Berufsorientierung und Berufsvorbereitung quantitativ und qualitativ verbessern. Die duale Berufsausbildung soll gestärkt und weiterentwickelt werden. Unterstützt werden auch ergänzende Ausbildungslehrgänge, praxisorientierte Maßnahmen für nicht berufsreife Jugendliche, verschiedene Maßnahmen und Projekte zur Verbesserung der Berufswahlvorbereitung. Hinzu kommen u.a. die Förderung für Lehrstellenakquisiteure, die Bereitstellung des Thüringer Berufswahlpasses ab der siebten Klasse sowie das Qualitätssiegels Berufswahlfreundliche Schule. Insgesamt stellt das Land in diesem Jahr knapp 20 Millionen Euro für die Ziele des Ausbildungspakts zur Verfügung.
Die Thüringer Industrie- und Handelskammern sagen 9.800 betriebliche Ausbildungsverträge, die Gewinnung von 740 erstausbildenden Unternehmen und 670 Angebote für betriebliche Einstiegsqualifikationen zu. Die Zielstellung der Handwerkskammern umfasst 3.900 betriebliche Ausbildungsverträge, die Gewinnung von 330 erstausbildenden Unternehmen und 480 Angebote für betriebliche Einstiegsqualifikationen. Zudem sagen alle Kammern ebenso wie der Verband der Wirtschaft Thüringen eine Vielzahl von Unternehmensbesuchen, umfangreiche Werbe- und Informationsaktivitäten und verschiedene Modellprojekte für den Berufseinstieg und zur Verbesserung von Einstiegsqualifikationen zu.
Die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt/Thüringen der Bundesagentur für Arbeit verpflichtet sich zur bedarfsgerechten Bereitstellung von 2.300 außerbetrieblichen Ausbildungsplätzen für benachteiligte Jugendliche sowie von 800 Ausbildungsplätzen für Jugendliche mit Behinderungen. Außerdem sollen 1.600 berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen für nicht berufsreife Jugendliche durchgeführt werden. Darüber hinaus werden umfangreiche Akquisitions-, Vermittlungs- und Werbeaktivitäten zugesagt, so z.B. die Ausrichtung desTages des Ausbildungsplatzes am 26. Mai 2008 sowie Nachvermittlungsaktionen gemeinsam mit den Kammern.
Der Thüringer Bauernverband strebt den Abschluss von 347, der Kommunale Arbeitsgeberverband von 590, der Landesverband der Freien Berufe von 495 Ausbildungsverträgen an. Auch diese Verbände haben Zusagen für flankierende Maßnahmen abgegeben.
Der Wirtschaftsminister dankte den Partnern des Paktes für ihr Engagement. Zugleich gab er einen Ausblick auf die geplante Weiterentwicklung des Pakts ab dem kommenden Jahr.
Den Thüringer Pakt für Ausbildung wird es in der derzeitigen Form ab dem Jahr 2009 nicht mehr geben. Im Hinblick auf die Entwicklung des Fachkräftebedarfs wird eine Weiterentwicklung zu einer Thüringer Allianz zur Fachkräftesicherung auf Landesebene angestrebt. Die Gespräche der zuständigen Ministerien mit Wirtschaft, Gewerkschaften und Bundesagentur für Arbeit haben dazu bereits begonnen, um bereits im Herbst 2008 zu konkreten Ergebnissen zu kommen.
Die Allianz zur Fachkräftesicherung soll – beginnend bei der schulischen Allgemeinbildung und der weiteren Verbesserung der Vorbereitung für Berufe mit Fachkräftebedarf über die berufliche Ausbildung und das Studium – auch Fragen der Weiterbildung und Qualifizierung sowohl Arbeitsloser als auch Beschäftigter und der Familienfreundlichkeit von Unternehmen umfassen.
Autor: nnz/knDer Thüringer Ausbildungspakt wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Die entsprechende Vereinbarung haben Thüringer Landesregierung, Kammern und Verband der Wirtschaft, Bundesagentur für Arbeit und Kommunaler Arbeitgeberverband heute unterzeichnet. Der Pakt hat das Ziel, jedem Jugendlichen eine berufliche Perspektive in Thüringen zu schaffen, erläuterte Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) die Ziele der Ausbildungsoffensive. Dabei geht es stärker als bisher um Fragen der Berufsorientierung und Berufswahlvorbereitung. Auch die Zahl der Altbewerberinnen und Altbewerber solle deutlich veringert werden, erklärte Althaus.
Trotz Rückgangs der Gesamtbewerberzahl auf etwa 21.400 Lehrstellensuchende gehe es nach wie vor um die Verbesserung des betrieblichen Ausbildungsangebots und die Fachkräftesicherung in Thüringen, sagte Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz. Über den Ausbildungspakt sollen den Thüringer Jugendlichen deshalb vor allem betriebliche Lehrstellen, aber auch Lehrgänge, Praktika und Kurse zur Berufsvorbereitung angeboten werden. Zudem müssten neue Ausbildungsbetriebe gewonnen werden.
Die demographische Entwicklung lasse auch in den kommenden Jahren einen weiteren deutlichen Rückgang der Bewerberzahl erwarten, machte Reinholz deutlich. Bis zum Jahr 2010 werde die Zahl der Lehrstellensuchenden auf unter 15.000 sinken. Für die Unternehmen kommt es deshalb darauf an, ihre Ausbildungsanstrengungen zu verstärken, um auch künftig auf gut qualifizierte Fachkräfte zurückgreifen zu können.
Rund ein Drittel der Ausbildungsstellen in Thüringen werden derzeit außerbetrieblich angeboten und aus öffentlichen Mitteln finanziert. Aus Sicht des Ministers gibt es genügend Potential, diese Quote – gerade im Hinblick auf den stärkeren Fachkräftebedarf – zugunsten der betrieblichen Ausbildung zu verändern. Im Pakt 2008 beziehen sich die Zusagen der Wirtschaft deshalb künftig auf die rein betrieblichen Ausbildungsplätze. Die geförderten außerbetrieblichen Maßnahmen seien in den Zusagen von Bundesagentur für Arbeit und Land bzw. Europäischem Sozialfonds enthalten.
Um seine Ziele zu erreichen, enthält der Ausbildungspakt verbindliche Vereinbarungen und Initiativen:
Die Landesregierung wird durch ihre Förderprogramme das Angebot an Ausbildungsplätzen sowie an praxisorientierten Maßnahmen der Berufsorientierung und Berufsvorbereitung quantitativ und qualitativ verbessern. Die duale Berufsausbildung soll gestärkt und weiterentwickelt werden. Unterstützt werden auch ergänzende Ausbildungslehrgänge, praxisorientierte Maßnahmen für nicht berufsreife Jugendliche, verschiedene Maßnahmen und Projekte zur Verbesserung der Berufswahlvorbereitung. Hinzu kommen u.a. die Förderung für Lehrstellenakquisiteure, die Bereitstellung des Thüringer Berufswahlpasses ab der siebten Klasse sowie das Qualitätssiegels Berufswahlfreundliche Schule. Insgesamt stellt das Land in diesem Jahr knapp 20 Millionen Euro für die Ziele des Ausbildungspakts zur Verfügung.
Die Thüringer Industrie- und Handelskammern sagen 9.800 betriebliche Ausbildungsverträge, die Gewinnung von 740 erstausbildenden Unternehmen und 670 Angebote für betriebliche Einstiegsqualifikationen zu. Die Zielstellung der Handwerkskammern umfasst 3.900 betriebliche Ausbildungsverträge, die Gewinnung von 330 erstausbildenden Unternehmen und 480 Angebote für betriebliche Einstiegsqualifikationen. Zudem sagen alle Kammern ebenso wie der Verband der Wirtschaft Thüringen eine Vielzahl von Unternehmensbesuchen, umfangreiche Werbe- und Informationsaktivitäten und verschiedene Modellprojekte für den Berufseinstieg und zur Verbesserung von Einstiegsqualifikationen zu.
Die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt/Thüringen der Bundesagentur für Arbeit verpflichtet sich zur bedarfsgerechten Bereitstellung von 2.300 außerbetrieblichen Ausbildungsplätzen für benachteiligte Jugendliche sowie von 800 Ausbildungsplätzen für Jugendliche mit Behinderungen. Außerdem sollen 1.600 berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen für nicht berufsreife Jugendliche durchgeführt werden. Darüber hinaus werden umfangreiche Akquisitions-, Vermittlungs- und Werbeaktivitäten zugesagt, so z.B. die Ausrichtung desTages des Ausbildungsplatzes am 26. Mai 2008 sowie Nachvermittlungsaktionen gemeinsam mit den Kammern.
Der Thüringer Bauernverband strebt den Abschluss von 347, der Kommunale Arbeitsgeberverband von 590, der Landesverband der Freien Berufe von 495 Ausbildungsverträgen an. Auch diese Verbände haben Zusagen für flankierende Maßnahmen abgegeben.
Der Wirtschaftsminister dankte den Partnern des Paktes für ihr Engagement. Zugleich gab er einen Ausblick auf die geplante Weiterentwicklung des Pakts ab dem kommenden Jahr.
Den Thüringer Pakt für Ausbildung wird es in der derzeitigen Form ab dem Jahr 2009 nicht mehr geben. Im Hinblick auf die Entwicklung des Fachkräftebedarfs wird eine Weiterentwicklung zu einer Thüringer Allianz zur Fachkräftesicherung auf Landesebene angestrebt. Die Gespräche der zuständigen Ministerien mit Wirtschaft, Gewerkschaften und Bundesagentur für Arbeit haben dazu bereits begonnen, um bereits im Herbst 2008 zu konkreten Ergebnissen zu kommen.
Die Allianz zur Fachkräftesicherung soll – beginnend bei der schulischen Allgemeinbildung und der weiteren Verbesserung der Vorbereitung für Berufe mit Fachkräftebedarf über die berufliche Ausbildung und das Studium – auch Fragen der Weiterbildung und Qualifizierung sowohl Arbeitsloser als auch Beschäftigter und der Familienfreundlichkeit von Unternehmen umfassen.
