Kompetenz-Netzwerk: Heute GSES
Freitag, 02. Mai 2008, 07:03 Uhr
Mit der GSES GmbH stellen wir heute ein weiteres Mitglied des Netzwerkes vor. Es ist ein Unternehmen, dass sich aus dem Kaliwerk Glückauf Sondershausen entwickelt hat, und jetzt selbst Hilfestellung in Rumänien gibt...
In Sondershausen blickt man über 100 Jahre auf Bergbaugeschichte zurück. Von 1990 bis 1993 kam es zur Stilllegung des Kaliwerkes. Das Unternehmen ging zunächst in das Eigentum der Treuhandnachfolgergesellschaft, der GVV mbH über. Forderungen des Bundesgesetzes für stillgelegte Bergwerke führten zu Maßnahmen unter Tage Hohlräume zu verfüllen, um Schäden an der Tagesoberfläche zu vermeiden. Dies bezog sich erst mal weitestgehend auf das Ostfeld der Grube.
Dabei verfolgte die GVV mbH das Ziel der Privatisierung in Verbindung dem Einsatz von mineralischen Abfällen im unter Tage Bereich.
Am 1. September 1995 erfolgte die Privatisierung. Im Festsaal unter Tage wurde die Privatisierung besiegelt. Es waren dabei anwesend: Wirtschaftsminister Franz Schuster, Staatssekretär im Umweltministerium Stephan Illert, Landrat Peter Hengstermann (CDU), Vertreter des Thüringer Oberbergamtes und des Bergamtes Bad Salzungen, Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU), die damalige Bürgermeisterin von Großfurra Jutta Hutmacher (CDU), Vertreter der GSES GmbH und der GVV mbH, Pressevertreter und das MDR-Fernsehen.
Ein aus mehreren Partnern bestehendes Firmenkonsortium gründete die GSES GmbH: Floreal Environmental Europe B.V., Deutsche Abfallwirtschaftsgesellschaft GmbH – DAW, Saarberg-Oekotechnik GmbH – Sotec, Thyssen Schachtbau GmbH, Landesgesellschaft Thüringer Sonderabfall GmbH– TSA. Die ersten Geschäftsführer waren Dr. Helmut Springer und Winfried Brüll. Eingefahren waren die Teilnehmer noch auf Schacht VI.
Jaap van Engers (links) und Dr. Helmut Springer bei der Verabschiedung unter Tage (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Jaap van Engers (links) und Dr. Helmut Springer bei der Verabschiedung unter Tage
Ab 1996 waren Jaap van Engers neben Dr. Helmut Springer Geschäftsführer. Da Dr. Springer im Januar 2008 verabschiedet wurde, ergaben sich in der Leitung Veränderungen. Heute ist Ralph Haase der Geschäftsführer für die Versatzaktivitäten sowie Haldenbewirtschaftung und –begrünung, Joachim Brumme für die Produktion von Böden und Bodenersatzstoffen, Dr. Helmut Springer für das Erlebnisbergwerk zu ständig, wobei Jaap van Engers der Chief Executiver Officer – kurz CEO - ist.
Die GSES GmbH versetzt heute mittels moderner Technologien die Hohlräume unter Tage. Unter ihrer Regie erfolgt die Haldenbewirtschaftung. Die älteste befahrbare Kaligrube der Welt ist auch dem Tourismus geöffnet. Die GSES GmbH hat im April 2008 nahezu 152 Mitarbeiter, die mit ihrer Motivation und ihrer langjährigen Bergbauerfahrung die größte Stütze des Unternehmens darstellen. Intensiv widmet sich die GSES der Lehrlingsausbildung. 21 Lehrlinge werden im August eine Lehre zum Bergbaumechaniker aufnehmen. Dazu wird unter Tage ein Lehrlingsrevier geschaffen und die Berufsschule auf dem Schachtgelände wird wieder aktiviert, da dort noch kompetente Lehrer tätig sind.
Dank des Engagements der Gesellschafter und dem Einsatz der Mitarbeiter hat die GSES GmbH schnell Profil und Kompetenz in der Abfallwirtschaft gewonnen.
Nicht vergessen sollte man, dass seit dem Jahr 2006 wieder eine Steinsalzproduktion aufgenommen wurde. Das Salz wird im Winterdienst eingesetzt. Das bedeutet für die Streudienste kurze Fahrwege, um Salz zu laden oder zu bevorraten, wenn man vom Kyffhäuserkreis ausgeht. Dazu wurden unter Tage entsprechende technische Einrichtungen geschaffen.
Wenn die Frage gestellt wird: Sind denn die Abfälle, die unter Tage eingelagert werden gegenüber der Tagesoberfläche sicher, so kann man dies eindeutig mit Ja beantworten. Auf Grund der geologischen und hydrogeologischen Situation ist das Bergwerk zuverlässig und langzeitlich von der Biosphäre abgetrennt. Man kann sagen es existiert ein Multibarrieresystem.
Fragt man nun, warum die GSES GmbH dem Netzwerk beigetreten ist, so antwortete Jaap van Engers, dass es zunächst eine Verpflichtung gegenüber dem Unternehmen gab, die die GSES GmbH bei ihrer Entwicklung unterstützt haben. Er nannte ERCOCPlan GmbH (hierzu wurde am 03.04.2008 berichtet), die KUTEC AG Salt Teechnologies und die Glückauf Vermessung GmbH. Inzwischen hat sich die GSES GmbH soweit profiliert, dass die sie nicht nur ein Nehmender, sondern auch ein Gebender geworden ist, so dass man das geballte Know How in die Wagschale werfen kann, um gemeinsam Projekte zu realisieren. Nur gemeinsam haben wir die besten Chancen um unser Wissen zu vermarkten, betonte van Engers.
Zurzeit gibt es Kontakte mit Bistra-Nassaud im rumänischen Siebenbürgen. Es handelt sich dabei um die Sanierung eines alten Industriegebietes und eines Flussverlaufs. Dabei sollen die Möglichkeiten der Förderung durch die EU erkundet werden. Das Netzwerk wird sich bemühen den Auftrag zu bekommen, wobei als erstes das Projekt erarbeitet werden muss, um überhaupt Fördermittel zu bekommen. Wollen wir hoffen, dass sich das Netzwerk auch eines Tages für die Erschließung von Lagerstätten in unserer Heimat profilieren kann.
Hans-Jürgen Schmidt
Fotos: Hans-Jürgen Schmidt (außer Verabschiedung)
Autor: khhIn Sondershausen blickt man über 100 Jahre auf Bergbaugeschichte zurück. Von 1990 bis 1993 kam es zur Stilllegung des Kaliwerkes. Das Unternehmen ging zunächst in das Eigentum der Treuhandnachfolgergesellschaft, der GVV mbH über. Forderungen des Bundesgesetzes für stillgelegte Bergwerke führten zu Maßnahmen unter Tage Hohlräume zu verfüllen, um Schäden an der Tagesoberfläche zu vermeiden. Dies bezog sich erst mal weitestgehend auf das Ostfeld der Grube.
Dabei verfolgte die GVV mbH das Ziel der Privatisierung in Verbindung dem Einsatz von mineralischen Abfällen im unter Tage Bereich.
Am 1. September 1995 erfolgte die Privatisierung. Im Festsaal unter Tage wurde die Privatisierung besiegelt. Es waren dabei anwesend: Wirtschaftsminister Franz Schuster, Staatssekretär im Umweltministerium Stephan Illert, Landrat Peter Hengstermann (CDU), Vertreter des Thüringer Oberbergamtes und des Bergamtes Bad Salzungen, Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU), die damalige Bürgermeisterin von Großfurra Jutta Hutmacher (CDU), Vertreter der GSES GmbH und der GVV mbH, Pressevertreter und das MDR-Fernsehen.
Ein aus mehreren Partnern bestehendes Firmenkonsortium gründete die GSES GmbH: Floreal Environmental Europe B.V., Deutsche Abfallwirtschaftsgesellschaft GmbH – DAW, Saarberg-Oekotechnik GmbH – Sotec, Thyssen Schachtbau GmbH, Landesgesellschaft Thüringer Sonderabfall GmbH– TSA. Die ersten Geschäftsführer waren Dr. Helmut Springer und Winfried Brüll. Eingefahren waren die Teilnehmer noch auf Schacht VI.
Jaap van Engers (links) und Dr. Helmut Springer bei der Verabschiedung unter Tage (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Jaap van Engers (links) und Dr. Helmut Springer bei der Verabschiedung unter Tage
Ab 1996 waren Jaap van Engers neben Dr. Helmut Springer Geschäftsführer. Da Dr. Springer im Januar 2008 verabschiedet wurde, ergaben sich in der Leitung Veränderungen. Heute ist Ralph Haase der Geschäftsführer für die Versatzaktivitäten sowie Haldenbewirtschaftung und –begrünung, Joachim Brumme für die Produktion von Böden und Bodenersatzstoffen, Dr. Helmut Springer für das Erlebnisbergwerk zu ständig, wobei Jaap van Engers der Chief Executiver Officer – kurz CEO - ist.
Die GSES GmbH versetzt heute mittels moderner Technologien die Hohlräume unter Tage. Unter ihrer Regie erfolgt die Haldenbewirtschaftung. Die älteste befahrbare Kaligrube der Welt ist auch dem Tourismus geöffnet. Die GSES GmbH hat im April 2008 nahezu 152 Mitarbeiter, die mit ihrer Motivation und ihrer langjährigen Bergbauerfahrung die größte Stütze des Unternehmens darstellen. Intensiv widmet sich die GSES der Lehrlingsausbildung. 21 Lehrlinge werden im August eine Lehre zum Bergbaumechaniker aufnehmen. Dazu wird unter Tage ein Lehrlingsrevier geschaffen und die Berufsschule auf dem Schachtgelände wird wieder aktiviert, da dort noch kompetente Lehrer tätig sind.
Dank des Engagements der Gesellschafter und dem Einsatz der Mitarbeiter hat die GSES GmbH schnell Profil und Kompetenz in der Abfallwirtschaft gewonnen.
Nicht vergessen sollte man, dass seit dem Jahr 2006 wieder eine Steinsalzproduktion aufgenommen wurde. Das Salz wird im Winterdienst eingesetzt. Das bedeutet für die Streudienste kurze Fahrwege, um Salz zu laden oder zu bevorraten, wenn man vom Kyffhäuserkreis ausgeht. Dazu wurden unter Tage entsprechende technische Einrichtungen geschaffen.
Wenn die Frage gestellt wird: Sind denn die Abfälle, die unter Tage eingelagert werden gegenüber der Tagesoberfläche sicher, so kann man dies eindeutig mit Ja beantworten. Auf Grund der geologischen und hydrogeologischen Situation ist das Bergwerk zuverlässig und langzeitlich von der Biosphäre abgetrennt. Man kann sagen es existiert ein Multibarrieresystem.
Fragt man nun, warum die GSES GmbH dem Netzwerk beigetreten ist, so antwortete Jaap van Engers, dass es zunächst eine Verpflichtung gegenüber dem Unternehmen gab, die die GSES GmbH bei ihrer Entwicklung unterstützt haben. Er nannte ERCOCPlan GmbH (hierzu wurde am 03.04.2008 berichtet), die KUTEC AG Salt Teechnologies und die Glückauf Vermessung GmbH. Inzwischen hat sich die GSES GmbH soweit profiliert, dass die sie nicht nur ein Nehmender, sondern auch ein Gebender geworden ist, so dass man das geballte Know How in die Wagschale werfen kann, um gemeinsam Projekte zu realisieren. Nur gemeinsam haben wir die besten Chancen um unser Wissen zu vermarkten, betonte van Engers.
Zurzeit gibt es Kontakte mit Bistra-Nassaud im rumänischen Siebenbürgen. Es handelt sich dabei um die Sanierung eines alten Industriegebietes und eines Flussverlaufs. Dabei sollen die Möglichkeiten der Förderung durch die EU erkundet werden. Das Netzwerk wird sich bemühen den Auftrag zu bekommen, wobei als erstes das Projekt erarbeitet werden muss, um überhaupt Fördermittel zu bekommen. Wollen wir hoffen, dass sich das Netzwerk auch eines Tages für die Erschließung von Lagerstätten in unserer Heimat profilieren kann.
Hans-Jürgen Schmidt
Fotos: Hans-Jürgen Schmidt (außer Verabschiedung)




