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Arterner Ansichten 18: Natur-Spaziergang

Samstag, 10. Mai 2008, 07:01 Uhr
Der Arterner „Heil- und Gewürzpflanzengarten“ oder auch Natur- und Kräutergarten, wie er meist genannt wird, wurde am 30. Mai 2001, also vor knapp sieben Jahren der Öffentlichkeit übergeben. Seit Mai ist er wieder für Besucher geöffnet...

Geschaffen wurde dieser Garten am Arterner Westbahnhof durch die Arbeits-, Bildungs- und Strukturgesellschaft (ABS) Thüringen Nord in Artern im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Sie dienten zum Teil Jugendliche und behinderte Menschen einer sinnvollen Beschäftigung zu zuführen.

Dr. Wilfried Neumerkel, ein Natur- und Heimatfreund mit Herz und Seele aus Bendeleben, war damals bei der ABS für diese Maßnahme verantwortlich und bewies dabei ein großes Engagement. Ich erinnere mich noch an die Eröffnung, wie er mit Liebe und Hingabe die einzelnen Bereiche des Gartens, der auf einem einstigen Schuttplatz entstanden war, erläuterte. Aus der Luft gesehen, ergab die Anpflanzung eine Kräuterfrau (Foto: Dr. Neumerkel). Es ist schön, dass dieses Kleinod bis heute unserer Stadt zur Verfügung steht, was man wohl nicht von vielen Maßnahmen dieser Art sagen kann. – Im Gegenteil, die Fläche hat sich mit Beginn dieser Saison am 1. Mai 2008 vergrößert. Dem Garten angeschlossen wurde die direkt daneben befindliche Fläche in Richtung Bauhof. Sie wurde im Rahmen der Umsetzung des Bebauungsplanes Nr. 12 „Industriegebiet Kyffhäuserhütte Artern“ als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für den Naturschutz hergerichtet. Die Fläche ist 3,74 ha groß und wurde als Erholungsbereich für die naturnahe Erholung entwickelt. Neben der Geländemodellierung wurden hier eine Vielzahl von Bäumen und Sträuchern gepflanzt. Es entstanden Wege mit einer wassergebundenen Decke. Zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität wurde ein rustikales Sitzplateau geschaffen.

Wie das bei Gärten üblich ist, verändern sie in jeder Jahreszeit ihr Gesicht. Natürlich ist abgesehen von den gepflanzten Bäumen die Erweitungsfläche noch recht kahl, das wird sich ganz bestimmt mit der Zeit verändern. So ist auch ein Besuch dieses Gartens, um den uns andere beneiden würden, vom Frühjahr bis Herbst interessant und man sollte seinen Spaziergang öfters hierher lenken. Er ist übrigens täglich von 8 bis 18 Uhr eintrittsfrei geöffnet.

So erfährt man hier auch einiges über die Pflanze Artemisia und ihre vielfältigen Arten. Mit Artemisia verbinden die Arterner die Geschichte der heutigen in Nachbarschaft befindlichen Betriebe Pharmaplant und Pharmasaat. Doch wer weiß schon, dass es etwa 300 Arten der Gattung Artemisia gibt? Hier kann man einige von ihnen kennen lernen. Von der Gattung Salbei gibt es sogar 900 Arten in der Welt. Einige davon, denen eine große Heilwirkung zugeschrieben wird, kann man in diesem Garten sehen. Neben den vielfältigen Pflanzen bietet der Garten aber auch einen Einblick in den Naturschutz, wie ein Wildbienenhaus, Steinhaufen als geschütztes Biotop und bei beiden kann man bei günstigem Wetter die Insekten fliegen sehen. Kinder werden sich sicher am Tastpfad oder im kleinen Irrgarten ausprobieren. Zum Verweilen lädt ein nett gestalteter Rast- und Grillplatz ein. Holen Sie sich den Vorgeschmack auf ihren Besuch mit einem Blick in unsere Galerie, deren Aufnahmen zu verschiedenen Zeiten geschossen wurden. Die beiden oberen Reihen der Galerie zeigen den traditionellen Kräutergaren und die untere Reihe die Erweiterung.

Text und Fotos Klaus Henze, Foto Kräuterfrau Dr. Neumerkel
Autor: khh

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