Schachtgeschichten (8): Der Petersenschacht
Montag, 12. Mai 2008, 05:00 Uhr
In unserer Reihe Schachtgeschichten setzt Hans-Jürgen Schmidt die Darstellung der Bergbaugeschichte in unserer Region mit den Petersenschacht (Schacht II). dem Technischen Denkmal, in der Nähe des Sondershäuser Hauptbahnhofs fort.....
Am 13.April wurde berichtet, dass aus der Gewerkschaft Glückauf Sondershausen auf Beschluss der Gewerkenversammlung vom 28.3.1908 6 neue Gewerkschaften gebildet wurden. Heute soll zur Gewerkschaft Bebra berichtet werden.
Petersenschacht (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Steht man auf den Frauenberg in Sondershausen und blickt auf die Stadt, so fällt das Fördergerüst des Petersenschacht ins Auge. Das Fördergerüst steht seit 1969 unter Denkmalsschutz. Das imposante, filigrane Fördergerüst dessen Stahlkonstruktion 1909 auf Wunsch des damaligen Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen in Anlehnung an die Form des Pariser Eifelsturm ausgeführt wurde. Das Fördergerüst wurde von der Firma Klönne aus Dortmund geliefert. Montiert hat das Fördergerüst eine Mannschaft aus Sondershausen (siehe Bild Galerie 1.Reihe). Die Bauwerke um das Fördergerüst haben ein Ausmaß von ca. 130 m x 30 m und sind architektonische im Jugendstil um 1908 gestaltet.
Sie sind sehenswert und waren der Anlass, dass sich das Forschungsinstitut der Kaliindustrie der DDR im Jahre 1955 hier angesiedelt hat. Der mittlere Teil des geräumigen Schachtgebäudes war in Ingenieurkreisen unter den Begriff Schlaumeierallee bekannt. Hier waren vorwiegend Forscher angesiedelt, die sich mit der Verarbeitung und Auslieferung des Rohsalzes und der Fertigprodukte beschäftigt hatten.
Heute ist in den Gebäuden die Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetreiben – kurz GVV mbH eingezogen. Im Fördermaschinengebäude ist das Archiv für die Rentenunterlagen der Kaliindustrie untergebracht. Auf dem Territorium hat auch der Bergmannsverein eine Heimat gefunden, der gemeinsam mit der Gewerkschaft jährlich immer am letzten Wochenende des Juni (in diesem Jahr der 28.6.2008) den traditionsreichen Bergmannstag auf dem Gelände von Schacht II organisiert. An diesem Tag ist es auch möglich auf das Fördergerüst bis zur Seilscheibe zu klettern (Galerie 1.Reihe). Von hier hat man ein herrlichen Blick auf Sondershausen und deren Umgebung. Nicht unerwähnt soll weiterhin das Unternehmen KUTEC AG Salt Technologies bleiben, das ebenfalls ihr Standort auf dem Gelände des Schachtes II gewählt hat.
Doch zu den geschichtlichen Daten der Gewerkschaft Bebra: Die Gründung erfolgte am 28.3.1908. Die Gerechtsame umfasste 42.484.410 m². Das entsprach 23,39 preußischen Normalfeldern. Die Abteufarbeiten des Petersenschachtes begannen am 1. Mai 1907 und erreichten eine Endteufe von 792 m am 29.9 1910. Das Hartsalzlager wurde bei 761 m bei erreicht. Die Schachtanlage war mit dem Brügmanschacht durchschlägig. Der Durchschlag erfolgte im April 1911. Die Verbindungsstrecke hatte eine Länge von 1700 m. Der Petersenschacht ist 2.2 Km vom Brügmanschacht entfernt. Die Belegschaft hatte Ende 1919 ein Stärke von 20 Mann. Die Anzahl der Kuxe betrug1.000, die alle im Besitz der Gewerkschaft Glück auf Sondershausen waren. Geleitet wurde die Gewerkschaft von der Direktion der Gewerkschaft Glückauf Sondershausen. Die Förderung beschränkte sich auf die Jahre 1910 bis 1915, denn bereits ab 1.4.1914 wurden zur Verbilligung der Kosten die Salze über den Brügmanschacht gefördert.
Der Schacht diente bis 1994 ausschließlich der Wetterführung. Im Jahre 1994 wurde der Schacht verfüllt und mit einer Betonplatte versehen auf der ein Grabstein mit den Daten des Schachtes eingelassen wurde.
Auf der Hängebank (Foto oben) und der Ackersohle, so wird vermutet, eines Tages ein Museum der Kaliindustrie entstehen. Der Anfang ist gemacht, so steht zum Beispiel auf der Ackersohle eine Blindschachtfördermaschine (siehe Bildgalerie 2.Reihe).
Weitere Bilder in der Bildergalerie zeigen historisch Aufnahmen des Petersenschachtes.
Text: Hans-Jürgen Schmidt
Bilder: Archiv Hans-Jürgen Schmidt
Autor: khhAm 13.April wurde berichtet, dass aus der Gewerkschaft Glückauf Sondershausen auf Beschluss der Gewerkenversammlung vom 28.3.1908 6 neue Gewerkschaften gebildet wurden. Heute soll zur Gewerkschaft Bebra berichtet werden.
Petersenschacht (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Steht man auf den Frauenberg in Sondershausen und blickt auf die Stadt, so fällt das Fördergerüst des Petersenschacht ins Auge. Das Fördergerüst steht seit 1969 unter Denkmalsschutz. Das imposante, filigrane Fördergerüst dessen Stahlkonstruktion 1909 auf Wunsch des damaligen Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen in Anlehnung an die Form des Pariser Eifelsturm ausgeführt wurde. Das Fördergerüst wurde von der Firma Klönne aus Dortmund geliefert. Montiert hat das Fördergerüst eine Mannschaft aus Sondershausen (siehe Bild Galerie 1.Reihe). Die Bauwerke um das Fördergerüst haben ein Ausmaß von ca. 130 m x 30 m und sind architektonische im Jugendstil um 1908 gestaltet.Sie sind sehenswert und waren der Anlass, dass sich das Forschungsinstitut der Kaliindustrie der DDR im Jahre 1955 hier angesiedelt hat. Der mittlere Teil des geräumigen Schachtgebäudes war in Ingenieurkreisen unter den Begriff Schlaumeierallee bekannt. Hier waren vorwiegend Forscher angesiedelt, die sich mit der Verarbeitung und Auslieferung des Rohsalzes und der Fertigprodukte beschäftigt hatten.
Heute ist in den Gebäuden die Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetreiben – kurz GVV mbH eingezogen. Im Fördermaschinengebäude ist das Archiv für die Rentenunterlagen der Kaliindustrie untergebracht. Auf dem Territorium hat auch der Bergmannsverein eine Heimat gefunden, der gemeinsam mit der Gewerkschaft jährlich immer am letzten Wochenende des Juni (in diesem Jahr der 28.6.2008) den traditionsreichen Bergmannstag auf dem Gelände von Schacht II organisiert. An diesem Tag ist es auch möglich auf das Fördergerüst bis zur Seilscheibe zu klettern (Galerie 1.Reihe). Von hier hat man ein herrlichen Blick auf Sondershausen und deren Umgebung. Nicht unerwähnt soll weiterhin das Unternehmen KUTEC AG Salt Technologies bleiben, das ebenfalls ihr Standort auf dem Gelände des Schachtes II gewählt hat.
Doch zu den geschichtlichen Daten der Gewerkschaft Bebra: Die Gründung erfolgte am 28.3.1908. Die Gerechtsame umfasste 42.484.410 m². Das entsprach 23,39 preußischen Normalfeldern. Die Abteufarbeiten des Petersenschachtes begannen am 1. Mai 1907 und erreichten eine Endteufe von 792 m am 29.9 1910. Das Hartsalzlager wurde bei 761 m bei erreicht. Die Schachtanlage war mit dem Brügmanschacht durchschlägig. Der Durchschlag erfolgte im April 1911. Die Verbindungsstrecke hatte eine Länge von 1700 m. Der Petersenschacht ist 2.2 Km vom Brügmanschacht entfernt. Die Belegschaft hatte Ende 1919 ein Stärke von 20 Mann. Die Anzahl der Kuxe betrug1.000, die alle im Besitz der Gewerkschaft Glück auf Sondershausen waren. Geleitet wurde die Gewerkschaft von der Direktion der Gewerkschaft Glückauf Sondershausen. Die Förderung beschränkte sich auf die Jahre 1910 bis 1915, denn bereits ab 1.4.1914 wurden zur Verbilligung der Kosten die Salze über den Brügmanschacht gefördert.
Der Schacht diente bis 1994 ausschließlich der Wetterführung. Im Jahre 1994 wurde der Schacht verfüllt und mit einer Betonplatte versehen auf der ein Grabstein mit den Daten des Schachtes eingelassen wurde.
Auf der Hängebank (Foto oben) und der Ackersohle, so wird vermutet, eines Tages ein Museum der Kaliindustrie entstehen. Der Anfang ist gemacht, so steht zum Beispiel auf der Ackersohle eine Blindschachtfördermaschine (siehe Bildgalerie 2.Reihe).
Weitere Bilder in der Bildergalerie zeigen historisch Aufnahmen des Petersenschachtes.
Text: Hans-Jürgen Schmidt
Bilder: Archiv Hans-Jürgen Schmidt













