Schachtgeschichten (9): Der Nesseschacht SDH
Sonntag, 18. Mai 2008, 07:00 Uhr
In einem Artikel vom April wurde berichtet, dass aus der Gewerkschaft Glückauf Sondershausen auf Beschluss der Gewerkschaft vom 28.3.1908 6 neue Gewerkschaften gebildet wurden. Heute soll zur Gewerkschaft OST und hierbei spezielle zur Entwicklung des Nesseschachtes oder Schacht VI berichtet werden...
Der Schachtansatzpunkt befand sich in der Nähe des Bahnhofes Großfurra, gegenüber dem noch heute stehenden Hauses des Betriebsführers. Die Teufarbeiten begannen am 3.12.1912 und endeten am 20.5 1914. Dabei wurden zwischen 614,5 m und 672,5 m der Carnallitit durchteuft. Dieser Bereich bereitet in den folgenden Jahren bis zum Verfüllen des Schachtes immer wieder Schwierigkeiten, so dass im Jahr 1978 ein freihängendes Führungsgerüst für die Spurlatten eingebaut wurde, um die Gebirgsbewegungen im Carnallitit auszugleichen. Der Schacht hatte bei 696 m im älteren Steinsalz seine Endtiefe erreicht.
Schacht VI Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Im Dezember 1914 konnte die Förderung mit zweietagigen Förderkörben für zwei hintereinander aufgeschobenen Förderwagen aufgenommen werden.1924 wurde die Förderung eingestellt und der Schacht wurde zur Reserve gehalten und diente gleichzeitig als Wetterschacht. Auf der Schachtanlage wurde 1954 die Förderung wieder aufgenommen, die bis zu 2000 t/Tag gesteigert werden konnte.
Die Förderung auf Schacht VI wurde im Jahre 1970 wieder eingestellt. Der Schacht wurde zum Materialschacht umgerüstet. Ein Großflächengestell, welches im Jahre 1978 eingehängt wurde, ermöglichte es, größere Materialien und Teile von Fahrzeugen ohne Demontagen, nach unter Tage zu transportieren.
Auf der Schachtanlage wurde eine Transportabteilung eingerichtet, die für den gesamten Transport vom Materialien, Ersatzteile für die Großgeräte, den Sprengstoff- und Dieseltransport in die Reviere zuständig war. Für die Transporte standen unter Tage 4 Lkw vom Typ Robur, eine im Sprachgebrauch genannte Possenkuh (ein für Transporte umgerüsteter Truck), 2 Unimax, umgebaut für den Diesel- und Schmierstofftransport, 2 Spießtramp, ein GTF-Tramp (umgebaut auf Allradantrieb) zur Verfügung. Über Tage gab es Gabelstapler und Kleintransporter. 1978/79 wurde ein Diesellager unter Tage aufgebaut, deren Kessel durch eine Fallleitung im Schacht gespeist wurden (1981). Der Diesel wurde direkt von den Kesselwagen der Reichsbahn nach unter Tage gepumpt. Der Sprengstofftransport erfolgte ebenfalls über Schacht VI. Für den Transport mussten die Fahrer die Sprengberechtigung vorweisen. Dazu gab es für die Fahrer extra Lehrgänge mit abschließender Prüfung.
Im Bereich von Schacht VI befand sich auch die Waschanlage, wo die Großgeräte, LKW`s gereinigt wurden.
Bedingt, dass Schacht VI als ausziehender Schacht im Rahmen der Wetterführung im Grubenbetrieb eingerichtet war, waren die Bedingungen für die Arbeiten am Schacht nicht angenehm. Die Temperaturen lagen bei 35 °C und die Wetter waren angereichert mit den Abgasen der Fahrzeuge im unter Tage Betrieb.
Die elektrische Fördermaschine wurde 1914 aufgestellt und arbeitete nach einem Umbau in Jahre 1954 bis 1956 bis zum Jahre 1994. Der Schacht VI besaß als ausziehender Schacht einen Hauptgrubenlüfter unter Tage, der nach 1990 als Technisches Denkmal am Schacht I über Tage wieder aufgestellt wurde.
1998 wurde der Schacht verfüllt und eine Betonplatte aufgesetzt in dem ein Grabstein mit den Daten des Schachtes zu lesen sind.
Bildtexte:
Bild 1 Die Schachtanlage im Jahre 1914
Bild 2: Schacht VI im Jahre 1959
Bild 3: Schacht VI im Jahre 1990
Bild 4: Grabstein des Schachtes
Bild 5: Der Weg von der Kaue zur Lampenstation
Bild 6: Schacht VI während der Demontage
Bild 7: Dieselpumpstation
Bild 8 : Förderturm während der Demontage
Bild 9: Förderturm während der Demontage
Text Hans-Jürgen Schmidt
Fotos: Archiv Hans-Jürgen Schmidt
Autor: khhDer Schachtansatzpunkt befand sich in der Nähe des Bahnhofes Großfurra, gegenüber dem noch heute stehenden Hauses des Betriebsführers. Die Teufarbeiten begannen am 3.12.1912 und endeten am 20.5 1914. Dabei wurden zwischen 614,5 m und 672,5 m der Carnallitit durchteuft. Dieser Bereich bereitet in den folgenden Jahren bis zum Verfüllen des Schachtes immer wieder Schwierigkeiten, so dass im Jahr 1978 ein freihängendes Führungsgerüst für die Spurlatten eingebaut wurde, um die Gebirgsbewegungen im Carnallitit auszugleichen. Der Schacht hatte bei 696 m im älteren Steinsalz seine Endtiefe erreicht.
Schacht VI Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Im Dezember 1914 konnte die Förderung mit zweietagigen Förderkörben für zwei hintereinander aufgeschobenen Förderwagen aufgenommen werden.1924 wurde die Förderung eingestellt und der Schacht wurde zur Reserve gehalten und diente gleichzeitig als Wetterschacht. Auf der Schachtanlage wurde 1954 die Förderung wieder aufgenommen, die bis zu 2000 t/Tag gesteigert werden konnte.Die Förderung auf Schacht VI wurde im Jahre 1970 wieder eingestellt. Der Schacht wurde zum Materialschacht umgerüstet. Ein Großflächengestell, welches im Jahre 1978 eingehängt wurde, ermöglichte es, größere Materialien und Teile von Fahrzeugen ohne Demontagen, nach unter Tage zu transportieren.
Auf der Schachtanlage wurde eine Transportabteilung eingerichtet, die für den gesamten Transport vom Materialien, Ersatzteile für die Großgeräte, den Sprengstoff- und Dieseltransport in die Reviere zuständig war. Für die Transporte standen unter Tage 4 Lkw vom Typ Robur, eine im Sprachgebrauch genannte Possenkuh (ein für Transporte umgerüsteter Truck), 2 Unimax, umgebaut für den Diesel- und Schmierstofftransport, 2 Spießtramp, ein GTF-Tramp (umgebaut auf Allradantrieb) zur Verfügung. Über Tage gab es Gabelstapler und Kleintransporter. 1978/79 wurde ein Diesellager unter Tage aufgebaut, deren Kessel durch eine Fallleitung im Schacht gespeist wurden (1981). Der Diesel wurde direkt von den Kesselwagen der Reichsbahn nach unter Tage gepumpt. Der Sprengstofftransport erfolgte ebenfalls über Schacht VI. Für den Transport mussten die Fahrer die Sprengberechtigung vorweisen. Dazu gab es für die Fahrer extra Lehrgänge mit abschließender Prüfung.
Im Bereich von Schacht VI befand sich auch die Waschanlage, wo die Großgeräte, LKW`s gereinigt wurden.
Bedingt, dass Schacht VI als ausziehender Schacht im Rahmen der Wetterführung im Grubenbetrieb eingerichtet war, waren die Bedingungen für die Arbeiten am Schacht nicht angenehm. Die Temperaturen lagen bei 35 °C und die Wetter waren angereichert mit den Abgasen der Fahrzeuge im unter Tage Betrieb.
Die elektrische Fördermaschine wurde 1914 aufgestellt und arbeitete nach einem Umbau in Jahre 1954 bis 1956 bis zum Jahre 1994. Der Schacht VI besaß als ausziehender Schacht einen Hauptgrubenlüfter unter Tage, der nach 1990 als Technisches Denkmal am Schacht I über Tage wieder aufgestellt wurde.
1998 wurde der Schacht verfüllt und eine Betonplatte aufgesetzt in dem ein Grabstein mit den Daten des Schachtes zu lesen sind.
Bildtexte:
Bild 1 Die Schachtanlage im Jahre 1914
Bild 2: Schacht VI im Jahre 1959
Bild 3: Schacht VI im Jahre 1990
Bild 4: Grabstein des Schachtes
Bild 5: Der Weg von der Kaue zur Lampenstation
Bild 6: Schacht VI während der Demontage
Bild 7: Dieselpumpstation
Bild 8 : Förderturm während der Demontage
Bild 9: Förderturm während der Demontage
Text Hans-Jürgen Schmidt
Fotos: Archiv Hans-Jürgen Schmidt








