nnz/kn-Forum: Verordnete Armut
Dienstag, 20. Mai 2008, 12:00 Uhr
Mit den Daten des Armutsberichts beschäftigt sich ein Leser im Forum. Er reflektiert sowohl die Auswirkungen der aktuellen Politik auf Kinder als auch auf Rentner.
Die Veröffentlichung des Armutsberichtes konnte wohl inhaltlich kaum jemand überraschen. Auch wenn es verschiedene Politiker nicht wahrhaben wollten: In Deutschland wächst die Armut und auf der anderen Seite der Reichtum. Schon die rot-grüne Regierung hatte Massiv die Lasten auf Arbeitnehmer und Beitragszahler und mit Hartz-IV auf die Arbeitslosen abgeschoben, zielgerichtet Armut verordnet und die Großverdiener und Unternehmen entlastet.
Die große Koalition hat diese Politik fortgesetzt. Das Ergebnis liegt auf dem Tisch und nun hat das Rätselraten begonnen, wie man die Wähler besänftigen, trotz allem für sich gewinnen und die Schuld dem Partner zu schieben kann.
Der Sozialverband VdK, in dessen Beratungsstellen tagtäglich die Auswirkungen dieser Politik recht lebendig zu spüren sind, hat dazu einen klaren Standpunkt. Er bezeichnet die Armutsbekämpfung und -vermeidung als eine Querschnittsaufgabe. "Der Dritte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung belegt, dass jeder Achte in Deutschland bereits in Armut lebt und das ist beschämend für ein reiches Land und zeigt auch, wie notwendig die aktuelle VdK-Kampagne Aktion gegen Armut ist."
Dies erklärte der Präsident des Sozialverband VdK Deutschland, Walter Hirrlinger, am Tage der Verkündung des Armutsberichtes. Der Sozialverband VdK fordert als Sofortmaßnahme, die Hartz-IV-Regelsätze auf 420 Euro anzuheben. Davon würden alleinerziehende Mütter, bedürftige Rentner und Langzeitarbeitslose gleichermaßen profitieren. Außerdem müsse rasch wieder die Möglichkeit geschaffen werden, große einmalige Belastungen wie bei der Einschulung von Kindern, dem Ersatz von Haushaltsgeräten oder notwendigen Reparaturen, von den Sozialämtern finanzieren zu lassen. Von 347 Euro pro Monat könne man keine Rücklagen bilden.
Jedes sechste Kind lebe inzwischen von Hartz IV, stellte Hirrlinger fest. Da könne man den reichsten fünf Prozent der Bevölkerung, die rund ein Drittel des gesamten Volksvermögens besitzen, durchaus die Wiedereinführung der Vermögenssteuer zumuten. Zudem müsse der Hartz-IV-Satz für Kinder um mindestens 20 Prozent von 208 auf 250 Euro angehoben werden.
Hirrlinger: "Wir brauchen Armutsbeauftragte in Bund und Ländern, die sich Sozial-, Arbeitsmarkt-, Gesundheits- und Bildungspolitik gleichermaßen annehmen und koordinieren." In Thüringen gibt es seit Jahren keinen Armutsbericht mehr. Die Landesregierung sollte sich an Hessen ein Beispiel nehmen, das jetzt reagierte und einen Armutsbericht vorlegen wird, fordert der VdK-Landesverband Hessen-Thüringen im Rahmen der VdK-Aktion gegen Armut und der Kreisverband Nordthüringen unterstützt die Forderung voll! Die Diskussion der Problematik mit Lokalpolitikern hat in den Ortsverbänden begonnen. Doch entscheidende Weichen werden im Land und beim Bund gestellt und wir fordern die Abgeordneten unserer Region hier wirksam zu werden.
Wenn heute 700.000 der Minijobber in Deutschland über 65 Jahre über das Rentenalter von 65 hinaus für ihre Existenz arbeiten müssen, dann stimmt etwas nicht. Deshalb muss die Rente nach Mindesteinkommen wiederkommen. Sonst laufen Geringverdiener zunehmend Gefahr, in Altersarmut zu geraten.
Klaus Henze, Artern
Die Veröffentlichung des Armutsberichtes konnte wohl inhaltlich kaum jemand überraschen. Auch wenn es verschiedene Politiker nicht wahrhaben wollten: In Deutschland wächst die Armut und auf der anderen Seite der Reichtum. Schon die rot-grüne Regierung hatte Massiv die Lasten auf Arbeitnehmer und Beitragszahler und mit Hartz-IV auf die Arbeitslosen abgeschoben, zielgerichtet Armut verordnet und die Großverdiener und Unternehmen entlastet.
Die große Koalition hat diese Politik fortgesetzt. Das Ergebnis liegt auf dem Tisch und nun hat das Rätselraten begonnen, wie man die Wähler besänftigen, trotz allem für sich gewinnen und die Schuld dem Partner zu schieben kann.
Der Sozialverband VdK, in dessen Beratungsstellen tagtäglich die Auswirkungen dieser Politik recht lebendig zu spüren sind, hat dazu einen klaren Standpunkt. Er bezeichnet die Armutsbekämpfung und -vermeidung als eine Querschnittsaufgabe. "Der Dritte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung belegt, dass jeder Achte in Deutschland bereits in Armut lebt und das ist beschämend für ein reiches Land und zeigt auch, wie notwendig die aktuelle VdK-Kampagne Aktion gegen Armut ist."
Dies erklärte der Präsident des Sozialverband VdK Deutschland, Walter Hirrlinger, am Tage der Verkündung des Armutsberichtes. Der Sozialverband VdK fordert als Sofortmaßnahme, die Hartz-IV-Regelsätze auf 420 Euro anzuheben. Davon würden alleinerziehende Mütter, bedürftige Rentner und Langzeitarbeitslose gleichermaßen profitieren. Außerdem müsse rasch wieder die Möglichkeit geschaffen werden, große einmalige Belastungen wie bei der Einschulung von Kindern, dem Ersatz von Haushaltsgeräten oder notwendigen Reparaturen, von den Sozialämtern finanzieren zu lassen. Von 347 Euro pro Monat könne man keine Rücklagen bilden.
Jedes sechste Kind lebe inzwischen von Hartz IV, stellte Hirrlinger fest. Da könne man den reichsten fünf Prozent der Bevölkerung, die rund ein Drittel des gesamten Volksvermögens besitzen, durchaus die Wiedereinführung der Vermögenssteuer zumuten. Zudem müsse der Hartz-IV-Satz für Kinder um mindestens 20 Prozent von 208 auf 250 Euro angehoben werden.
Hirrlinger: "Wir brauchen Armutsbeauftragte in Bund und Ländern, die sich Sozial-, Arbeitsmarkt-, Gesundheits- und Bildungspolitik gleichermaßen annehmen und koordinieren." In Thüringen gibt es seit Jahren keinen Armutsbericht mehr. Die Landesregierung sollte sich an Hessen ein Beispiel nehmen, das jetzt reagierte und einen Armutsbericht vorlegen wird, fordert der VdK-Landesverband Hessen-Thüringen im Rahmen der VdK-Aktion gegen Armut und der Kreisverband Nordthüringen unterstützt die Forderung voll! Die Diskussion der Problematik mit Lokalpolitikern hat in den Ortsverbänden begonnen. Doch entscheidende Weichen werden im Land und beim Bund gestellt und wir fordern die Abgeordneten unserer Region hier wirksam zu werden.
Wenn heute 700.000 der Minijobber in Deutschland über 65 Jahre über das Rentenalter von 65 hinaus für ihre Existenz arbeiten müssen, dann stimmt etwas nicht. Deshalb muss die Rente nach Mindesteinkommen wiederkommen. Sonst laufen Geringverdiener zunehmend Gefahr, in Altersarmut zu geraten.
Klaus Henze, Artern
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnzDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
