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Stadtcafé Sondershausen und kein Ende?

Mittwoch, 21. Mai 2008, 17:47 Uhr
Einige Gedanken zum Verkauf des Stadtcafe in Sondershausen hat sich unserer Leser Rainer Scheerschmidt gemacht. Hier seine Stellungnahme zu einem Objekt, welches in Sondershausen schon für viel Diskussion gesorgt hat...

Keine potenten Investoren bitte- in Sondershausen ticken die Uhren anders

Bitte keine Investoren mit ernsten Absichten, könnte man meinen, wenn man die gegenwärtige Vermarktungsstrategie von Immobilien und Gewerbeflächen in Sondershausen betrachtet. Während man in allen Kommunen Investoren sucht und diese auch fördert, geht man in der Kreisstadt andere Wege, nämlich: „Wie kann man Investoren am Besten verprellen und von ihren Absichten abhalten.“

Jüngstes Beispiel: die Renovierung und Nutzung der Ruine „Stadtcafe“. Jede Kommune wäre froh gewesen, potentielle Investoren zu bekommen, nur nicht die Stadtverwaltung von Sondershausen. Es ist wirklich ein Spiel mit gezinkten Karten, wenn man Investoren planen und Entwürfe erarbeiten lässt, die übrigens nicht billig waren, um dann zu sagen: April, April außer Spesen nichts gewesen.

Wer so, wie im Fall des Stadtcafes potentielle Investoren verprellt, darf sich nicht wundern, wenn diese Sondershausen meiden. Ist man im Rathaus der Meinung, so etwas spricht sich nicht herum? In Tirol spricht sich dieses sicherlich herum und es werden immer weniger Investoren werden, die ihr Geld in solche unsicheren Regionen stecken. Dabei wäre Tirol eine Region gewesen, die auch mit Touristen, die Wirtschaft hätte ankurbeln können. Schade!

Lassen wir uns überraschen, was der neue Besitzer aus dem Stadtcafe macht. Vermutlich nicht viel, da alles nur auf den Erhalt von Fördermitteln abgestimmt ist. Bisher achtete die Stadtratsfraktion der CDU immer darauf, bei jedweder Maßnahme zu begründen, man dürfe sie nicht ablehnen, da Arbeitsplätze geschaffen würden. Wie steht es bei dieser Konstellation damit?
Für uns, als Ortsverband des Volksinteressenbund Thüringen, ist alles keine Verkettung unglücklicher Zustände, sondern System.

Es ist die logische Fortsetzung der bisherigen Kommunalpolitik zu Ungunsten der Bevölkerung und der Stadt Sondershausen. Vor Jahren verschenkte man das Clubhaus Stocksen an Big Dipper und musste es für ca. 200000,00 € (In Worten: zweihunderttausend Euro) zurückkaufen. Auch dort waren unglückliche Umstände die Erklärung der Ausgabe.
Man kaufte die Möbel des Cafe Pille, entgegen aller Forderungen der Thüringer Kommunalordnung und unter Täuschung des Stadtrates.

Obwohl es ein Amt für Wirtschaftsförderung gibt, tut man nichts oder nichts Spürbares zur Vermarktung der brachliegenden Gewerbeflächen. Schlimmer noch, man wiegt sich in Sicherheit und Ruhe und lässt diese Flächen von Anderen (LEG) angeblich vermarkten. Es tut sich aber nichts!

Immer und immer wieder wird von Seiten der Wirtschaftsförderung von angeblichen Investoren gesprochen, die nicht genannt werden dürfen, die aber dann schlussendlich auch nicht da sind.
Welches Spiel treibt das Amt für Wirtschaftsförderung eigentlich?
Warum zieht es Investoren immer wieder von Sondershausen nach Nordhausen? Die Beantwortung der Frage ist ganz einfach.
Sondershausen reklementiert Investoren, Nordhausen nicht. Der Vertrag über die Städtepartnerschaft zwischen Nordhausen und Sondershausen regelt auch ganz klar, dass Nordhausen in der Ansiedlung von Investoren Vorrang vor Sondershausen hat.
Alle Fraktionen sprachen sich für die Erhaltung des Vertrages aus und bis heute ist dieser nicht gekündigt.

Es hat bisher auch keine Fraktion im Stadtrat diese Missstände aufgegriffen und konkret die Frage gestellt: was nützt Sondershausen? Bei einer Beibehaltung des jetzigen Kurses der Kommunalpolitik, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich Sondershausen zu einer toten Stadt, aber dafür auf hohem kulturellem Niveau entwickelt.

Nicht die Schaffung von Arbeitsplätzen sondern alles Andere stehen im Mittelpunkt der Kommunalpolitik unterstützt von den Mitgliedern des Stadtrates. Wir sind gespannt, welche Stadtratsfraktion als erste konkrete Fragen zu diesen Problemen stellt und ernsthafte Konsequenzen fordert.

Rainer Scheerschmidt
Vorsitzender des
Volksinteressenbund Thüringen
Ortsverband Sondershausen.
Anmerkung der Redaktion:
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Autor: khh

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