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Kinderarmut, eine Schande für dieses Land

Montag, 26. Mai 2008, 09:29 Uhr
Mit dem Problem der Kinderarmut beschäftigt sich diese Pressmitteilung des VIBT. Mehr erfahren Sie hier...

Genau genommen sind natürlich die Kinder nicht arm, sondern deren Eltern, die nicht genügend Geld haben (Arbeitslosigkeit, HartzIV, Niedriglohn).
Kinder wollen essen, gekleidet, gefördert und unterhalten werden. Kinder brauchen gesunde Ernährung, Vorsorgeuntersuchungen und Zahnspangen.
Kinder brauchen Aufmerksamkeit, Wertschätzung und geistige Herausforderungen schon als Baby.

Doch Eltern, die arbeitslos und arm sind, bringen oft weder das Geld noch die Kraft für die Bedürfnisse ihrer Kinder auf. Im Gegenteil: Sie geben oftmals ihr Gefühl von Demütigung und Deklassierung und ihr mangelndes Selbstwertgefühl sowie ihre Demoralisierung an ihre Kinder weiter. Sie geben sich auf und ihre Kinder gleich mit. Soziale bzw. materielle Armut wirken sich in vielfacher Hinsicht auf Kinder und deren Entwicklung aus, z.B.. bei der Ernährung.
Es ist heute zu befürchten, dass Kinder die in Armut leben, arm bleiben und auch deren Kinder werden arm sein.

Der seit Jahren laufende Abbau des Sozialstaates, wie die Kürzungen der Sozialleistungen, die Ausweitung des Niedriglohnsektors, die Überschuldung von Kommunen und Privathaushalten ist längst in der Lebenswirklichkeit bei den Kindern angekommen.
Ob ABM für Eltern, ob Sonderstützungen für Kleidung oder betreute Freizeitangebote, ob sozialpädagogische Familienhilfe oder außerschulische Förderung- die flankierenden Hilfsangebote, die viele Jahre aus staatlichen Mitteln finanziert wurden und das Gefährdungspotential für Kinder und Familien wenigstens eingrenzen konnten, fallen im Zuge der andauernden Reformpolitik weg oder werden auf ein Minimum reduziert.
Das Zusammenleben in Familien, die arm oder von Arbeitslosigkeit betroffen sind, ist von extremen Stress und Druck geprägt.

Die Kinder dieser Familien sind von Ausgrenzung betroffen und Anfeindungen ausgesetzt, da sie in der „Ich-bin-was-ich-kaufe“ Gesellschaft nicht mithalten können.
Ihre Familien können sich viele Freizeitaktivitäten und einen Urlaub nicht leisten.
Die Gründe jedenfalls für die steigende Kinderarmut liegen auf der Hand: Die Massenarbeitslosigkeit trifft nicht nur die direkt Betroffenen, sondern auch ihre Familien oder familienähnlichen Gemeinschaften. Der Umbau des Sozialstaates wird auf Kosten der weniger Leistungsfähigen fortgesetzt. Weniger leistungsfähig im Sinne des Profits sind die Alten, die Familien mit Kindern, die Kinder selbst.

Andreas Links 99706 Großberndten
Volksinteressenbund Thüringen (VIBT)
P.S. Die Armut kommt auf leisen Sohlen, aber mit schnellen Schritten.
Autor: khh

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