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Unsere Kinder vor Armut schützen

Donnerstag, 29. Mai 2008, 17:07 Uhr
Der internationale Kindertag, der 1. Juni, steht wieder vor der Tür. Es ist kein obligatorischer Feiertag mehr, doch zunehmend werden in den Kommunen und durch Vereine wieder Veranstaltungen im Zeichen dieses Tages gestaltet. Dazu eine Betrachtung von Klaus Henze...

Thematisch mit Armut auseinandergesetzt (Foto: Reiber) Thematisch mit Armut auseinandergesetzt (Foto: Reiber)
Bei einer Diskussion des VdK-Ortsverbandes Bad Frankenhausen zum Thema Armut mit Oberschülern, an der auch der Bürgermeister der Stadt Matthias Strejc teilnahm, erkannten die Gymnasiasten, dass es schnell gehen kann mit dem „…und raus bist du“

Das ist gut so, denn die Kinder sind unser wichtigstes Gut und unsere Zukunft. Sie haben wohl am Sozialabbau, der Arbeitslosigkeit der Eltern und Hartz IV am meisten zu leiden. Weil dies wohl ein wichtiges Thema für den bevorstehenden Wahlkampf ist, entdecken auch Politiker wieder ihr Herz für Kinder. Der Sozialverband VdK hat vor Wochen zum Kampf gegen Armut aufgerufen, nicht nur gegen die Verarmung der Rentner, aus deren Reihen die meisten VdK-Mitglieder kommen, sondern auch gegen die Armut bei Kindern. Immerhin blutet den Omas und Opas das Herz, wenn sie das Elend mancher Kinder mit ansehen müssen.

Deshalb fordert der Sozialverband VdK auch eine bessere Betreuung und Bildung für Kinder als frühe Prävention gegen Armut. Eine deutliche Anhebung des Hartz-IV-Regelsatzes für Kinder hat der Präsident des Sozialverbands VdK Deutschland, Walter Hirrlinger, angesichts des aktuellen Berichts des Prognos-Instituts zur Kinderarmut gefordert. "Der Regelsatz muss mindestens von 208 auf 250 Euro steigen, damit betroffene Kinder nicht Gefahr laufen, dauerhaft ausgegrenzt zu werden." Laut Bericht sind fast zwei Drittel der Kinder von Hartz-IV-Empfängern armutsgefährdet.

Die Zahlen zeigen, dass besonders Alleinerziehende, kinderreiche Familien und Migranten von Armut bedroht sind. Der VdK macht in seiner aktuellen Kampagne gegen Armut auf die alarmierend zunehmende Kinderarmut aufmerksam. Er fordert als präventive Maßnahmen eine bessere Kinderbetreuung, damit beispielsweise Alleinerziehende die Möglichkeit haben, arbeiten zu gehen statt Hartz-IV zu beziehen.

Im Rahmen der Gesellschafter-Diskussion „In welcher Gesellschaft wollen wir leben?“ führten VdK-Mitglieder des Ortsverbandes Roßleben an der Bottendorfer Grundschule und des Ortsverbandes Bad Frankenhausen mit Gymnasiasten Gespräche zur Armut und mussten dabei feststellen, dass das Problem weder den Grundschülern noch den Gymnasiasten fremd ist. Zum Tag der offenen Tür des VdK in der Beratungsstelle Artern berichtete Frau Franke von der Thüringer Arbeitsloseninitiative von den Anstrengungen für Schulkinder eine kostenlose Pausenversorgung zu sichern. Das Flächendeckend zu tun, hat natürlich auch diese Initiative nicht die Kraft.

Der VdK forderte die Landesregierungen auf, dafür zu sorgen, dass kein Kind in den nächsten Jahren die Schule ohne einen qualifizierten Abschluss verlässt. "Bildungschancen sind Lebenschancen. Bildungsarmut zieht in der Regel Einkommensarmut nach sich. Ein Schulabschlusss hingegen verbessert deutlich die Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen. Das gilt besonders auch für Kinder mit Behinderungen. Sie gehören in die Regelschule. Kinder mit und ohne Behinderungen gehören unter ein Dach. In den meisten Ländern der EU liegt die Integrationsquote bei weit über 60 Prozent, in Deutschland hingegen nur bei 12 Prozent. Das sind Probleme, die unser Handeln fordern, nicht nur am Internationalen Kindertag!
Klaus Henze
Autor: nnz/kn

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