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Roßlebens Bürgermeister im Unternehmergespräch

Mittwoch, 04. Juni 2008, 13:58 Uhr
Auf Einladung der Wirtschaftjunioren Burgenlandkreis e. V. nahm Roßlebens Bürgermeister Rainer Heuchel (SPD) kürzlich an einer Gesprächsrunde mit Unternehmern in Naumburg teil. Es ging dabei um das Rahmenthema „Kali, Kalk und Kohle – die Bodenschätze des Burgenlandkreises“. ..

Die Gesprächsrunde, im Burgenlandkreis bekannt als „Naumburger Salongespräch“, wurde moderiert vom Prorektor der Technischen Universität Merseburg, Herrn Prof. Körbs.
Teilnehmer waren Manager der Mitteldeutschen Braunkohle AG, darunter der Leiter der Einkaufsabteilung, Werbefachleute, Vertreter des Landratsamtes Burgenlandkreis, Unternehmensberater u. a. Fachleute.

Prof. Körbs referierte zu verschiedenen Aspekten der Energiegewinnung. Vor- und Nachteile der Energiegewinnung aus Kohle, Erdöl und Gas stellte er der Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen gegenüber. Er verdeutlichte, dass es immer um eine Betrachtung des Aufwandes im Gesamtkreislauf von Bereitstellung, Energiegewinnung und Nachsorge gehen müsse. Beispielsweise verwies er auf den erheblichen Energieverbrauch, den die Herstellung von Windkraftanlagen oder Solarzellen erfordert, ebenso deren Entsorgung nach Ablauf der Nutzungsdauer.

Anfragen richteten sich auch an Roßlebens Bürgermeister Heuchel zum Stand der Projektvorbereitung „Revitalisierung des Kaliabbaus“. Er hob die konstruktive Zusammenarbeit der drei benachbarten Landkreise und der Stadtverwaltung Roßleben hervor. Man müsse die Ergebnisse der derzeit laufenden „Machbarkeitsstudien“ von Interessenten am Kaliabbau abwarten. Das Ganze stehe unter positiven Vorzeichen, so schätzte er ein.


Anschließend meldete sich der Vertreter der Mitteldeutschen Braunkohle AG zu Wort. Er erläuterte an Beispielen die Komplexität und die Kompliziertheit der Investitionsvorbereitung beim Aufschluss neuer Braunkohlentagebaue.

Er plädierte dafür, mit der Öffentlichkeitsarbeit zu beginnen und hier in die Offensive zu gehen. Bei Lützen soll ein neues Abbaufeld erschlossen werden. Vorher wird, in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Vorgeschichte Halle, dieses Gelände archäologisch untersucht werden, auf dem 1632 die Schlacht zwischen den schwedischen und den kaiserlichen Truppen stattgefunden hatte.

Ferner erläuterte er Details der hohen Abgabenbelastung, die die Energiegewinnungsunternehmen in Deutschland zu tragen hat. Es sei geplant, eine Reihe von Kleinindustriekraftwerken im Raum Zeitz, Altenburg demnächst durch eine leistungsfähigere Einheit zu ersetzen. Er schnitt ferner das Problem der Deckung des Fachkräftebedarfes an. Der Rohstoffreichtum des Burgenlandkreises stellt eine gute Perspektive für Beschäftigung und soziale Sicherheit dar. Bei der Bewertung der Art der Energiegewinnung sei Realismus und die Beleuchtung aller Vor- und Nachteile angesagt. Er schätzte ein, dass längerfristig die Kosten der Energiegewinnung und damit die Verbraucherbelastung durch regenerative Energien um ein Mehrfaches höher sei als bei der Energiegewinnung aus fossilen Rohstoffen.
Autor: khh

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