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Hausbesuche

Dienstag, 10. Juni 2008, 07:05 Uhr
Mit dem Hausbesuchsprogramm des Jugendamtes zur Verbesserung des Kinderschutzes hat man im Landratsamt Kyffhäuserkreis einen Volltreffer gelandet. Worum es geht, erfahren Sie hier...

Das Jugendamt des Kyffhäuserkreises besucht seit Juni diesen Jahres jede Familie im Kyffhäuserkreis, die ein Kind bekommen hat. Bei ca. 600 Geburten im Jahr ist das ein sehr anspruchsvolles Programm. Es wird aber nicht nur ein simples Besuchsprogramm, sondern es steckt neben dem Überbringen der Glückwünsche wesentlich mehr dahinter. Denn bei dem Besuch werden wichtige Informationsmaterialien in Form eines Babykalenders (Bild) und eines Buches „Gesund aufwachsen“ überreicht, sowie notwendige Hilfe und Unterstützung angeboten.

Hausbesuchsprogramm Kyffhäuserkreis (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Hausbesuchsprogramm Kyffhäuserkreis (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Es geht schon beim Anschreiben los. Jeder Besuch wird vorher mit einem Brief angekündigt. Dieser enthält neben den Glückwünschen schon eine Menge Informationen für die neuen Eltern. Neben den Sprechtagen des Jugendamtes und deren Anschrift, werden für solch wichtige Fragen, wie
  • Bundeselterngeld
  • Kindertagesstätten
  • Vermittlung und Bezuschussung von Tagespflege/Elternbeiräte vom Kindertagesstätten
  • Unterhaltsfestsetzungen/Beistandshaften/Beurkundungen
  • Vormundschaften und Beurkundungen (Vaterschaftsanerkennungen, Unterhalt und Sorgerechtserklärungen)
  • Sorgerechts- und Umgangsfragen

die Ansprechpartner namentlich genannt, sowie die zugehörige Telefonnummer angegeben.
Natürlich enthält auch das Schreiben den Termin, an dem die Sozialarbeiterin (mit Namen) kommen wird und die Telefonnummer, wenn man einen anderen Termin vereinbaren möchte. Als Anlagen werden mitgesendet eine Glückwunschkarte, einen Wegbegleiter (kleines Kärtchen mit den wichtigsten Notfallnummern) und einen Flyer der Elternschule.

Hausbesuchsprogramm Kyffhäuserkreis (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Hausbesuchsprogramm Kyffhäuserkreis (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Der beim Besuch mitgebrachte Babykalender ist schon eine sehr große Informationsquelle. Hier werden die Eltern informiert, auf welche Entwicklungsetappen bei der Kindesentwicklung und welche Vorsorgeuntersuchungen man beachten muss. Es gibt Informationen zur Ersten Hilfe auch an die Impftermine, die zu beachten sind, wird erinnert.
Aber auch die Ordnermappe mit vielen Einlegeblättern liefert weitere wichtige Informationen, so gleich auf der ersten Innenseite wichtige Informations- und Notfallnummern. Und auch ein Gutschein über 25 Euro der Kyffhäusersparkasse liegt bei.

Durch dieses Projekt will der Kyffhäuserkreis seine Kinderfreundlichkeit zeigen und will allen Müttern und Vätern wichtige Hilfe anbieten, mit dem Ziel den Kinderschutz zu stärken. Mit diesem ehrgeizigen Projekt hat man im Kyffhäuserkreis einen sehr wichtigen Schritt getan. Und wie kommt das Projekt an? Beim Gespräch mit Sabine Bräunicke, Jugendamtsleiterin des Kyffhäuserkreises zeigte sie sich sehr zufrieden. Die ersten Besuche sind gelaufen und das Hausbesuchsprogramm wird sehr gut angenommen.

Im Gespräch erläuterte Sabine Bräunike, dass man sich ebenfalls mit den Kommunen in Verbindung gesetzt hat, um die dort bestehenden Begrüßungsprojekte Neugeborener miteinander zu verbinden. Zu den Fragen der Datenbeschaffung erläuterte sie, dass das Land Thüringen dazu eine Änderung der Thüringer Meldeverordnung mit der Ergänzung eines „§21 a Datenübermittlung an die Jugendämter“ beschlossen hatte, in dem auf der Grundlage der §§ 14 und 16 Achtes Sozialgesetzbuches (SGB VIII) ein Datenabgleich zwecks Informationen über Neugeborene stattfinden kann.

Bleibt zusammenfassend nur zu sagen, so ein Hausbesuchsprogramm sollten alle Thüringer Landkreise auf die Beine stellen. Denn so ein Hausbesuchsprogramm sollte auch zu einer noch besseren Zusammenarbeit zwischen Eltern und Jugendämtern führen.
Autor: khh

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