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Schutz vor Arzneimittelfälschungen

Mittwoch, 11. Juni 2008, 12:13 Uhr
Arzneimittelfälschungen sind ein lukratives Geschäft. Nicht nur in Dritte-Welt-Ländern treibt der Handel mit den Plagiaten seine Blüten. Aktuelle Zahlen von Zoll und Bundeskriminalamt zeigen, dass auch hierzulande die Kriminalität in diesem Bereich immer weiter zunimmt...


Unter dem Motto "Mit Sicherheit für Sie da" informieren die Thüringer Apothekerinnen und Apotheker am morgigen "Tag der Apotheke" darüber, wie Verbraucher sich vor Fälschungen schützen können. "Wer sich vor gefälschten Medikamenten schützen will, sollte auf die wohnortnahe Apotheke vertrauen", rät der Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Thüringen, Danny Neidel.

"Die pharmazeutischen Hersteller müssen bei der Produktion strenge Qualitätsvorschriften einhalten. Zusätzlich kontrolliert jede Apotheke täglich Fertigarzneimittel, prüft Verpackungen, Blister und Beipackzettel", erklärt der Apotheker.

"Wir raten Verbrauchern ab, Arzneimittel aus unseriösen Quellen zu beziehen. Vor allem im Internet tummeln sich zahlreiche dubiose Anbieter, die mitunter nicht von legalen Versandapotheken zu unterscheiden sind", ergänzt Neidel. Selbst Qualitätssiegel und Zertifikate auf Webseiten können leicht gefälscht werden, um Seriosität zu vermitteln, gibt Neidel zu bedenken.

"Wer beispielsweise verschreibungspflichtige Medikamente bestellt, ohne ein Rezept vorlegen zu müssen, sollte stutzig werden. Denn vor allem rezeptpflichtige Lifestyle-Präparate wie Appetitzügler und Potenzmittel stehen auf der Fälschungsliste ganz oben."

Nicht immer können Plagiate von echten Arzneimitteln unterschieden werden: Fehlen Verpackung, Beipackzettel oder ist der Blister beschädigt, sollten Patienten das Medikament besser nicht einnehmen. Wer vermutet, ein gefälschtes Medikament gekauft zu haben, kann sich an eine Apotheke wenden. Äußerlich "echt" aussehende Produkte können nur durch eine chemische Analyse als Fälschung identifiziert werden. "Wir raten dringend davor ab, vermutlich gefälschte Arzneimittel einzunehmen", warnt Neidel. "Bestenfalls ist das Präparat wirkungslos, es kann aber auch die Gesundheit schädigen."

Um die Gesundheit von Patienten zu schützen, fordern Thüringens Apotheker deshalb die Reduzierung des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Präparaten auf das europarechtlich gebotene Maß. "Einige Politiker zeigen mit ihrem Engagement bereits den ersten Schritt in die richtige Richtung. Nun muss die Bundesregierung Initiative ergreifen", verlangt Neidel.
Autor: nnz/kn

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