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Schnell reagiert?

Donnerstag, 12. Juni 2008, 22:05 Uhr
Vor einer Woche war beim Jugendhilfeausschuss festgestellt worden (wir berichteten), dass es mit der Schwimmausbildung im kreis nicht zum Besten gestellt ist. Die SPD-Fraktion im Kreistag hat schnell reagiert und auf der Kreisausschusssitzung am Mittwoch einen Antrag eingebracht. Aber schnell und schnell ist relativ, wenn man dahinter schaut. ...

Der Hintergrund des Ganzen ist eigentlich ganz einleuchtend: Jedes Kind sollte möglichst schwimmen können, um sich bei Bedarf in bestimmten Situationen selbst retten zu können. Laut SPD Informationen fanden in den vergangenen Jahren nur an sieben Grundschulen ein halbjährlicher Schwimmunterricht statt. Insgesamt konnten damit bei ca. 40% der beteiligten Schülerinnen und Schüler ein Schwimmfähigkeit von 15 Minuten entwickelt werden. Das ist nicht viel, denn nach SPD-Informationen betrug im Landkreis Sömmerda die Rate bei 80%.

In Anbetracht dessen stellte die SPD-Fraktion den Antrag, dass der Kreistag den Landrat beauftragt, gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt Artern ein Konzept zur Umsetzung des Schwimmunterrichtes in den Klassenstufen 3 und 4 zu entwickeln. Dabei macht die SPD den Vorschlag, dass dieses Konzept mit dem Jahr 2009 umgesetzt werden soll.

In ihrer Antragsbegründung verweist die SPD-Fraktion auf den Thüringer Lehrplan, der mindestens einmal ganzjährig im Rahmen des obligatorischen Schwimmunterrichts erteilt werden soll. Dabei verweist die SPD auch auf den Thüringer Landtag vom 22. Juni 2007, der per Beschluss ausdrücklich die besondere Bedeutung des Erwerbs der Schwimmfähigkeit betont und Schulleitungen und Schulträger auffordert, die dafür notwendigen Bedingungen zu schaffen.

Wenn die von der SPD-Fraktion ermittelten o.g. Zahlen der Schwimmfähigkeit im Kyffhäuserkreis so schlecht ist, dann fragt man sich unwillkürlich, warum haben die Verantwortlichen fast zwei Jahre ins Land gehen lassen und darauf gewartet, dass die SPD-Fraktion endlich auf die Einhaltung eines solchen Beschlusses besteht. Auch stellt man sich mit der Kenntnis dieses Beschlusses die Frage, warum haben Landtagsmitglieder die Durchsetzung dieses eigenen Beschlusses noch nicht kontrolliert deren Durchsetzung angemahnt?

Und im Laufe der Jahre wird die Durchsetzung eines solchen Konzepts nicht leichter. Denn ganz ohne Kosten ist so etwas nicht durchsetzbar. Und wenn dann die SPD fordert, dass die Gesamtausgaben durch die Umsetzung dieser sehr wichtigen Forderung ohne Erhöhung der Gesamtausgaben erfolgen soll, dann muss man auch Ross und Reiter benennen, wo das Geld herkommen soll, oder was dafür gestrichen werden soll. Zumindest ganz ohne Diskussionen wird dieses Konzept wohl nicht über die Bühne gehen. Bleibt aber nur zu hoffen, dass nicht die Kinder die Leidtragenden sind. Denn jedes Kind, das wegen fehlender Schwimmkenntnisse ertrinkt, ist ein Kind zu viel
Autor: khh

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