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Was zahlt Stadt wirklich?

Samstag, 14. Juni 2008, 07:01 Uhr
Die Sitzung des Hauptausschusses der Stadt Sondershausen am Donnerstag hat wieder mal gezeigt, dass nicht jeder mit dem Ausbau der Cruciskirche so richtig einverstanden ist, und auch die Mittel der Stadt falsch eingesetzt wären. Wir haben mal nachgefragt...

Wie wir bereits gestern berichteten, hatte der Vertreter der Nubi, Gerhard Axt, gegen die Verwendung von Steuergeldern der Stadt für den Aufbau des Bürgerzentrums gestimmt. Bei dem vielen Zahlensalat der da unterwegs ist, finden sich viele Leute nicht mehr zurecht. Damit man mal eine Vorstellung hat, wer hier wie viel zahlen wird, traf sich kn heute mit dem Vorsitzenden des Fördervereins Cruciskirche Sondershausen e.V., Wolfgang Wytrieckus.
Stand Bau Cruciskirche Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Stand Bau Cruciskirche Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Wie man dem Foto entnehmen kann, ist mit dem diese Woche begonnenen Einzug der Deckenelemente ein wichtiger Schritt getan, so dass es in der Cruciskirche Innen bald trocken zugehen wird.
Bezüglich der Finanzen zeigte Wytrieckus, wie sich die Finanzierung darstellt. Für den Bauabschnit 3 und 3a werden von der Stadt ca. 75.000 Euro zugeschossen. Der Förderverein selbst wird nochmals die gleiche Summe in Form von Spenden und Eigenleistungen aufbringen. Der Rest zu den rund 500.000 Euro werden Land und Bund in Form von Fördergeldern zuschießen.

Hinsichtlich des Gesamtvorhabens, das immerhin rund 2,3 Mio. Euro kosten wird, werden die Stadt und wieder der Förderverein je 300.000 Euro aufbringen. Der Rest von ca. 1,7 Mio. Euro wird hauptsächlich durch die Förderprogramme von Land und Bund aufgebracht. Mit dieser Finanzierung, so Wytrieckus, hat es die Stadt geschafft, mit den 300.000 Euro eine Ruine zu beseitigen, deren Abriss und Folgebeseitigung der Stadt auch erhebliche Kosten bereitet hätte. So hätte man eben, statt eines vielleicht schnöden Parkplatzes, ein Bürgerzentrum geschaffen, das auch noch einen erheblichen architektonischen Wert hat und dem Ansehen von Sondershausen Recht trägt.

Hinsichtlich der Meinung der Nubi, man brauche so ein Bürgerzentrum nicht, da es genügend leerstehende Räume in Sondershausen gäbe, kann man geteilter Meinung sein, geäußert gestern im Hauptausschuss der Stadt Sondershausen. Es wäre ehrlicher gewesen, von Anfang an alle Argumente gegen den Ausbau des Bürgerzentrums auf den Tisch zu bringen, als jetzt, wo man schon mitten in der Bauphase steckt noch nach und nach Argumente gegen das Konzept vorzutragen, dass in dieser Form schon lange so bestehe und bekannt ist. Denn hier muss man natürlich fragen, wenn das Bürgerzentrum so unerwünscht sei, warum wurden dann nicht vor der stärkeren Beteiligung der Stadt Aktionen, wie Unterschriftensammlungen, Volksbegehren (so möglich) oder Bürgerinitiativen gegründet?
Stand Bau Cruciskirche Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Stand Bau Cruciskirche Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Wenn man den Baufortschritt betrachtet, die weiße Markierung zeigt, wo hinten mal der Bürgersaal sein wird, so muss man schon sagen: Nicht mehr über den Bau an sich diskutieren, denn das bringt außer Frust und viel zusätzliche Arbeit wahrscheinlich kaum noch etwas, sondern sehen, dass man die Baukosten im Auge behält und diese nicht aus dem Ruder laufen lässt. Anstatt zu überlegen, wie man die Sache noch ausbremst, sollte man eher Möglichkeiten suchen, wie der Eigenanteil hinsichtlich Spenden aber auch durch Eigenleistungen erhöht werden kann. Auch an Spenderkonzerte sollte und ähnliches man denken.

In einem Gespräch äußerte ein Leser sogar die Idee, eine Lotterie zu Gunsten der Cruciskirche zu machen. Zwar etwas abwegig die Idee, aber warum nicht? Wenn es zusätzlichen Mittel für das Bürgerzentrum bringt? Auch wenn es wiederum bedenklich ist, die Spielsucht anzuheizen. Aber vielleicht hat noch jemand andere Ideen. Dann sollte man sie jetzt äußern.
Autor: khh

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