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Ein Blick nach Wangen

Donnerstag, 19. Juni 2008, 07:01 Uhr
Viele Augen blicken morgen nach Wangen wegen des Jubiläums der Arche Nebra. Auch Landrat Peter Hengstermann (CDU) wird in den Nachbarkreis fahren. Es gibt aber noch etwas anderes in Wangen, dass zu deutlicher Kritik Anlass gibt...

Wangen ist eigentlich ein Ort, der nicht so bekannt ist, obwohl sich in diesem Ort die sogenannte Arche Nebra befindet, in der die Himmelscheibe museal einen Platz gefunden hat. Als ehemaliger Bergmann hab ich mich auch für die Schachtanlage in Wangen interessiert. Der Schächte „Unstrut“ und „Georg“ wurden mit einer Tiefe zwischen 529 m und 547 m. aufgefahren. Die Schächte wurden zwischen 1912 und 1914 geteuft. Das Rohsalz wurde in den späteren Jahren mit einer Seilbahn zur KCL-Fabrik nach Roßleben transportiert.
Heute hat sich auch dem Schachtgebiet eine holzverarbeitender Betrieb angesiedelt. Zu sehen sind noch die Betonabdeckung mit eingelassen „Grabsteinen“, die eine Auskunft über die Schächte geben.

Ein Pförtnerhaus und das Fördermaschinengebäude vom Schacht „Unstrut“ stehen noch. In diesem Gebäude steht noch die Fördermaschine. Es ist eine elektrische Fördermaschine. Leider haben hier Vandalen ihr Unwesen getrieben. Es wurde vieles zerstört. Es ist unverständlich, dass man hier nicht ein Museum eingerichtet hat. Normaler weise ist ein Fördermaschinengebäude ein Prunkstück jeder Schachtanlage. Deshalb tut es weh, wenn man die Zerstörungen betrachtet. In ein paar Kilometer Entfernung wurde ein millionenwerte Investition getätigt, um historisches Kulturgut der Öffentlichkeit kund zu geben. Ein paar Tausend EURO hätten gereicht, um hier ein technische Denkmal aus der Bergbaugeschichte zu erhalten.
Schachtanlage Wangen (Foto: Hans-Jürgen Schmidt) Schachtanlage Wangen (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)

In einem Zeitungsartikel im Heimat-Echo- Unstruttal wird gefordert, dass der Unternehmenssitz eines zu erwartenden Bergwerks zukünftig im Burgenlandkreis (Wangen liegt im Burgenlandkreis) angesiedelt wird. Nanu, plötzlich zeigt man von den Verantwortlichen im Burgenlandkreis Interesse für den Bergbau. Auf der anderen Seite lässt man technisches Kulturgut aus der vergangen Bergbauzeit vergammeln. Laut Auskunft der GVV ist das Fördermaschinengebäude an die Gemeinde Wangen übergegangen. Im Vertrag ist dies explizit vereinbart.
Einige Bilder soll den Zustand im Fördermaschinengebäude dokumentieren:
Die Bilder wurden am 4.6.2008 aufgenommen.


Text und Bilder:
Hans-Jürgen Schmidt
Sondershausen

Hinweis der Redaktion:
Es könnte durchaus passieren, dass zwar Thüringer Kalisalz bei Roßleben gewonnen wird, die lukrativen Anlagen zur Verarbeitung und Verwaltungen werden im benachbarten Burgland-Kreis (sprich Sachsen-Anhalt) installiert. Nur werden sich das viele im Kyffhäuserkreis nicht so vorgestellt haben, wenn man nicht aufpasst.
Autor: khh

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