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Arterner Ansichten 23: Baden in der Unstrutstadt

Samstag, 21. Juni 2008, 07:02 Uhr
Mit dem Wetter und demzufolge mit dem Baden ist das immer so eine Sache. Wer weiß das besser als die Arterner – aus mehrfacher Hinsicht. Klaus Henze ist der Sache auf den Grund gegangen...

Der Arterner Ober-Wetterfrosch, Frau Evelyn Lange, feierte mit ihrem Team ja erst kürzlich das offizielle 50-jährige Bestehen ihrer Station, bekannte aber, dass sich das Wetter nicht immer an ihre Vorhersagen halte. Doch die Arterner sind knapp bei Kasse und da möchten sie ihr schönes Soleschwimmbad nur an Tagen öffnen, wo auch hunderte Besucher kommen. So gibt neuerdings Jahr für Jahr den Streit, wann man aufmache und wann wieder schließe. Die Kassen der Stadt sind leer und das schöne Bad selbst bei bestem Wetter ein Zuschussgeschäft – übrigens nicht nur in Artern!

In diesem Jahr nutzte der Stellvertreter des Arterner Bürgermeisters, Jens Krautwurst CDU, die Chance der Abwesenheit des Bürgermeisters, entgegen der Festlegung der Stadtverwaltung das Bad 14 Tage eher am 15. Juni statt 1. Juli zu öffnen und zudem noch gleich den ersten Tag für eintrittsfrei zu erklären. Eine feine Geste. Die Frage des SPD-Abgeordneten Bernd Reiber, ob er denn so einfach die Gebührensatzung außer Kraft setzen könne, ging dann allerdings an Bürgermeister Wolfgang Koenen (Linke). Er spielte seinen Stellvertreter allerdings nicht aus.

Das Arterner Soleschwimmbad ist jedenfalls seit dem 15. Juni geöffnet. Wie lange, steht in den Sternen. Zwei Monate waren angekündigt: Vom 1. Juli bis Ende August. Weiter soll das Geld nicht reichen. Das könnte bedeuten, dass das Bad nun Mitte August, noch ein paar Tage vor Ferienende bereits wieder schließt.

Baden in Artern (Foto: Klaus Henze, Artern) Baden in Artern (Foto: Klaus Henze, Artern) Als wir uns vom Badestart am vorigen Sonntagvormittag überzeugen wollten, waren leider nur ein paar Jungs als Fans auszumachen (unser Foto).
Aber wie unsere Fotos in der ersten Zeile der Galerie zeigen, haben die Arterner ein schönes Bad mit zudem 3,25 prozentiger Sole, wie man im Internet der Stadt erfährt. Die Anlagen in dieser Form mit der heute wohl unverzichtbaren Rutsche (die Frankenhäuser wollen sie ja allerdings abbauen) bietet einen schönen Anblick. Diese Gestalt des Bades ist das Ergebnis der Sanierung unter Ex-Bürgermeister Harald von Riesen (FDP) nach aufgetretenen Schäden. Am 1. Juni 1995 wurde das für Millionen umgebaute Schwimmbad wieder eröffnet. Die Kaskaden, über die Sole läuft, stammen noch vom alten Bau. In Artern ist dieses neue sanierte Bad allerdings stark umstritten. Viele sagen, das „Alte“ war besser, praktischer.
Das „Alte“ von den Arternern so geliebte war ein Initiativbau, andere sagten Schwarzbau. Fakt aber ist, als es grünes Licht gab, packte in Artern alles zu. Innerhalb von nur 128 Tagen ein komplettes Freibad mit zwei großen Solebecken, mit Umkleidekabinen, Schwimmeisterhäuschen und weitläufigen Liegewiesen gebaut. Am 16. Februar 1967 war der erste Spatenstich und am 24. Juni 1967 die Eröffnung. Vielleicht haben die Arterner es auch deshalb so ins Herz geschlossen.

Doch natürlich haben die Arterner auch vor 1967 bereits gebadet. Bis dahin bestand die Unstrutbadeanstalt an der Schönfelder Straße, links der Bahnbrücke für die Kyffhäuser-Kleinbahn, in der Nähe der heutigen Tischlerei Müller. Diese Badeanstalt, älteren Arternern noch unter dem Namen des einstigen Betreiber Lannes bekannt, wurde bereits Ende des vorletzten Jahrhunderts gegründet. Zwischenzeitlich gab es aber auch am Glinz in Artern noch eine Badeanstalt in der Unstrut.

Wünschen wir uns, noch jede Menge Badewetter und viele Besucher für das Arterner Sole-Bad, vor allem zu unserem Spaß, aber auch, damit das Loch in der Arterner Stadtkasse nicht noch weiter aufreißt. Was im nächsten Jahr wird, steht noch in den Sternen, zur Zeit sollen noch Verhandlungen mit einem privaten Interessenten laufen, doch ob der ein Schwimmbad rentabel betreiben kann?
Klaus Henze

Fotos:

Erste und zweite Reihe: Ansichten vom Arterner Soleschwimmbad – Fotos Klaus Henze
Dritte Reihe von links: das Flussbad an der Schönfelder Straße vor 1967, das Bad am Glinz 1925 und das Soleschwimmbad in seiner ursprünglichen Form – Fotos Archiv
Autor: khh

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