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Intervenieren in Nordhausen

Mittwoch, 25. Juni 2008, 18:33 Uhr
Im April dieses Jahres wurde in Erfurt die erste Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt eröffnet. In den nächsten zwei Jahren sollen in Thüringen noch drei weitere Interventionsstellen – eine pro Polizeidirektion – eingerichtet werden, um flächendeckende Opferhilfe zu gewährleisten. Jetzt ist Nordhausen dran...


Das Thüringer Sozialministerium finanziert die Personalkosten jeder Interventionsstelle mit 67.500 Euro pro Jahr und die Sachkosten mit 17.500 Euro jährlich. Die nächste Interventionsstelle soll im Bereich der Polizeidirektion Nordhausen eingerichtet werden. Das Gebiet der Polizeidirektion Nordhausen umfasst die Landkreise Eichsfeld, Unstrut-Hainich, Kyffhäuser und Nordhausen.

Vor diesem Hintergrund hat Sozialministerin Christine Lieberknecht (CDU) am morgigen Donnerstag Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltungen, der Landratsämter, der Polizeidirektion und Kriminalpolizeiinspektion Nordhausen, der Polizeiinspektionen aus Nordhausen, Sondershausen, Unstrut-Hainich-Kreis und Eichsfeld, der Familiengerichte, des Thüringer Landtags, des Landesfrauenrates und weitere Expertinnen und Experten eingeladen. Das Gespräch findet am Vormittag statt und ist nicht öffentlich. Im Rahmen dieses Gespräches geht es um die Ziele und die Aufgaben von Interventionsstellen sowie um den konkreten Zeitplan der Errichtung für Nordthüringen.

Sozialministerin Lieberknecht: "Zunächst wird eine Öffentliche Ausschreibung erfolgen. Eine endgültige Zuschlagserteilung über den Standort für Nordthüringen soll im August erfolgen. Ich bin zuversichtlich, dass die geplante Interventionsstelle zum 1. Oktober 2008 in Nordthüringen ihre Arbeit aufnehmen kann. Das Hilfsangebot für Opfer häuslicher Gewalt in Thüringen wird weiter ausgebaut und gestärkt. Ergänzend zu den bisher schon möglichen Opferschutzmaßnahmen, zum Beispiel der Verweisung des Täters aus der Wohnung durch die Polizei, wird das neue Hilfsangebot um die Möglichkeit ergänzt, dass die Interventionsstelle nach Datenübermittlung der Polizei Kontakt zu den Opfern aufnimmt. Opfer häuslicher Gewalt erfahren so künftig nach einem Polizeieinsatz schnelle Hilfe in Form von Beratung, die die Möglichkeit beinhaltet, langfristig Schutz und Sicherheit zu gewähren. Interventionsstellen stärken den Opferschutz und leisten zeitnahe und effektive Beratung und Hilfe."
Autor: nnz

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