NNZ/kn Forum: Auch offiziell gegen Armut
Donnerstag, 26. Juni 2008, 18:16 Uhr
Nunmehr ist es offiziell was jeder, der es wissen will, schon lange weiß. Die Regierung hat den 3. Armuts- und Reichtumsbericht gebilligt und damit bestätigt: Die offizielle Armutsquote in Deutschland liegt danach bei 13 Prozent. Jeder Achte lebt an der Armutsgrenze. Dazu der Beitrag eines Lesers...
Da hilft auch nicht der Tröstungsversuch des Kabinetts, dass ohne Sozialleistungen jeder Vierte am Rande der Gesellschaft leben würde, nicht weiter. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich weiter. Ein extremes Risiko, arm zu sein und zu bleiben, tragen Arbeitslose und Alleinerziehende sowie deren Kinder. Bei Langzeitarbeitslosen liegt die Armutsquote bei 43 Prozent, bei Alleinerziehenden bei 48 Prozent. Jede zweite Familie mit nur einem Elternteil ist arm. Als arm gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens vergleichbarer Haushalte zur Verfügung hat. Die Schwelle liegt für einen Alleinstehenden bei 781 Euro monatlich.
"Sowohl der Armuts- und Reichtumsbericht als auch der Nationale Aktionsplan zur Prävention von Fehlernährung zeigen, wie notwendig die bundesweite Aktion gegen Armut des Sozialverbands VdK Deutschland ist. Die Schere zwischen Arm und Reich und damit auch die Chancenverteilung in unserer Gesellschaft darf nicht noch weiter auseinandergehen", erklärte VdK-Präsident Walter Hirrlinger dazu.
So sei die Zahl von Armut bedrohter Rentnerinnen und Rentner aufgrund von Beitrags- und Steuererhöhungen, Leistungseinschränkungen und Preissteigerungen in den vergangenen fünf Jahren deutlich angestiegen. Die Generation in unserer Region, die nach der Wende nur hin und wieder Arbeit oder Fördermaßnahmen des Arbeitsamtes hatte und jetzt, zumeist gedrängt vorzeitig und mit Abschlägen in Rente geht, bekommt bereits eine Rente nahe oder gar unter der Armutsgrenze. Sozialverbände und auch die Kirchen bekommen die Auswirkungen zu spüren.
Doch ihr Gegensteuern wie die verstärkten Initiativen der Tafeln, ein gesundes Frühstück für Schulkinder, sind zwar richtig und wichtig, können das Problem jedoch nicht lösen. Ein erster richtiger Schritt sei, das vom VdK (und nicht nur von ihm) geforderte Mittagessen in Kindergärten und Schulen einzuführen. Diesem Schritt müssten weitere folgen. "Das Beispiel Schweden zeigt, dass ein längeres Leben und eine bessere Gesundheit für alle möglich sind, wenn die Politik ihre Gestaltungsmöglichkeiten nutzt", erklärt Hirrlinger. Er forderte die Bundesregierung auf, der wachsenden sozialen Kluft in Deutschland entgegenzuwirken.
"Armutsbekämpfung und -vermeidung sind Querschnittsaufgaben." Der VdK-Chef verwies dabei auf Zahlen des Robert-Koch-Institutes zur Einkommenssituation und der damit verbundenen Lebenserwartung. Danach leben Männer aus den oberen Einkommensgruppen im Durchschnitt elf Jahre länger als Männer aus den unteren. Bei Frauen beträgt der Unterschied acht Jahre.
Das Bundesarbeitsministerium versucht den Bericht bereits wieder abzuschwächen, in dem es auf die angebliche 2006 einsetzte Konjunkturbelebung mit dem Rückgang der Arbeitslosigkeit verweist. Doch dieser Aufschwung kommt nachweislich bei Otto Normalverbraucher nicht an. Die Arbeitslosigkeit sank durch Billigjobs, die nicht zum Leben reichen und dazu führen, dass der Anteil armer Menschen in unserem so reichen Land steigt.
Wie hat das Robert-Koch-Institut festgestellt: Großverdiener leben länger. Deshalb plädiert man im Bundestag auch lieber für Steuersenkungen, die beim Arbeitslosen oder Geringverdiener nicht ankommen, sondern bei den guten Freunden, den Besitzern und Managern der Konzerne, denn sie sitzen in der Lobby des Bundestages, mit ihnen ist man befreundet und nicht mit dem Schlosser oder Mauerer in deren Konzernen. Klare Worte dazu vielen durch die Sozialverbände Thüringens auch Anfang des Monats zu ihrem 1. Gipfel im Plenarsaal des Landtages. Dr. Junker sprach klare Worte für den VdK.
Es wurde die Richtung angezeigt, mal sehen, was davon die Thüringer Landesregegierung bis zu den Landtagswahlen umsetzen wird oder was nur schöne Worte von Frau Präsidentin Prof. Dr.. Dagmar Schipanski und Sozialministerin Christine Lieberknecht waren. Doch so lange warten wir nicht, anlässlich des Kreisverbandstages am 11. Oktober in Bad Frankenhausen werden wir unseren Politikern diese Frage ganz offiziell als VdK-Kreisverband erneut stellen.
Klaus Henze
Da hilft auch nicht der Tröstungsversuch des Kabinetts, dass ohne Sozialleistungen jeder Vierte am Rande der Gesellschaft leben würde, nicht weiter. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich weiter. Ein extremes Risiko, arm zu sein und zu bleiben, tragen Arbeitslose und Alleinerziehende sowie deren Kinder. Bei Langzeitarbeitslosen liegt die Armutsquote bei 43 Prozent, bei Alleinerziehenden bei 48 Prozent. Jede zweite Familie mit nur einem Elternteil ist arm. Als arm gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens vergleichbarer Haushalte zur Verfügung hat. Die Schwelle liegt für einen Alleinstehenden bei 781 Euro monatlich.
"Sowohl der Armuts- und Reichtumsbericht als auch der Nationale Aktionsplan zur Prävention von Fehlernährung zeigen, wie notwendig die bundesweite Aktion gegen Armut des Sozialverbands VdK Deutschland ist. Die Schere zwischen Arm und Reich und damit auch die Chancenverteilung in unserer Gesellschaft darf nicht noch weiter auseinandergehen", erklärte VdK-Präsident Walter Hirrlinger dazu.
So sei die Zahl von Armut bedrohter Rentnerinnen und Rentner aufgrund von Beitrags- und Steuererhöhungen, Leistungseinschränkungen und Preissteigerungen in den vergangenen fünf Jahren deutlich angestiegen. Die Generation in unserer Region, die nach der Wende nur hin und wieder Arbeit oder Fördermaßnahmen des Arbeitsamtes hatte und jetzt, zumeist gedrängt vorzeitig und mit Abschlägen in Rente geht, bekommt bereits eine Rente nahe oder gar unter der Armutsgrenze. Sozialverbände und auch die Kirchen bekommen die Auswirkungen zu spüren.
Doch ihr Gegensteuern wie die verstärkten Initiativen der Tafeln, ein gesundes Frühstück für Schulkinder, sind zwar richtig und wichtig, können das Problem jedoch nicht lösen. Ein erster richtiger Schritt sei, das vom VdK (und nicht nur von ihm) geforderte Mittagessen in Kindergärten und Schulen einzuführen. Diesem Schritt müssten weitere folgen. "Das Beispiel Schweden zeigt, dass ein längeres Leben und eine bessere Gesundheit für alle möglich sind, wenn die Politik ihre Gestaltungsmöglichkeiten nutzt", erklärt Hirrlinger. Er forderte die Bundesregierung auf, der wachsenden sozialen Kluft in Deutschland entgegenzuwirken.
"Armutsbekämpfung und -vermeidung sind Querschnittsaufgaben." Der VdK-Chef verwies dabei auf Zahlen des Robert-Koch-Institutes zur Einkommenssituation und der damit verbundenen Lebenserwartung. Danach leben Männer aus den oberen Einkommensgruppen im Durchschnitt elf Jahre länger als Männer aus den unteren. Bei Frauen beträgt der Unterschied acht Jahre.
Das Bundesarbeitsministerium versucht den Bericht bereits wieder abzuschwächen, in dem es auf die angebliche 2006 einsetzte Konjunkturbelebung mit dem Rückgang der Arbeitslosigkeit verweist. Doch dieser Aufschwung kommt nachweislich bei Otto Normalverbraucher nicht an. Die Arbeitslosigkeit sank durch Billigjobs, die nicht zum Leben reichen und dazu führen, dass der Anteil armer Menschen in unserem so reichen Land steigt.
Wie hat das Robert-Koch-Institut festgestellt: Großverdiener leben länger. Deshalb plädiert man im Bundestag auch lieber für Steuersenkungen, die beim Arbeitslosen oder Geringverdiener nicht ankommen, sondern bei den guten Freunden, den Besitzern und Managern der Konzerne, denn sie sitzen in der Lobby des Bundestages, mit ihnen ist man befreundet und nicht mit dem Schlosser oder Mauerer in deren Konzernen. Klare Worte dazu vielen durch die Sozialverbände Thüringens auch Anfang des Monats zu ihrem 1. Gipfel im Plenarsaal des Landtages. Dr. Junker sprach klare Worte für den VdK.
Es wurde die Richtung angezeigt, mal sehen, was davon die Thüringer Landesregegierung bis zu den Landtagswahlen umsetzen wird oder was nur schöne Worte von Frau Präsidentin Prof. Dr.. Dagmar Schipanski und Sozialministerin Christine Lieberknecht waren. Doch so lange warten wir nicht, anlässlich des Kreisverbandstages am 11. Oktober in Bad Frankenhausen werden wir unseren Politikern diese Frage ganz offiziell als VdK-Kreisverband erneut stellen.
Klaus Henze
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: knDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
