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Und nochmals Cafe Pille

Donnerstag, 03. Juli 2008, 22:17 Uhr
Eine Institution, eine historische Einrichtung in Sondershausen soll vernichtet werden, so der Tenor einer weiteren Meinung zum eventuellen Abriss dieser ehemaligen Institution...

Wo ist das Feingefühl der Stadtverwaltung und großer Teile des Stadtrates gegenüber den Bürgern von Sondershausen, auch den Wählern der jetzigen Führungsriege, geblieben, wenn man allen Ernstes erwägt, das Cafe Pille abzureißen?

Überall hört man immer und immer wieder. „ es ist kein Geld vorhanden“, aber in diesem Fall schmeißt die Stadtverwaltung mit Unterstützung der Mehrheit des Stadtrates mit Geld um sich, als gäbe es dieses in Hülle und Fülle.

Erst kauft man (aus Mitleid?) das Inventar, entfernt es und lagert es unter ominösen Umständen ein, dann wundert man sich, dass der Status des Denkmalschutzes nicht mehr besteht(?) und kauft das Gebäude um es abzureißen. Mit Verlaub liebe Stadtoberen, wenn das nicht System ist? Jeder private Hausbesitzer muss sich um sein Gebäude kümmern, ja ihm werden sogar Ersatzvornahmen angedroht. Wer sein Haus nicht los wird, ist dafür verantwortlich, denn „ Eigentum verpflichtet“. Auf welcher Grundlage, versucht nun die Stadt das Gebäude zu kaufen (aus Mitleid für den Besitzer?), anstatt den Besitzer zu verpflichten?
Fraglich ist ob diese Transaktionen entsprechend den Forderungen des Thüringer Kommunalgesetzes überhaupt legal sind.

Schon seit Jahren sind immer und immer wieder 3 Bewerber im Gespräch, mit welchem Ergebnis? Darüber schweigt sich die Stadtverwaltung aus.
Aber da ein paar zig Tausend, dort ein paar zig Tausend, warum knausern? Es geht doch nicht aus den Taschen derer, die so etwas beschließen. Es sind Steuergelder und die tun dem Einzelnen, der darüber zu entscheiden hat, nicht weh.

Anstatt nach einer ordentlichen Nutzung und Wiedereröffnung des einst in Sondershausen zur Institution gewordenen „Cafe Pille“ zu suchen, geht man den Weg des geringsten Widerstand und will es für viel Geld kaufen und ab reißen.
Schandfleck hin oder her, die Frage ist doch soll Altes für die Nachwelt erhalten werden, oder ist man nur noch auf die eigene Profilierung geeicht?

Erfreulich ist, dass sich im Hauptausschuss Widerstand auftat, aber eine Stimmenthaltung und kein klares Nein, unterstützt die Verabschiedung des Antrages.
Bomben und Sozialismus vermochten es nicht das Cafe Pille zu vernichten, die heutigen Stadtoberen schaffen das mit Unterstützung ihrer Fraktionen mit Leichtigkeit und zahlen dafür noch einen nicht unerheblichen Betrag an Steuergeldern.
Wo soll das noch hinführen?

Rainer Scheerschmidt
Vorsitzender des Ortsverband Sondershausen
des Volksinteressenbund Thüringen (VIBT)
Autor: khh

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