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Schnell mal 30.000 Euro

Montag, 14. Juli 2008, 13:54 Uhr
Ein Moment der Unachtsamkeit am Steuer, ein Unfall, schwere Verletzungen. Wenn dies im Ausland passiert und Sie nicht ausreichend abgesichert sind, kann zur gesundheitlichen Katastrophe ein finanzielles Problem hinzukommen....


Die Koffer sind gepackt und die Pflanzen beim Nachbarn untergebracht. Die Vorfreude nimmt zu, bald geht es los in die schönsten Wochen des Jahres. Ob mit den eigenen vier Rädern in den Süden oder mit dem Flugzeug ans andere Ende der Welt, eine gute Reiseplanung ist wichtig für einen gelungenen Urlaub. Neben Zahnbürste, Sonnenhut und Reiseführer gehört auf jeden Fall auch ein Gesundheitspaket mit ins Gepäck.

Natürlich denkt niemand bei der Reisevorbereitung gern an die schlimmen Dinge, die vielleicht passieren könnten. Dies führt jedoch dazu, dass viele Urlauber vergessen, für den Fall einer Krankheit oder eines Unfalles im Ausland ausreichend vorzusorgen. In der Vorfreude auf Entspannung, Entdeckungen und sportliche Abenteuer gerät aus dem Blick, dass bei der Anreise oder am Ferienort selbst Unvorhergesehenes passieren kann. Denken Sie bei der Urlaubsplanung nicht nur an den Sicherheitscheck für Ihren Wagen, sondern auch an eine ausreichende Vorsorge für Sie und Ihre Familie!

Wer bezahlt den Ambulanzflug?
Ob ein Unfall mit dem Mietwagen, ein Tauchunfall oder plötzlich auftretende Herzbeschwerden – in jedem Urlaub kann es zu Gesundheitsproblemen kommen. Dabei sollte man wissen, dass nicht in allen Reiseländern die gleichen medizinischen Standards herrschen wie in heimischen Krankenhäusern. Während ein Beinbruch in Deutschland zumeist eine unkomplizierte Verletzung darstellt, kann die gleiche Situation in einem tropischen Urlaubsland lebensbedrohlich werden. Mangelnde Hygiene, die nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen ist, kann in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit schnell zu einer Blutvergiftung bis hin zum septischen Schock führen. Nur der schnellstmögliche Transport des Patienten in eine optimal ausgestattete Klinik kann in dieser Situation eine Amputation oder sogar Schlimmeres verhindern.

Ist der Ernstfall eingetreten, stehen Urlauber dann nicht nur vor einem gesundheitlichen, sondern auch vor einem finanziellen Problem: „Ohne private Vorsorge müssen Patienten die hohen Kosten für eine Auslandsrückholung fast immer selbst tragen“, warnt Dr. Jörg Braun, Ärztlicher Leiter der DRF (Deutsche Rettungsflugwacht e.V.).

Ein Patiententransport von Teneriffa nach Hamburg kann leicht 30.000 Euro kosten. Selbst ein Ambulanzflug von Mallorca nach Frankfurt be-läuft sich auf mehrere tausend Euro. „Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen solche Auslandsrückholungen mit Ambulanzflugzeugen nicht“, erklärt Dr. Braun.

Die DRF, die mit ihren Ambulanzflugzeugen jährlich hunderte von Patientenrückholungen aus dem Ausland durchführt, rät Urlaubern deshalb dringend zur privaten Vorsorge. Denn nur, wer rechtzeitig an alles gedacht hat, kann die schönste Zeit des Jahres ganz sorglos genießen.
Autor: nnz

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