Wilde Katzen
Dienstag, 15. Juli 2008, 16:13 Uhr
Die großen und noch wenig zerschnittenen Waldgebiete des Harzes haben dazu beigetragen, die Wildkatze vor dem Aussterben zu bewahren. Heute ist der Harz eines der wichtigsten Verbreitungsgebiete der Wildkatze in Europa...
Der Harz bildet heute die nördliche Verbreitungsgrenze der Europäischen Wildkatze. Angrenzend sind im Westen der Solling (Niedersachsen) und im Süden die nordthüringischen Wälder und der Hainich besiedelt. In Sachsen-Anhalt ist der Harz das einzige Verbreitungszentrum der Wildkatze. Bis in Höhenlagen von 800 m kommt sie hier regelmäßig vor. Auch die angrenzenden niedersächsischen und thüringischen Bereiche des Harzes sind von der Wildkatze besiedelt.
Wie viele Wildkatzen in Sachsen-Anhalt leben kann nicht genau erhoben werden. Die gesamte Harzpopulation umfasst nach Schätzungen 700-1100 Individuen. Bei einer landesweiten Erhebung im Jahr 2006 konnte eine positive Entwicklung des Harzer Wildkatzenbestandes in den letzten festgestellt werden. So wurden Wildkatzen wieder außerhalb der geschlossenen Waldgebiete des Harzes im nördlichen Harzvorland nachgewiesen, in denen sie lange Zeit verschwunden waren. (z:B. Harslebener Berge)
Durch eine zunehmende Verbauung der Landschaft und die Intensivierung der Landwirtschaft liegen die einzelnen Waldgebiete wie Inseln in einer überformten Landschaft. Ein dichtes Verkehrsnetz verhindert den wichtigen genetischen Austausch.
Im südlichen Harzvorland spielen bewaldete Strukturen eine große Rolle, damit Wildkatzen zwischen dem Harz und nordthüringischen Waldgebieten wechseln können. In dem Trittsteinbiotop Ziegelrodaer Forst wird die Wildkatze seit Mitte der 1990er Jahre wieder regelmäßig beobachtet. Verkehrsopfer zwischen Südharz und Kyffhäuser zeigten, dass sich Wildkatzen auf der Suche nach Lebensräumen auch fernab großflächiger Wälder aufhalten.
Deshalb hat sich der BUND das Ziel gesetzt, Wildkatzenwälder länderübergreifend wieder miteinander zu vernetzen. Dazu wurde vom Landesverband Thüringen in Kooperation mit dem Bundesverband und den Landesverbänden Hessen und Bayern (Bund Naturschutz) das Rettungsnetz Wildkatze ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Projektes gelang es mittlerweile den Nationalpark Hainich mit dem Thüringer Wald durch einen ersten grünen Korridor zu vernetzen. Im November 2007 begannen die Pflanzarbeiten, die inzwischen abgeschlossen sind.
Ein im Jahr 2007 vom BUND eigens entwickelter Wildkatzenwegeplan zeigt nunmehr bundesweit die möglichen Verbindungen zwischen noch besiedelten und potenziellen Wildkatzenlebensräumen auf. Aber es geht dabei nicht allein um die Wildkatze. Ihre Lebensräume sind vielgestaltig und reich an Strukturen – in ihren Spuren werden auch Baummarder und Dachs, Eibe und Lerchensporn, Laubfrosch und Laufkäfer neue Wege finden.
Der Wildkatzenwegeplan gibt verantwortlichen Planern in Ländern und Kommunen die Möglichkeit, Ausgleichsmaßnahmen und lokale Naturschutzprojekte in eine sinnvolle und abgestimmte Strategie für den länderübergreifenden Verbund von Waldlebensräumen zu integrieren.
Der BUND Sachsen-Anhalt will in den nächsten Jahren die Wege für die Wildkatze vom Harz nach Thüringen und in einem zweiten Schritt auch gen Norden durchgängiger zu gestalten.
Autor: nnzDer Harz bildet heute die nördliche Verbreitungsgrenze der Europäischen Wildkatze. Angrenzend sind im Westen der Solling (Niedersachsen) und im Süden die nordthüringischen Wälder und der Hainich besiedelt. In Sachsen-Anhalt ist der Harz das einzige Verbreitungszentrum der Wildkatze. Bis in Höhenlagen von 800 m kommt sie hier regelmäßig vor. Auch die angrenzenden niedersächsischen und thüringischen Bereiche des Harzes sind von der Wildkatze besiedelt.
Wie viele Wildkatzen in Sachsen-Anhalt leben kann nicht genau erhoben werden. Die gesamte Harzpopulation umfasst nach Schätzungen 700-1100 Individuen. Bei einer landesweiten Erhebung im Jahr 2006 konnte eine positive Entwicklung des Harzer Wildkatzenbestandes in den letzten festgestellt werden. So wurden Wildkatzen wieder außerhalb der geschlossenen Waldgebiete des Harzes im nördlichen Harzvorland nachgewiesen, in denen sie lange Zeit verschwunden waren. (z:B. Harslebener Berge)
Durch eine zunehmende Verbauung der Landschaft und die Intensivierung der Landwirtschaft liegen die einzelnen Waldgebiete wie Inseln in einer überformten Landschaft. Ein dichtes Verkehrsnetz verhindert den wichtigen genetischen Austausch.
Im südlichen Harzvorland spielen bewaldete Strukturen eine große Rolle, damit Wildkatzen zwischen dem Harz und nordthüringischen Waldgebieten wechseln können. In dem Trittsteinbiotop Ziegelrodaer Forst wird die Wildkatze seit Mitte der 1990er Jahre wieder regelmäßig beobachtet. Verkehrsopfer zwischen Südharz und Kyffhäuser zeigten, dass sich Wildkatzen auf der Suche nach Lebensräumen auch fernab großflächiger Wälder aufhalten.
Deshalb hat sich der BUND das Ziel gesetzt, Wildkatzenwälder länderübergreifend wieder miteinander zu vernetzen. Dazu wurde vom Landesverband Thüringen in Kooperation mit dem Bundesverband und den Landesverbänden Hessen und Bayern (Bund Naturschutz) das Rettungsnetz Wildkatze ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Projektes gelang es mittlerweile den Nationalpark Hainich mit dem Thüringer Wald durch einen ersten grünen Korridor zu vernetzen. Im November 2007 begannen die Pflanzarbeiten, die inzwischen abgeschlossen sind.
Ein im Jahr 2007 vom BUND eigens entwickelter Wildkatzenwegeplan zeigt nunmehr bundesweit die möglichen Verbindungen zwischen noch besiedelten und potenziellen Wildkatzenlebensräumen auf. Aber es geht dabei nicht allein um die Wildkatze. Ihre Lebensräume sind vielgestaltig und reich an Strukturen – in ihren Spuren werden auch Baummarder und Dachs, Eibe und Lerchensporn, Laubfrosch und Laufkäfer neue Wege finden.
Der Wildkatzenwegeplan gibt verantwortlichen Planern in Ländern und Kommunen die Möglichkeit, Ausgleichsmaßnahmen und lokale Naturschutzprojekte in eine sinnvolle und abgestimmte Strategie für den länderübergreifenden Verbund von Waldlebensräumen zu integrieren.
Der BUND Sachsen-Anhalt will in den nächsten Jahren die Wege für die Wildkatze vom Harz nach Thüringen und in einem zweiten Schritt auch gen Norden durchgängiger zu gestalten.
