Zum Bergbau in Bottendorf
Sonntag, 10. August 2008, 07:00 Uhr
In unserer Reihe Schachtgeschichten geht dieses Mal nicht um den Kalibergbau. Der Autor Johannes Leipold hat eine "Chronik des Kupferschieferbergbaus in Bottendorf/Unstrut" geschrieben, mit der sich unsrer Autor beschäftigt hat...
Wider das Vergessen oder das Vergangene ans Licht der Öffentlichkeit bringen ? so lässt sich das jüngst erschienene Buch zum Kupferschieferbergbau in Bottendorf überschreiben. Johannes Leipold hat in jahrelanger Recherchearbeit Fakten zusammengetragen, die durch Gewissenhaftigkeit, Genauigkeit und Fleiß geprägt sind.
Die Arbeit fußt auf umfangreichen Quellenrecherchen in vorwiegend staatlichen Archiven, so insbesondere in Freiberg, Halle, Wernigerode, Berlin, Dresden und Eisleben. Dass die dabei zu Rate gezogenen Quellen, zu denen auch Kirchenbücher zählen, ab dem 14. Jahrhundert nicht immer leicht auszuwerten waren, ist angesichts der sich über die Jahrhunderte gewandelten Schriftformen und eines veränderten Sprachgebrauchs leicht nachzuvollziehen. Der 1935 in Bottendorf geborene Autor, der auf dem humanistischen Gymnasium Klosterschule Rossleben Latein gelernt hat, seit 1953 Verkehrswissenschaft in Dresden studierte und später ein zusätzliches Wirtschaftsfernstudium absolvierte, meistert diese Aufgabe. Mit der Geschichte seines Heimatortes ? etwa mit der Historie der Bottendorfer Pfalzgrafenburg ?befasste sich Leipold bereits seit den 1970er?Jahren, als er vorwiegend als Investitionsgutachter in Berlin tätig gewesen war.
So wurde mit vorliegendem Werk vieles zum Kupferschieferbergbau in Bottendorf zusammengetragen, was dem Leser in übersichtlicher Art und Weise zur Kenntnis gegeben wird. Das ganz überwiegend farbige Bildmaterial lockert den Text auf, und die Grafiken zeigen anschaulich, wo sich was abgespielt hat. Bemerkenswert ist insbesondere auch die als Anlage 2 enthaltene "Erinnerungstafel an unsere Bergleute"; es ist dies eine alphabetisch geordnete Zusammenstellung jener, die in den Jahren von 1699 bis 1781 der Arbeit als Bergmann nachgegangen sind. Allein die Berufsbezeichnungen "Berg?Cammerrath", "Steiger", "Berghauer" und "Schmelzer" dokumentieren, dass in Bottendorf ein lebhafter Bergbau umgegangen ist. Zugleich wird diesen Bergleuten so ein Denkmal gesetzt.
Natürlich war der Bergbau in Bottendorf nur möglich, weil bestimmte geologische Voraussetzungen vorhanden waren, die im Kapitel 1 ausführlich beschrieben werden. Der Autor befasst sich mit der Entstehung der Lagerstätte, der Tektonik und der Stratigraphie und verbindet dies mit geologischen Karten und Hinweisen zu Fossilien der Kupferschieferlagerstätte. Die zugehörigen Bilder veranschaulichen die heutige Landschaft und verdeutlichen, dass diese für Touristen noch erschlossen werden muss: Ein Geopfad durch das ehemalige Bergbaugelände wäre angemessen.
Die folgenden drei Kapitel mit einem "geschichtlichen Abriss", zur "Gewinnung des Kupferschiefers" und über "die Kupferhütte" handeln u. a. von der nicht leichten Arbeit unter Tage, wo Treckerjungen ? die typischen "Krummhälse" (S. 57) ? das Erz zum Schacht transportierten und wo die Arbeit mit der Keilhaue zu Verschleißerscheinungen am Körper führte. Immerhin waren 200 Bergleute und Beschäftigte in den Schachtanlagen und an den Schmelzöfen in der Kupferhütte tätig. Novalis bemerkte einst dazu: "Sein Beruf lehrt ihn müdliche Geduld, und lässt nicht zu, dass sich seine Aufmerksamkeit in unnütze Gedanken zerstreue. Er hat mit einer wunderlichen und unbiegsamen Macht zu tun, die nur durch hartnäckigen Fleiß und beständige Wachsamkeit zu überwinden ist."
Alle diese Bergleute mussten essen, sich kleiden, die Freizeit gestalten, so dass auch andere Berufszweige davon profitierten. Die Bevölkerung nahm auf der Grundlage des Bergbaus zu und manch ein Handwerker oder Kaufmann hatte so einen ordentlichen Verdienst. Damit ist auch gesagt, dass der Bergbau Wohlstand in der jeweiligen Zeit bescherte.
Dem Autor sei dafür gedankt, dass er das historische Bergbaugeschehen in Bottendorf in der Zeit von 1473 bis 1781 in Form eines Buches allen Interessierten zur Kenntnis bringt und damit zugleich seine besondere Verbundenheit zur Heimat ? seit 1996 leitet Leipold eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe für Heimatgeschichte ? dokumentiert.
Text und Bilder: Hans-Jürgen Schmidt (Quelle: Rezenion im "Der Anschnitt" - Zeitschrift für Kunst und Kultur im Bergbau, Seite 122 - von Hans-Jürgen Schmidt)
Bildtexte:
Bild 1 - Johannes Leipöld auf der Bottendorfer Höhe. Hier wurde der Kupferschiefer abgebaut.
Bild 2 - Schachtstraße, auf der das Erz zur Kupferhütte transportiert wurde
Bild 3 - Eingang zum ehemaligen Kunstschacht
Bild 4 - Der Bettelmannsberg auf der Bottendorfer Höhe
Bild 5 - Die Halde vom ehemlaligen Andreasschacht
Bild 6 - Bingen von ehemaligen Schachtanlagen. Im Hintergrund der Ziegelrodaer Forst
Bild 7 - Der ehemalige sogenannte Kupferweg zum Abtransport der Erze auf der Bottendorfer Höhe
Bild 8 - Das Rotliegensde - es zeugt den tektonischen Bewegungen der Hermundurischen Scholle.
Bild 9 - Fossil im Kupferschiefer - Palaeoniscum freieslebeni ("Kupferhering")
Bild 10 - Arbeitseise im Bottendorfer Kupferschieferbergbau
Bild 11 - Ein ehemaliger Schachteingang
Bild 12 - Leitungsstruktur im Bottendorfer Kupferschieferbergbau
Bild 13 - Ein Schachtübersicht
Bild 14 - Das Wappen von Bottendorf
Bild 15 - Das Kupferschiefergebiet
Autor: khhWider das Vergessen oder das Vergangene ans Licht der Öffentlichkeit bringen ? so lässt sich das jüngst erschienene Buch zum Kupferschieferbergbau in Bottendorf überschreiben. Johannes Leipold hat in jahrelanger Recherchearbeit Fakten zusammengetragen, die durch Gewissenhaftigkeit, Genauigkeit und Fleiß geprägt sind.
Die Arbeit fußt auf umfangreichen Quellenrecherchen in vorwiegend staatlichen Archiven, so insbesondere in Freiberg, Halle, Wernigerode, Berlin, Dresden und Eisleben. Dass die dabei zu Rate gezogenen Quellen, zu denen auch Kirchenbücher zählen, ab dem 14. Jahrhundert nicht immer leicht auszuwerten waren, ist angesichts der sich über die Jahrhunderte gewandelten Schriftformen und eines veränderten Sprachgebrauchs leicht nachzuvollziehen. Der 1935 in Bottendorf geborene Autor, der auf dem humanistischen Gymnasium Klosterschule Rossleben Latein gelernt hat, seit 1953 Verkehrswissenschaft in Dresden studierte und später ein zusätzliches Wirtschaftsfernstudium absolvierte, meistert diese Aufgabe. Mit der Geschichte seines Heimatortes ? etwa mit der Historie der Bottendorfer Pfalzgrafenburg ?befasste sich Leipold bereits seit den 1970er?Jahren, als er vorwiegend als Investitionsgutachter in Berlin tätig gewesen war.
So wurde mit vorliegendem Werk vieles zum Kupferschieferbergbau in Bottendorf zusammengetragen, was dem Leser in übersichtlicher Art und Weise zur Kenntnis gegeben wird. Das ganz überwiegend farbige Bildmaterial lockert den Text auf, und die Grafiken zeigen anschaulich, wo sich was abgespielt hat. Bemerkenswert ist insbesondere auch die als Anlage 2 enthaltene "Erinnerungstafel an unsere Bergleute"; es ist dies eine alphabetisch geordnete Zusammenstellung jener, die in den Jahren von 1699 bis 1781 der Arbeit als Bergmann nachgegangen sind. Allein die Berufsbezeichnungen "Berg?Cammerrath", "Steiger", "Berghauer" und "Schmelzer" dokumentieren, dass in Bottendorf ein lebhafter Bergbau umgegangen ist. Zugleich wird diesen Bergleuten so ein Denkmal gesetzt.
Natürlich war der Bergbau in Bottendorf nur möglich, weil bestimmte geologische Voraussetzungen vorhanden waren, die im Kapitel 1 ausführlich beschrieben werden. Der Autor befasst sich mit der Entstehung der Lagerstätte, der Tektonik und der Stratigraphie und verbindet dies mit geologischen Karten und Hinweisen zu Fossilien der Kupferschieferlagerstätte. Die zugehörigen Bilder veranschaulichen die heutige Landschaft und verdeutlichen, dass diese für Touristen noch erschlossen werden muss: Ein Geopfad durch das ehemalige Bergbaugelände wäre angemessen.
Die folgenden drei Kapitel mit einem "geschichtlichen Abriss", zur "Gewinnung des Kupferschiefers" und über "die Kupferhütte" handeln u. a. von der nicht leichten Arbeit unter Tage, wo Treckerjungen ? die typischen "Krummhälse" (S. 57) ? das Erz zum Schacht transportierten und wo die Arbeit mit der Keilhaue zu Verschleißerscheinungen am Körper führte. Immerhin waren 200 Bergleute und Beschäftigte in den Schachtanlagen und an den Schmelzöfen in der Kupferhütte tätig. Novalis bemerkte einst dazu: "Sein Beruf lehrt ihn müdliche Geduld, und lässt nicht zu, dass sich seine Aufmerksamkeit in unnütze Gedanken zerstreue. Er hat mit einer wunderlichen und unbiegsamen Macht zu tun, die nur durch hartnäckigen Fleiß und beständige Wachsamkeit zu überwinden ist."
Alle diese Bergleute mussten essen, sich kleiden, die Freizeit gestalten, so dass auch andere Berufszweige davon profitierten. Die Bevölkerung nahm auf der Grundlage des Bergbaus zu und manch ein Handwerker oder Kaufmann hatte so einen ordentlichen Verdienst. Damit ist auch gesagt, dass der Bergbau Wohlstand in der jeweiligen Zeit bescherte.
Dem Autor sei dafür gedankt, dass er das historische Bergbaugeschehen in Bottendorf in der Zeit von 1473 bis 1781 in Form eines Buches allen Interessierten zur Kenntnis bringt und damit zugleich seine besondere Verbundenheit zur Heimat ? seit 1996 leitet Leipold eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe für Heimatgeschichte ? dokumentiert.
Text und Bilder: Hans-Jürgen Schmidt (Quelle: Rezenion im "Der Anschnitt" - Zeitschrift für Kunst und Kultur im Bergbau, Seite 122 - von Hans-Jürgen Schmidt)
Bildtexte:
Bild 1 - Johannes Leipöld auf der Bottendorfer Höhe. Hier wurde der Kupferschiefer abgebaut.
Bild 2 - Schachtstraße, auf der das Erz zur Kupferhütte transportiert wurde
Bild 3 - Eingang zum ehemaligen Kunstschacht
Bild 4 - Der Bettelmannsberg auf der Bottendorfer Höhe
Bild 5 - Die Halde vom ehemlaligen Andreasschacht
Bild 6 - Bingen von ehemaligen Schachtanlagen. Im Hintergrund der Ziegelrodaer Forst
Bild 7 - Der ehemalige sogenannte Kupferweg zum Abtransport der Erze auf der Bottendorfer Höhe
Bild 8 - Das Rotliegensde - es zeugt den tektonischen Bewegungen der Hermundurischen Scholle.
Bild 9 - Fossil im Kupferschiefer - Palaeoniscum freieslebeni ("Kupferhering")
Bild 10 - Arbeitseise im Bottendorfer Kupferschieferbergbau
Bild 11 - Ein ehemaliger Schachteingang
Bild 12 - Leitungsstruktur im Bottendorfer Kupferschieferbergbau
Bild 13 - Ein Schachtübersicht
Bild 14 - Das Wappen von Bottendorf
Bild 15 - Das Kupferschiefergebiet















