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Sag mir wo die Menschen sind?

Montag, 25. August 2008, 07:02 Uhr
oder was tun gegen den Einwohnerschwund. Mit dieser Frage beschäftigt sich eine Zuschrift des Volksinteressenbund Thüringen (VIBT) zur Problematik Abwanderung in Sondershausen...


Wie ein roter Faden zieht sich durch alle Meinungsäußerungen in der Mittwoch-Umfrage einer Tageszeitung vom 13.08.2008, dass nur die Gewinnung von Investoren und die Schaffung von Arbeitsplätzen eine Voraussetzung zum hier bleiben der Bürger, insbesondere der Jugendlichen, ist.

Jugendliche und auch Bürger im arbeitsfähigen Alter erwägen, ihrer angestammten Heimat den Rücken zu kehren. Familie, Freunde, Kollegen und Vereine zurückzulassen und einen neuen Anfang dort zu wagen, wo es auch Arbeitsplätze gibt, das Leben wieder einen Sinn hat und man sich und seine Familie von seiner Hände Arbeit ernähren kann.

Seit vielen Jahren gibt es Studien, die sich mit dem Zusammenhang der Abwanderung der Bevölkerung und der Schaffung von Arbeitsplätzen beschäftigen. In allen diesen Studien (Universität Halle 2005, Universität Jena 2008, u.a.) wird begründet, dass die Abwanderungsgründe in Arbeitslosigkeit, Arbeitsbedingungen, Entlohnung usw. liegen. Man kann auch entnehmen, dass ein intensives Werben um potenzielle Investoren, niedrige bürokratische Hürden, eine wirtschaftsfreundliche Finanz-, Steuer- und Förderpolitik sowie die Sicherung des Fachkräftebedarfs unbedingte Voraussetzung zum Bleiben der Menschen ist.

In der letzten Versammlung stellten die Mitglieder des Volksinteressenbund Thüringen (VIBT) fest, dass es in Sondershausen nicht an qualifizierten Arbeitskräften mangelt. Es sind genügend sehr gut ausgebildete Fachkräfte vorhanden, die auch gerne arbeiten würden, wenn Arbeitsplätze vorhanden wären.

Hier sind die Kommunalpolitiker gefragt, solche Bedingungen zu schaffen, die eine Ansiedlung von Investoren lukrativ machen und vor allem diese anziehen. Dabei liegt in der Stadt Sondershausen noch manches im Argen. Wann hat man in den letzten 5 Jahren schon einmal gehört, dass sich größere Betriebe in den Gewerbegebieten von Sondershausen angesiedelt haben? Welche abrechenbaren Ergebnisse hat das Amt für Wirtschaftsförderung im Bezug auf die Gewinnung von Investoren erreicht?

Sieht man zum Arbeitsamt, kommt man zwangsläufig zu dem Ergebnis: Keine.

Nur auf die Neuen Verkehrsanbindungen zu warten, z.B. A 38, Ausbau der B 4 bringt keine Investoren, sondern es kann nur ein hilfreicher Faktor sein.

Die Mitglieder des Volksinteressenbund Thüringen appellieren an die Entscheidungsträger der Stadt Sondershausen, sich mit mehr Intensität als bisher für die Schaffung von Arbeitsplätzen einzusetzen.
Aus diesem Grund wurden von Seiten des Landesvorstand des Volksinteressenbund Thüringen VIBT), der Bürgermeister der Stadt Sondershausen, seine Beigeordneten, die Fraktionsvorsitzenden der Stadtratfraktionen, der Stadtratsvorsitzende und seine Stellvertreter angeschrieben und gebeten ihre Meinung bzw. erreichten Ergebnisse darzulegen.

Hilfreich für die Entscheidung wäre eine sofortige objektive Analyse, wie man politisch auf die Abwanderungsbewegung reagieren kann. Alle Fraktionen sollten hierbei tatkräftig mitarbeiten. Die Entscheidungsträger Sondershausens sollten nicht warten bis man fragt: „ Sag mir wo die Menschen sind …..“ sondern sollten konkrete Vorschläge erarbeiten, womit man junge Leute in der Region halten kann.

Rainer Scheerschmidt
Landesvorsitzender des
Volksinteressenbund Thüringen (VIBT)
Autor: khh

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