Kein Luchs im Revier
Sonntag, 14. September 2008, 07:00 Uhr
Im Rahmen eines Ausflugs des Verbandes der Behinderten, hatte man sich einen kompetenten Kenner des besuchten Forstes eingeladen, Revierförster Mario Busch, der erstaunliches zu berichten hatte...
Revierförster Mario Busch (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Revierförster Mario Busch, eigentlich ein gebürtiger Eichsfelder ist schon seit 1993 im Revier. Sein Revier Bebra, dass er zu betreuen hat, umfasst immerhin eine Fläche von 2.000 ha. Sein Revier Bebra, dass ihm natürlich nicht gehört, ist nämlich zum überwiegenden Teil Staatswald und damit hat er eine ganze Reihe Auflagen zu erfüllen, die ihm von zentraler Stelle ins Haus schneien.
So wird zum Beispiel alle 10 Jahre ermittelt, wie die Baumbestand ist, und wie viel in den nächsten Jahren eingeschlagen werden muss. Die einzuschlagende Menge wird dann in Jahresscheiben zerlegt, und er weiß dann, wie viel seine zurzeit vier Waldarbeiter einzuschlagen haben. Letztes Jahr waren es wohl 12.000 Festmeter.
In seinem interessanten Vortrag ging er auch auf die Problematik Luchs in Thüringen ein. In vielen Medienberichten sei zu lesen, dass sich der Luchs aus Niedersachsen kommend über den Harz nach Thüringen ausbreitet. Zumindest für sein Revier Bebra kann er den Vormarsch des Luchses noch nicht bestätigen, denn Spuren eines Luchses hat er noch nicht gesichtet. Auch in anderen Revieren des Forstamtes Sondershausen sei, so Eva Frost, nur einmal eine unsichere Meldung eines Jägers eingetroffen. Bleibt also vorläufig festzustellen, dass die Ausbreitung des Luchses vom Harz aus östlich und westlich um die Wälder des Forstamtes Sondershausen einen Bogen macht, was immer das bedeuten mag.
Außer Rotwild, so Busch, findet man in seinem Revier viele der Tierarten, die auch auf dem Possen in den Freigehegen zu sehen sind. In diesem Zusammenhang räumte er auch mit der Mär vom Fuchs du hast die Gans gestohlen auf. Füchse, so vernahmen die erstaunte Zuhörer zur Kenntnis, ernähren sich zu 95 % von Mäusen! Damit sind die Füchse einer der Hauptbekämpfer der Mäuse in Wald und Flur. Auch wenn der Fuchs ganzjährig bejagt werden kann, wird es bei Mario Busch nicht vorkommen, dass er eine Fähe im Frühjahr schießt, die vielleicht noch Jungtiere führt.
Aber auch in anderer Hinsicht hatte der Revierförster erstaunliches zu berichten. Im Hainichwald sei man so stolz, dass man ca. 30 bis 40 originale Wildkatzen habe. Da können wir in der Hainleite locker im Bestand mithalten, so Busch, wenn es nicht gar mehr sind. Marderhund und Mink sind aber nicht im Revier. Dafür aber hat sich der Waschbär, ein übler Räuber der nicht gern gesehen wird, schon im Revier breit gemacht. Aber zum Glück nicht so stark wie im Gebiet um Mühlhausen oder gar Kassel (dort echtes Problem geworden).
Mit viel Beifall dankten die Ausflügler den Informationen von Revierförster Mario Busch.
Autor: khh
Revierförster Mario Busch (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Revierförster Mario Busch, eigentlich ein gebürtiger Eichsfelder ist schon seit 1993 im Revier. Sein Revier Bebra, dass er zu betreuen hat, umfasst immerhin eine Fläche von 2.000 ha. Sein Revier Bebra, dass ihm natürlich nicht gehört, ist nämlich zum überwiegenden Teil Staatswald und damit hat er eine ganze Reihe Auflagen zu erfüllen, die ihm von zentraler Stelle ins Haus schneien.So wird zum Beispiel alle 10 Jahre ermittelt, wie die Baumbestand ist, und wie viel in den nächsten Jahren eingeschlagen werden muss. Die einzuschlagende Menge wird dann in Jahresscheiben zerlegt, und er weiß dann, wie viel seine zurzeit vier Waldarbeiter einzuschlagen haben. Letztes Jahr waren es wohl 12.000 Festmeter.
In seinem interessanten Vortrag ging er auch auf die Problematik Luchs in Thüringen ein. In vielen Medienberichten sei zu lesen, dass sich der Luchs aus Niedersachsen kommend über den Harz nach Thüringen ausbreitet. Zumindest für sein Revier Bebra kann er den Vormarsch des Luchses noch nicht bestätigen, denn Spuren eines Luchses hat er noch nicht gesichtet. Auch in anderen Revieren des Forstamtes Sondershausen sei, so Eva Frost, nur einmal eine unsichere Meldung eines Jägers eingetroffen. Bleibt also vorläufig festzustellen, dass die Ausbreitung des Luchses vom Harz aus östlich und westlich um die Wälder des Forstamtes Sondershausen einen Bogen macht, was immer das bedeuten mag.
Außer Rotwild, so Busch, findet man in seinem Revier viele der Tierarten, die auch auf dem Possen in den Freigehegen zu sehen sind. In diesem Zusammenhang räumte er auch mit der Mär vom Fuchs du hast die Gans gestohlen auf. Füchse, so vernahmen die erstaunte Zuhörer zur Kenntnis, ernähren sich zu 95 % von Mäusen! Damit sind die Füchse einer der Hauptbekämpfer der Mäuse in Wald und Flur. Auch wenn der Fuchs ganzjährig bejagt werden kann, wird es bei Mario Busch nicht vorkommen, dass er eine Fähe im Frühjahr schießt, die vielleicht noch Jungtiere führt.
Aber auch in anderer Hinsicht hatte der Revierförster erstaunliches zu berichten. Im Hainichwald sei man so stolz, dass man ca. 30 bis 40 originale Wildkatzen habe. Da können wir in der Hainleite locker im Bestand mithalten, so Busch, wenn es nicht gar mehr sind. Marderhund und Mink sind aber nicht im Revier. Dafür aber hat sich der Waschbär, ein übler Räuber der nicht gern gesehen wird, schon im Revier breit gemacht. Aber zum Glück nicht so stark wie im Gebiet um Mühlhausen oder gar Kassel (dort echtes Problem geworden).
Mit viel Beifall dankten die Ausflügler den Informationen von Revierförster Mario Busch.
