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Führung auf dem Hauptfriedhof Sondershausen

Sonntag, 21. September 2008, 09:20 Uhr
Zum Tag des Friedhofs findet heute ab 11:00 Uhr eine Führung auf dem Sondershäuser Hauptfriedhof statt....



Der Sonntag (21. September 2008) ist zum „Tag des Friedhofs“ ausgerufen worden. Er findet eine Woche nach dem bereits etablierten und erfolgreichen „Tag des offenen Denkmals“ statt. Auch wenn die Zahl der Tage des Jahres, die einem besonderen Anliegen gewidmet sind, geradezu inflationär groß geworden ist, kommt dem Friedhof, dem Ort der Ruhe nach unserem Tode eine besondere Bedeutung zu.

Der Hauptfriedhof Sondershausen im Brückental ist nicht nur die größte derzeit genutzte Ruhestätte der Stadt Sondershausen, sondern besitzt die Schönheit und die Ausstrahlung eines besonderen Orts. Er befindet sich am Rande der Stadt. Der Friedhof wird seit 1882 genutzt und zeichnet sich durch eine erlebenswerte Vegetation aus. Eine Vielzahl alter Gehölze macht diesen Friedhof über den Gedenkort hinaus zu einem Ort der Besinnung. Hier ist eine Vielzahl von Grabstätten für die Stadt bedeutungsvoller Menschen zu finden. Sich ihrer zu erinnern, ist das Friedhofsareal ein wunderbar geeigneter Ort. Von diesen hier bestatteten Personen künden bisher Grabmale in unterschiedlichen Dimensionen und Formen. Um vor allem die Friedhofsflächen zu begrenzen, wurden endliche Ruhefristen für die Bestatteten eingerichtet. Anliegen ist, wertvolle Grabstätten zu erhalten. Dazu sind sie unter Schutz zu stellen. Meist geht dies nicht am Ort der Grabstätte. Um sie trotzdem der Nachwelt zu bewahren, sind diese Grabmale restauratorisch zu behandeln und an geeigneten Orten zu sammeln.

Nachdem die in den letzten 15 Jahren praktizierte Verfahrensweise einer würdigen Erhaltung im Innenraum der Cruciskirche am Planplatz wegen des Wiederausbaus der ehemaligen Kirche nicht mehr möglich war, kehrten die Grabsteine auf den Hauptfriedhof zurück. Im Aufbau befindet sich im Westteil das sogenannte „Lapidarium“ (abgeleitet vom lat. Begriff Lapis – der Stein). Hier finden die Grabmale ihre letzte Ruhestätte in einer gewissen Ordnung. Die Entwicklung des Sondershäuser Lapidariums wird noch geraume Zeit in Anspruch nehmen.

Um Interessenten mit dem schönen Hauptfriedhof näher bekannt zu machen – dies wird über den Besuch des Lapidariums hinausgehen – wird am „Tag des Friedhofs“, dem 21. September, um 11.00 Uhr eine Führung über den Friedhof angeboten. Es wird Informationen zu einzelnen ausgewählten Grabmalen und zu Personen geben, denen sie gesetzt worden sind. Daneben wird allgemein über Bestattung und Bestattungskultur und ihre Wandlungen berichtet. Interessenten sind willkommen.


Grabstein – Restaurierung auf dem Alten Gottesacker

Der Sondershäuser „Alte Gottesacker“ an der Gartenstraße wurde von 1578 bis 1852 als Begräbnisstätte für die in der Gemeinde Sondershausen Verstorbenen genutzt. Im Laufe dieser drei Jahrhunderte wurden hier ca. 24000 Personen bestattet. Unter diesen Beigesetzten befinden sich die wohlhabenden Sondershäuser Adligen und Bürger, die ihre Grabstätte mit bemerkenswerten, schönen Grabmalen versahen. Bei seiner Umwandlung in eine Grünanlage um 1900 wurden nur sehr wenige Grabstätten erhalten.

Auf dem Alten Gottesacker verblieben sind das Grabmal für den Hofrat und Fürstlichen Leibarzt Johann Ehrenfried Emanuel Blödau (1769-1824), dessen gusseiserne klassizistische Grabpyramide das wertvollste Denkmal dieses ehemaligen Friedhofs in der ursprünglichen Form darstellt. Unweit davon befinden sich die Gräber des „Bürgerfürsten“ August II (1738-1806) und des Musikers Johann Simon Hermstedt (1778-1846).

Erhalten geblieben ist auch der monumental wirkende Grabstein für Henriette Dorothea Blödau, geb. Schneidewind (1773-1808), die erste Ehefrau des genannten Leibarztes – auch aus Heringen stammend. Der Sandsteinblock ist sehr verwittert, er zeigt die Spuren seines zweihundertjährigen Alters. Unweit dieses Steines ist als Denkmal die Büste ihres Sohnes Carl von Bloedau (1804-1886) zu finden.

Wie in diesen Tagen zu sehen ist, wird das Grabmal für Henriette Dorothea Blödau durch die Steinmetz- und Restaurierungswerkstatt Tristan Richter repariert und restauriert. Alles vollzieht sich vor Ort auf dem Alten Gottesacker, so dass auch zugeschaut werden kann.
Auftraggeber dieser Arbeit ist die Bloedau–Nachfahrin Lieselotte Mann, geb. v. Bloedau, wohnhaft in Mannheim. Sie ist auch die Stifterin des Denkmals für Carl von Bloedau gewesen, ihres Ururgroßvaters. Der Abschluss der Restaurierung wird am Mittwoch, dem 24. September 2008, um 14.30 Uhr, dem 235. Geburtstag Dorothea Blödaus auf dem Alten Gottesacker mit einer kleinen Feier begangen werden. Gäste sind sehr willkommen.




Autor: khh

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