nnz/kn-Forum: Lieber nicht glauben
Montag, 06. Oktober 2008, 15:41 Uhr
Wir haben heute in unserem Forum über die Auswirkungen der Erhöhung der Krankenkassenbeiträge und deren Folgen berichtet. Dazu die Anmerkung eines Lesers...
Die Festsetzung des einheitlichen Beitragssatzes auf 15,5 % für alle gesetzlichen Krankenkassen (GKV) erfolgt unabhängig vom Zusatzbeitrag der Arbeitnehmer i. H. v. 0,9 %. Insgesamt sind es also 16,4 %, wovon die Arbeitgeber 7,75 % und die Arbeitnehmer 8,65 % tragen müssen. Dies ist für unsere Region eine gewaltige Last, da viele in den günstigen Kassen IKK Sachsen, IKK Thüringen, AOK Plus oder TKK (11,9 % bis 13,6 %) versichert sind und nun erheblich höhere Beiträge werden zahlen müssen.
Das trifft übrigens auch die Arbeitgeber, deren Lohnzusatzkosten kräftigst ansteigen, was die Bereitschaft zur Schaffung von Arbeitsplätzen nicht fördert. Die Behauptung, dass dies mit der für 18 Monate beschränkten Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung (ALV) auf 2,8 % und danach 3 % ausgeglichen werde, ist eine typische Politikeraussage, die nur wahr wäre, wenn wir bisher 15 % zur GKV gezahlt hätten - was nicht stimmt - siehe oben.
Zudem werden wohl die Beiträge zur ALV schon bald nach der Bundestagswahl deutlich angehoben werden, da dann die jetzt beginnende Rezession auf den Arbeitsmarkt durchschlagen wird. Schon jetzt kann die Bundesagentur mit 2,8 % nur auskommen, wenn sie ihre Rücklagen auflöst (siehe Statement der BA von heute).
Übrigens, mit Rückzahlungen von den GKV sollten die Versicherten keinesfalls rechnen. Die 15,5 % werden nicht ausreichen, um die steigenden Kosten bei im Folgejahr sinkenden Lohnsummen (wegen steigender Arbeitslosigkeit) zu begleichen. Dies hatten die Schätzer der Krankenkassen Super-Ulla bereits vorgerechnet und einen Beitrag von mindestens 15,8 % gefordert. Eher dürfte ab ca. September 2009 mit Zusatzprämien der Versicherten bei den GKV zu rechnen sein, die vom Risikostrukturausgleich zwischen den Kassen am stärksten gebeutelt werden.
Wenn man die avisierte Kindergelderhöhung um 10 Euro umrechnet, ergeben sich 6,5 %. Das ist in etwa die Inflation seit der letzten Kindergeldanpassung, also real gar keine Erhöhung. Leute, rechnet selbst! Glaubt Politikern wie Ulla & Angela kurz vor Wahlen lieber nicht!
Steffen Liesegang, Bilanzbuchhalter und Dozent
Die Festsetzung des einheitlichen Beitragssatzes auf 15,5 % für alle gesetzlichen Krankenkassen (GKV) erfolgt unabhängig vom Zusatzbeitrag der Arbeitnehmer i. H. v. 0,9 %. Insgesamt sind es also 16,4 %, wovon die Arbeitgeber 7,75 % und die Arbeitnehmer 8,65 % tragen müssen. Dies ist für unsere Region eine gewaltige Last, da viele in den günstigen Kassen IKK Sachsen, IKK Thüringen, AOK Plus oder TKK (11,9 % bis 13,6 %) versichert sind und nun erheblich höhere Beiträge werden zahlen müssen.
Das trifft übrigens auch die Arbeitgeber, deren Lohnzusatzkosten kräftigst ansteigen, was die Bereitschaft zur Schaffung von Arbeitsplätzen nicht fördert. Die Behauptung, dass dies mit der für 18 Monate beschränkten Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung (ALV) auf 2,8 % und danach 3 % ausgeglichen werde, ist eine typische Politikeraussage, die nur wahr wäre, wenn wir bisher 15 % zur GKV gezahlt hätten - was nicht stimmt - siehe oben.
Zudem werden wohl die Beiträge zur ALV schon bald nach der Bundestagswahl deutlich angehoben werden, da dann die jetzt beginnende Rezession auf den Arbeitsmarkt durchschlagen wird. Schon jetzt kann die Bundesagentur mit 2,8 % nur auskommen, wenn sie ihre Rücklagen auflöst (siehe Statement der BA von heute).
Übrigens, mit Rückzahlungen von den GKV sollten die Versicherten keinesfalls rechnen. Die 15,5 % werden nicht ausreichen, um die steigenden Kosten bei im Folgejahr sinkenden Lohnsummen (wegen steigender Arbeitslosigkeit) zu begleichen. Dies hatten die Schätzer der Krankenkassen Super-Ulla bereits vorgerechnet und einen Beitrag von mindestens 15,8 % gefordert. Eher dürfte ab ca. September 2009 mit Zusatzprämien der Versicherten bei den GKV zu rechnen sein, die vom Risikostrukturausgleich zwischen den Kassen am stärksten gebeutelt werden.
Wenn man die avisierte Kindergelderhöhung um 10 Euro umrechnet, ergeben sich 6,5 %. Das ist in etwa die Inflation seit der letzten Kindergeldanpassung, also real gar keine Erhöhung. Leute, rechnet selbst! Glaubt Politikern wie Ulla & Angela kurz vor Wahlen lieber nicht!
Steffen Liesegang, Bilanzbuchhalter und Dozent
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz/knDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
