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Nicht vorschnell handeln!

Montag, 13. Oktober 2008, 11:59 Uhr
Im Bereich der Kabelanbieter tut sich was. Betroffen sind jetzt auch viele Kunden im Gebiet Nordthüringens. Um was es geht erfahren Sie hier...


Die Kabelanbieter in Deutschland haben das Bestreben, so die Verbraucherzentrale Thüringen, ihre Kunden vom Analog TV auf das lukrativere Digital TV umzustellen. Dabei geht man offensichtlich verschiedene Wege. Manche Kabelanbieter machen es mit einer ordentlichen Kündigung der analogen Kabel-Verträge.

Der im Norden Thüringens präsente Kabelanbieter Primacom geht offensichtlich einen anderen Weg. Man versucht mit sanftem Druck die Kunden aus ihrem Analog TV zu drängen. So hatte Primacom vor einigen Wochen angekündigt, schrittweise die Kanalbelegung zu verändern. Das erfolgte tatsächlich auch in zwei Schritten.

Nicht angekündigt war, dass dabei eine ganze Reihe Sender „auf der Strecke“ bleiben würde. So ist sicher der Wegfall des Verkaufskanals „HSE 24“ noch zu verschmerzen, aber gerade der bei Jugendlichen viel gesehene Musiksender „MTV“ ist für viele Musikfans doch ein „Schlag ins Kontor“.

Aber auch der bekannte Nachrichtensender N- TV ist nicht mehr in der Kanalbelegung. Und an statt des benachbarten 3. Programm aus Hessen ist jetzt das entlegen RBB aus Brandenburg zu finden, um nur einige Beispiele zu nennen. Und ob die Reinnahme des Senders „9-Live“ mit seinen vielen fragwürdigen Telefonspielen (hier gibt es immer wieder Kritiken) soviel ausgleicht, bleibt zu bezweifeln.

In den vergangenen Tagen haben nun, welch wundersame Fügung, die Kunden des Kabelanbieters ein schriftliches Angebot bekommen, auf Digital TV umzusteigen. Auf ebenfalls wundersame Weise sind natürlich viele verschwundene Sender, wie N-TV und MTV, wieder mit im Programmpaket enthalten, natürlich gegen Entgelt. Wobei man sich klar vor der Aussage im Schreiben drückt, ob die für das sogenannte Digital TV Basic zu zahlenden 4,99 Euro pro Monat alles ist, oder ob es zusätzlich zu bisherigen Preis zusätzlich zu zahlen ist. Natürlich fehlt auch im Informationsmaterial die notwendige vollständige Entgeltliste, denn für Digital TV braucht man auch einen Digital-Reciver, eine Smart-Card und die Einrichtungsgebühren (39,90) müssen ja auch noch bezahlt werden.

Die Verbraucherzentrale Thüringen rät, weder vorschnell den bisherigen Kabelvertrag zu kündigen, noch vorschnell das neue Kabel Digital TV zu bestellen. Man sollte sich so schnell wie möglich bei einer Verbraucherberatungsstelle (z.B. Nordhausen am August-Bebel-Platz 6) beraten zu lassen. Dazu sollte man seinen Mietvertrag, seinen Vertrag mit Primacom und/oder den Vertrag von Primacom mit seiner Vermieter (als Kopie) mitbringen.

Denn bei einem Wechsel lauern viele Fallstricke. Jeder Fernseher in der Wohnung braucht jetzt voraussichtlich eine eigene Smart-Card. Was kostet eine zweite Karte? In vielen Wohnungsgesellschaften wird das analoge Kabelprogramm noch über die seit Jahrzehnten eingebauten Kabel zur Verfügung gestellt. Ist es überhaupt Kabel Digital TV fähig?

Oft haben Kabelanbieter mit der Wohnungsgesellschaft Ausschließlichkeitsverträge abgeschlossen. Vielleicht kommen Sie aus Ihrem Kabelvertrag überhaupt nicht so ohne weiteres heraus? Die Einbeziehung des Vermieters ist dringendst angeraten.

Lassen Sie sich also von dem Angebot nicht vorschnell blenden, denn es könnten erhebliche versteckte Kosten (neue Kabel usw.) auf Sie zukommen. Auch wenn Ihnen eventuell ein Sonderkündigungsrecht wegen wegfallender Sender zusteht, prüfen Sie erst, ob es überhaupt Alternativen für Sie gibt!!! Also nicht vorschnell handeln, kann man hier nur raten!
Autor: khh

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