ARGE vor Umzug – Ein Schildbürgerstreich?
Dienstag, 14. Oktober 2008, 07:02 Uhr
Der Landrat bittet die Kreistagsmitglieder um Mithilfe bei der Suche nach einem neuen Domizil für die ARGE Kyffhäuserkreis. Wenn man in die Historie blickt, glaubt man schon an einen Schildbürgerstreich...
Die Arbeitsgemeinschaft Grundsicherung Kyffhäuserkreis (ARGE) hat ihren Sitz seit 2005 in der ehemaligen Liegenschaft der Bundesagentur für Arbeit in der Nordhäuser Straße, besser bekannt durch den ALDI-Komplex. Die Bedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger, welche die ARGE besuchen, sollen keinesfalls mehr akzeptabel sein. Es mussten Notarzteinsätze in vielen Fällen veranlasst werden, weil die hohen Temperaturen zu erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigungen führten.
Nach Aussage der Geschäftsführerin der ARGE, Elisabeth Katzmann, würde es eine Verbesserung bedeuten, wenn ein Umzug in die Schachtstr. 45, besser bekannt als das Weiße Haus, im Gewerbegebiet Kali, möglich wäre. Anfragen beim Land hinsichtlich des nicht mehr genutzten Staatlichen Umweltamtes brachten kein Ergebnis, da andere Landesämter in diese Immobilie einziehen werden.
Um diesen Umzug akzeptabel zu gestalten, würde man, laut Aussage von Landrat Peter Hengstermann (CDU), entsprechende Busanbindungen organisieren. Trotzdem ist diese Möglichkeit in Augen von Hengstermann nicht die optimale Variante, und man verhandelt auch noch mit der Bundesagentur über einen eventuellen Umtausch mit ihrem Gebäude, welches sich gegenüber dem Kaufland befindet, so Hengstermann.
Vor dem Kreistag bat Landrat Hengstermann um Mithilfe durch die Kreistagsmitglieder, alternative Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation zu finden.
Wenn man sich die einzelnen Varianten nochmals vor Augen führt, kommt man doch schwer ins Grübeln. Früher saß das damalige Arbeitsamt in besagtem Gebäude im Aldi-Komplex an der Nordhäuser Straße von Sondershausen. Man zog damals raus zum Schachtgelände, weil die Räumlichkeiten zu klein waren. Von den unzumutbaren Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter und Besucher war da nichts zu hören gewesen. Und wenn damals im Amt für Arbeit so schlechte Arbeitsbedingungen herrschten, warum ist man den danach auf die nun schon als verrückt zu bezeichnende Idee gekommen, die ARGE dort einzuquartieren? Oder hat in den letzten drei bis fünf Jahren wirklich so ein Klimawandel in Sondershausen stattgefunden?
Der Umzug der Agentur für Arbeit zum Gebäude gegenüber dem Kaufland wurde u. a. begründet wegen der zentraleren Lage und der besseren Erreichbarkeit. Heißt das im Umkehrschluss, die Hartz IV Empfänger sind weniger wert und denen kann man ruhig zumuten zum Schacht raus zu laufen, denn im Gegensatz zu vielen Medienberichten geht es vielen Hartz IV Empfängern nicht so üppig, dass man dafür sein Fahrzeug einsetzen kann, so noch eines überhaupt vorhanden ist. Und ob der angekündigte Busverkehr eher für die Mitarbeiter gedacht war, hatte Landrat Hengstermann in seiner Rede vor den Kreistagsmitgliedern offen gelassen.
Und wenn die Agentur für Arbeit aus ihrem jetzigen Standort wieder raus soll, wo soll sie dann hin? Vielleicht gar wieder raus zum Schacht? Hier tun sich dem Betrachter doch eine Reihe Fragen auf. Nur eines bleibt aber gewiss: Die ständigen Umzüge und Umbauten müssen die Arbeitnehmer tragen und nicht die Verantwortlichen, die von einem Ort zum anderen umziehen wollen. Man darf über die weitere Entwicklung gespannt sein.
Autor: khhDie Arbeitsgemeinschaft Grundsicherung Kyffhäuserkreis (ARGE) hat ihren Sitz seit 2005 in der ehemaligen Liegenschaft der Bundesagentur für Arbeit in der Nordhäuser Straße, besser bekannt durch den ALDI-Komplex. Die Bedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger, welche die ARGE besuchen, sollen keinesfalls mehr akzeptabel sein. Es mussten Notarzteinsätze in vielen Fällen veranlasst werden, weil die hohen Temperaturen zu erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigungen führten.
Nach Aussage der Geschäftsführerin der ARGE, Elisabeth Katzmann, würde es eine Verbesserung bedeuten, wenn ein Umzug in die Schachtstr. 45, besser bekannt als das Weiße Haus, im Gewerbegebiet Kali, möglich wäre. Anfragen beim Land hinsichtlich des nicht mehr genutzten Staatlichen Umweltamtes brachten kein Ergebnis, da andere Landesämter in diese Immobilie einziehen werden.
Um diesen Umzug akzeptabel zu gestalten, würde man, laut Aussage von Landrat Peter Hengstermann (CDU), entsprechende Busanbindungen organisieren. Trotzdem ist diese Möglichkeit in Augen von Hengstermann nicht die optimale Variante, und man verhandelt auch noch mit der Bundesagentur über einen eventuellen Umtausch mit ihrem Gebäude, welches sich gegenüber dem Kaufland befindet, so Hengstermann.
Vor dem Kreistag bat Landrat Hengstermann um Mithilfe durch die Kreistagsmitglieder, alternative Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation zu finden.
Wenn man sich die einzelnen Varianten nochmals vor Augen führt, kommt man doch schwer ins Grübeln. Früher saß das damalige Arbeitsamt in besagtem Gebäude im Aldi-Komplex an der Nordhäuser Straße von Sondershausen. Man zog damals raus zum Schachtgelände, weil die Räumlichkeiten zu klein waren. Von den unzumutbaren Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter und Besucher war da nichts zu hören gewesen. Und wenn damals im Amt für Arbeit so schlechte Arbeitsbedingungen herrschten, warum ist man den danach auf die nun schon als verrückt zu bezeichnende Idee gekommen, die ARGE dort einzuquartieren? Oder hat in den letzten drei bis fünf Jahren wirklich so ein Klimawandel in Sondershausen stattgefunden?
Der Umzug der Agentur für Arbeit zum Gebäude gegenüber dem Kaufland wurde u. a. begründet wegen der zentraleren Lage und der besseren Erreichbarkeit. Heißt das im Umkehrschluss, die Hartz IV Empfänger sind weniger wert und denen kann man ruhig zumuten zum Schacht raus zu laufen, denn im Gegensatz zu vielen Medienberichten geht es vielen Hartz IV Empfängern nicht so üppig, dass man dafür sein Fahrzeug einsetzen kann, so noch eines überhaupt vorhanden ist. Und ob der angekündigte Busverkehr eher für die Mitarbeiter gedacht war, hatte Landrat Hengstermann in seiner Rede vor den Kreistagsmitgliedern offen gelassen.
Und wenn die Agentur für Arbeit aus ihrem jetzigen Standort wieder raus soll, wo soll sie dann hin? Vielleicht gar wieder raus zum Schacht? Hier tun sich dem Betrachter doch eine Reihe Fragen auf. Nur eines bleibt aber gewiss: Die ständigen Umzüge und Umbauten müssen die Arbeitnehmer tragen und nicht die Verantwortlichen, die von einem Ort zum anderen umziehen wollen. Man darf über die weitere Entwicklung gespannt sein.
