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Wettbewerb auf dem Feld

Donnerstag, 30. Oktober 2008, 09:06 Uhr
Zur heute beginnenden 10. Jahrestagung des Thüringer Bauernverbandes äußerte sich dessen Präsident Dr. Klaus Kliem zur aktuellen Lage.

„Wettbewerb ist der Motor für den Agrarmarkt.“ Das sagte Dr. Klaus Kliem, Präsident des Thüringer Bauernverbandes, am Rande der 10. Jahrestagung Thüringer Landwirtschaft, die heute in Erfurt stattfindet. „Wir Thüringer Landwirte wollen uns am Markt behaupten. Hierfür brauchen wir eine Politik, die verlässliche politische Rahmenbedingungen setzt und nicht die unternehmerische Handlungsfreiheit der Bauern beschränkt“, so Kliem.

Klar sei aber auch, dass Politik sich nicht vollständig aus der Landwirtschaft zurückziehen könne. Land- und Ernährungswirtschaft könne nicht allein den Gesetzen des Marktes überlassen werden, sagte Kliem weiter. „Wir Bauern tragen dafür Verantwortung, dass die Verbraucher mit hochwertigen Lebensmitteln versorgt werden. Unsere Produktion muss daher auch in Zeiten von Marktkrisen sichergestellt sein. Dafür brauchen wir die Unterstützung von den politisch Verantwortlichen“, betonte Kliem.

Angesichts der gestiegenen Kosten für Energie und Düngemittel seien flankierende Maßnahmen dringend notwendig. In diesem Zusammenhang bedauerte der Bauernpräsident, dass es immer noch keine Entlastung beim Agrardiesel gebe. Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten sei die Steuerlast in Deutschland enorm. „Während unsere Berufskollegen in Frankreich fast null Cent Steuern pro Liter Diesel zahlen, werden wir mit 40 Cent je Liter belastet. Das sind echte Wettbewerbsverzerrungen, die abgebaut werden müssen“, so Kliem.

Unverständnis äußerte der Landesbauernpräsident darüber, dass sich Landwirte immer wieder die für die finanziellen Beihilfen rechtfertigen müssen. „Wenn Deutschland für die Rettung einer Bank mehr Geld ausgibt, als die gesamte EU für den Agrarsektor bereitstellt, dann wundert es mich schon, dass in den Finanzmarkt Unsummen an Geld gepumpt werden können, aber für die Ernährungssicherung der Bevölkerung nur Peanuts übrig sein sollen“, erklärte Kliem abschließend.
Autor: nnz

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