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Bodo Ramelow on Tour (2)

Montag, 03. November 2008, 19:55 Uhr
Roßleben soll wieder Kalistandort werden, so der Spitzenkandidat der Linken, Bodo Ramelow. Politisch wünscht sich Ramelow, dass es nicht Kali und Salz ist. Dies und weitere Infos im zweiten Teil der kn-Berichterstattung...

Bodo Ramelow on Tour (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bodo Ramelow on Tour (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Während der Spitzenkandidat der Linken für die Landtagswahl im nächsten Jahr in Sondershausen unterwegs war, verteilten Mitglieder der Linken fleißig Prospekte neben dem Tourbus. Wichtiges Thema für Bodo Ramelow sind Fragen der Energieversorgung. So nahm es nicht Wunder, er bei seiner Tour bei den Stadtwerken Sondershausen vorbei schaute. Die Energiekonzeption, welche die Stadtwerke bezeichnete er als pfiffige Arbeit. Insbesondere die Verknüpfung von klassischer Stadtwerke -Konzeption und Verknüpfung mit der Wasserwirtschaft (TAZ) bezeichnete Ramelow als zukunftsweisend für Energieversorger.

Aber auch die Hinwendung zu regenerativen Energien, wie bei den Stadtwerken Sondershausen praktiziert, decken sich mit den Vorstellungen, die er im Wahlkampf ansprechen will. Hinsichtlich der Gas- und Ölpreise angesprochen, könne er die derzeitige Preisentwicklung der Konzerne nicht nachvollziehen. Bei den Gesprächen mit den Stadtwerken wurde bei der Energieversorgung auf eine stabile eigenständige Versorgung orientiert. Im Gespräch war die Nutzung einheimischer Rohstoffe, aber nicht solche, die für die menschliche Ernährung wichtig und notwendig seien.

Ins Gespräch dabei brachte Bodo Ramelow dabei die modernste Holzhachschnitzelanlage für die Gewinnung von Energie und Wärme, die er bei seiner jüngsten Tour in Hermsdorf gesehen hatte. Eine exzellente Anlage, bei der Ascheanfall nur bei 2% liege. Dabei sprach er sich für dezentrale Anlagen aus, da Wärme nicht Kilometer weit transportiert werden sollte.

Zum Abschluss seines Sondershausen-Besuches kam, gab es einen intensiven Meinungsaustausch mit Landrat Peter Hengstermann (CDU). Dabei gab es sowohl übereinstimmende Meinungen, als auch gegensätzliche Meinungen. Totale Übereinstimmung gab es in dem Wunsch, dass Roßleben wieder die Kalisalzproduktion aufnimmt. Das wäre ein wichtiges Zeichen für die Region. Politisch wünscht er sich, dass es aber nicht durch die Kali und Salz AG sei. Das hat wahrscheinlich auch historische Ursachen, denn er war damals Schlichter in Bischofferode, und hatte dabei schon mit Kali und Salz zu tun. Ob es aber sinnvoll ist, bei so einer laufenden Ausschreibung sich schon vorzeitig politisch zu äußern, steht auf einem anderen Blatt.

Auch in der Frage des Verkehrs im Norden Thüringens war man sich weitgehend einig. Der Verkehrswegebau sei zu langsam, der Anschluss der A71 müsse vorangetrieben werden. Auch eine bessere Ost-West-Verbindung hat Ramelow angemahnt und brachte da besonders die stillgelegte Kyffhäuserbahn wieder ins Gespräch. Laut Ramelow müssen die Regionalbahnen in Thüringen wesentlich besser gefördert werden.

Hinsichtlich einer bevorstehenden Verwaltungs- und Gebietsreform gab es erwartungsgemäß nicht in allen Punkten Übereinstimmung. Aber auch dort fand man gemeinsame Nenner im Erfahrungsaustausch. Ramelow und Hengstermann waren sich offensichtlich einig, dass eine Abschaffung des Landesverwaltungsamtes geben müssen. Die von Ramelow ins Spielgebrachte neue Strukturierung der Landkreise (es sollen 8 noch nicht näher bezeichnete Gebilde geben) fand offensichtlich nicht die Zustimmung von Hengstermann, denn nach Ramelows Vorstellungen würde es im Norden Thüringens nur noch zwei Struktureinheiten geben.

Laut Hengstermann sei man aber auch in der jetzigen Form der Landkreis bald nicht mehr handlungsfähig. Beeindruckt zeigte sich Ramelow auch von den durch Hengstermann geschilderten Problemen in ausgedehnten Gemeinden wie dem Helbedündorf, die trotz schon riesiger territorialer Ausdehnung nicht mehr auf geforderte Gemeindegröße kämen. Einig war man sich dabei aber wieder, dass es hier weiteren Dialog geben müsse. Daher soll es zwischen beiden Politikern weiteren Erfahrungsaustausch geben.
Bodo Ramelow on Tour (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bodo Ramelow on Tour (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Nach dem Pressegespräch zog Bodo Ramelow mit seinem Tourbus weiter nach Nordhausen, wo es am Nachmittag und Abend analoge Gespräche wie in Sondershausen geben wird.
Autor: khh

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