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jugend.innovations.zentrum eröffnet

Samstag, 13. Dezember 2008, 07:05 Uhr
Zwar wurde das Projekt in Eisleben eröffnet, es zählt aber zum Modellvorhaben "Demografischer Wandel - Region schafft Zukunft", wo ja auch der Kyffhäuserkreis einbezogen ist. Schlimm allerdings, um welche Themen es teils ging...

Dazu gab es aus dem Institut für Ressourcenmanagement, dem Koordinator für das Modellvorhaben folgende Pressmeldung:

"Wir stehen in Ostdeutschland im Wettbewerb um die klugen Köpfe, um die Jugendlichen. Die ostdeutschen Regionen müssen mehr tun, um die Ausbildungsakquise zu verstärken. Das Projekt ist ein Beispiel wie dies gelingen kann." Das sagte Ulrich Kasparick, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung heute anlässlich der Eröffnung des jugend.innovations.zentrum Eisleben. Das jugend.innovations.zentrum - kurz j.i.z - ermöglicht begabten Jugendlichen im Landkreis Mansfeld-Südharz mit schulbegleitenden Interessengemeinschaften neue Wege in den Beruf. Es wird im Rahmen des Modellvorhabens "Demografischer Wandel - Region schafft Zukunft" vom Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer gefördert.

Fachkräftesicherung für die Arbeitsplätze von Morgen
Gemeinsam mit Gerhard Kern vom Vorstand der Mittelstandsvereinigung Mansfeld-Südharz und Frank Höhle von der Arbeitsagentur Sangerhausen machte sich Kasparick ein Bild von dieser neuen Form der Berufsorientierung und dem mobilen Technikzentrum im Projektbus. Die Interessengemeinschaft Elektronik/IT präsentierte erste Ergebnisse ihrer Arbeit an einer eigenen Website, die im Laufe der letzten Woche, unterstützt von Fachleuten regionaler Unternehmen entstanden sind. Als Nächstes wollen Elisa Böttger und Johannes Lausen (beide 14 Jahre alt) und Nicole Peschka (15 Jahre) von der Sekundarschule "Am Salzigen See" in Röblingen den Internetauftritt für ihre Schule gestalten. Schuldirektorin Hannelore Laise sicherte ihre Unterstützung zu.

Kasparick: "Wir wollen mit dem Projekt sowohl etwas für die ostdeutsche Wirtschaft tun als auch etwas gegen die Arbeitslosigkeit in den neuen Ländern unternehmen. Denn gut ausgebildete Fachkräfte sichern die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Gute Qualifikation und hochwertige Aus- und Weiterbildung sind auch erfolgreiche Mittel, um Arbeitslosigkeit vorzubeugen und in Arbeit zu integrieren."

Die enge und frühzeitige Kooperation zwischen Schule, regionalen Unternehmen, Arbeitsagenturen und Bildungseinrichtungen ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit im j.i.z. Eine weitere Besonderheit ist der mit mobilen Arbeitsplätzen ausgestattete Projektbus, der in dem flächenmäßig großen Landkreis die kontinuierliche Mitarbeit der Jugendlichen an verschiedenen Standorten ermöglicht. Das j.i.z selbst ist im alten Lehrerseminar der Lutherstadt Eisleben beheimatet, das seit der Sanierung 1998 vom Verein für Integration, Beschäftigung und Soziales e.V. betrieben wird.
Das Projekt ist Teil des demografischen Handlungskonzepts Südharz-Kyffhäuser und wird im Modellvorhaben "Demografischer Wandel - Region schafft Zukunft" gefördert.

Lässt man sich diese Pressmeldung aber wirklich mal auf der Zunge zergehen, dann muss man sich fragen, was wird denn mit den vier Millionen Euro aus dem Modellvorhaben angestellt. Wenn da zu lesen ist, dass im Rahmen des Modellvorhabens über den Internetauftritt für eine Schule diskutiert wird, dann werden hier offensichtlich jede Menge Steuergelder verplempert. Nichts gegen den pädagogischen Wert des Homepagebaus, aber ohne Arbeitsplätze wird unsere Region bald nur noch als Ausflugsgebiet taugen, wenn da nicht sinnvollerer Maßnahmen greifen.

Da kann man Landrat Peter Hengstermann (CDU) nur gratulieren, dass er lieber zur Eröffnung des Schmücketunnels gefahren war, die fast zeitgleich stattfand, denn eingeladen war er auch nach Eisleben. Auch ohne Gelder aus dem Modellvorhaben funktioniert in Sondershausen auch schon ein Internetauftritt einer Schule, www.wezelschule.de, und das ist bestimmt nicht die einzige Im Kyffhäuserkreis.

Karl-Heinz Herrmann
Autor: khh

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