Vertane Chancen?
Dienstag, 13. Januar 2009, 11:11 Uhr
Bei der Klimaerwärmung auf der Welt werden kalte Winter immer seltener. Umso erstaunlicher, wie wenig man die Kälte für Spritzeisbahnen genutzt hat. Auch Sondershausen hatte eine Chance, wie ein Leser hinwies....
Bei Frühtemperaturen nahe bis sogar leicht über dem Gefrierpunkt, scheint die extrem Kältewelle zumindest vorläufig erst mal abzuflachen. Zeit auch mal ein kleines Fazit zu ziehen. Obwohl die Temperaturen bis –20 °C in den Keller gingen und die Frostperiode doch etliche Tage anhielt hatte es im Kyffhäuserkreis leider keine Kommune auf die Reihe gebracht, eine Spritzeisbahn, insbesondere natürlich für Kinder und Jugendliche, auf die Reihe zu bringen, sieht man mal von privaten Initiativen bei Ritteburg ab.
Von, wer weiß wie lange die Kältewelle nur bleibt, über wir haben keine Fläche dafür, bis hin zur Behauptung, nach den vielen warmen Wintern hätten die Kinder ja doch keine Schlittschuhe mehr, waren alle möglichen Ausreden zuhören. Fehlende Mittel durften dabei in der Aufzählung nicht fehlen. Sicher ist von allem ein Körnchenwahrheit dabei. Aber wie sagt man so schön, wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch.
Stattdessen großes Abwarten, dass die Teiche und Seen zufrieren. Dass dauert aber meist tatsächlich etwas länger. Der nicht mal sehr tiefe kleine Teiche im Schlosspark von Sondershausen hat aber gerade mal ein Eisstärke von 11 cm erreicht. In der Presseanfrage an die Thüringer Stiftung Schlösser und Gärten kam die Antwort:
Um das Eislaufen zu gestatten, muss eine Eisdicke von 15 cm erreicht werden. Derzeit sind es 11 cm, dass das Betreten des kleinen Parksees (der große wird saniert) derzeit nicht möglich ist, so Dr. Susanne Rott, Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit.
Das Abwarten kann aber auch Folgen haben. Kinder und Jugendliche suchen sich unkontrolliert eigene Möglichkeiten. In Bayern sind letztes Wochenende rund 19 Personen im Eis eingebrochen. Das es in Thüringen noch nicht passierte, ist wohl mehr Zufall. Gleich ein ganzes Eishockeystadion hat man sich am Hammateich in Sondershausen zum Beispiel geschaffen. Kontrolle der Eisdicke? Nebensache.
Aber vielleicht reagiert die Stadt ja noch. Eine Eisdickenmessung am sehr flachen Hammateich könnte eine ausreichende Dicke beweisen. Noch ist es nicht zu spät, denn die Temperaturen sollen in den nächsten Tagen wieder kräftig in den Keller gehen, zumindest Nachts. Dann könnte wenigstens der Hammateich als Eislauffläche offiziell freigegeben werden.
Thema Spritzeisbahn (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Aber auch an anderer Stelle hat man in Sondershausen glatt verpasst eine Spritzeisbahn zu bauen. Den Tipp eines Lesers hat sich kn vor Ort angeschaut. Der große Parkteich im Schlossgarten von Sondershausen ist wegen Sanierungsarbeiten weitgehend abgelassen (kleines Bild Pfeil). Durch Restwasser haben sich die Vertiefungen, wie unteres Foto zeigt, ausgeglichen und eine recht ebene Fläche geschaffen. Auch hier hat man schon versucht, wie das Bild zeigt, auf dem Eis Sport zu treiben. Wäre ein Teil dieser Fläche gründlich gesäubert worden, hätte man mit Hilfe der Feuerwehr und etwas Wasser eine Spritzeisbahn bauen können, die auch noch nahe am Stadtzentrum liegt. Aber wie gesagt, man hätte, denn der Tipp, so gut er gemeint war, kam wohl etwas zu spät.
Und das der Leichtsinn noch keine Folgen hatte, ist wie oben schon gesagt eher Zufall. Wer in die Bildergalerie schaut, kann genügend Fotos sehen, bei denen zu erkennen ist, wie sowohl über Hammateich, Kiesgrube oder kleinen Parkteich die vielen Spuren gehen, auf denen Leichtsinnige unterwegs waren. Am Kiesgrubensee in Sondershausen waren offensichtlich so gar Skiläufer auf der dünnen Schnee- und Eisdecke unterwegs, wenn man die Spuren richtig deutet. Es sind aber auch Bilder zu erkennen, bei denen man die Gefahren sogar erahnen kann. Denn dass könnten, bzw. sind mit großer Wahrscheinlichkeit Risse und Spalten im Eis. Und was auch zu bemerken war: Warnschilder auch in Stadtnähe, welches das Betreten des Eises verbietet sind leider auch eine Fehlanzeige.
Wenn hier Sondershausen als Beispiel genannt wurde, dann ist das sicher nur ein Detail. In anderen Orten würde man bei näherer Kontrolle mit Sicherheit ähnliche Probleme vorfinden. Eines sollte aber dieser Winter wenigsten lehren. Zum Thema Spritzeisbahnen sollte man sich schon im Sommer Gedanken machen, damit man bei großer Kälte im Winter nur noch agieren muss. Genügend Spritzeisbahnen schützen Kinder und Jugendliche besser davor, nicht auf unsicheren Teichen, Seen oder gar Flüssen rumzuturnen, wie das am Freitag gar zwei Jugendlich auf der Wipper nahe des alten Backwarenbetriebs versuchten.
Autor: khhBei Frühtemperaturen nahe bis sogar leicht über dem Gefrierpunkt, scheint die extrem Kältewelle zumindest vorläufig erst mal abzuflachen. Zeit auch mal ein kleines Fazit zu ziehen. Obwohl die Temperaturen bis –20 °C in den Keller gingen und die Frostperiode doch etliche Tage anhielt hatte es im Kyffhäuserkreis leider keine Kommune auf die Reihe gebracht, eine Spritzeisbahn, insbesondere natürlich für Kinder und Jugendliche, auf die Reihe zu bringen, sieht man mal von privaten Initiativen bei Ritteburg ab.
Von, wer weiß wie lange die Kältewelle nur bleibt, über wir haben keine Fläche dafür, bis hin zur Behauptung, nach den vielen warmen Wintern hätten die Kinder ja doch keine Schlittschuhe mehr, waren alle möglichen Ausreden zuhören. Fehlende Mittel durften dabei in der Aufzählung nicht fehlen. Sicher ist von allem ein Körnchenwahrheit dabei. Aber wie sagt man so schön, wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch.
Stattdessen großes Abwarten, dass die Teiche und Seen zufrieren. Dass dauert aber meist tatsächlich etwas länger. Der nicht mal sehr tiefe kleine Teiche im Schlosspark von Sondershausen hat aber gerade mal ein Eisstärke von 11 cm erreicht. In der Presseanfrage an die Thüringer Stiftung Schlösser und Gärten kam die Antwort:
Um das Eislaufen zu gestatten, muss eine Eisdicke von 15 cm erreicht werden. Derzeit sind es 11 cm, dass das Betreten des kleinen Parksees (der große wird saniert) derzeit nicht möglich ist, so Dr. Susanne Rott, Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit.
Das Abwarten kann aber auch Folgen haben. Kinder und Jugendliche suchen sich unkontrolliert eigene Möglichkeiten. In Bayern sind letztes Wochenende rund 19 Personen im Eis eingebrochen. Das es in Thüringen noch nicht passierte, ist wohl mehr Zufall. Gleich ein ganzes Eishockeystadion hat man sich am Hammateich in Sondershausen zum Beispiel geschaffen. Kontrolle der Eisdicke? Nebensache.
Aber vielleicht reagiert die Stadt ja noch. Eine Eisdickenmessung am sehr flachen Hammateich könnte eine ausreichende Dicke beweisen. Noch ist es nicht zu spät, denn die Temperaturen sollen in den nächsten Tagen wieder kräftig in den Keller gehen, zumindest Nachts. Dann könnte wenigstens der Hammateich als Eislauffläche offiziell freigegeben werden.
Thema Spritzeisbahn (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Aber auch an anderer Stelle hat man in Sondershausen glatt verpasst eine Spritzeisbahn zu bauen. Den Tipp eines Lesers hat sich kn vor Ort angeschaut. Der große Parkteich im Schlossgarten von Sondershausen ist wegen Sanierungsarbeiten weitgehend abgelassen (kleines Bild Pfeil). Durch Restwasser haben sich die Vertiefungen, wie unteres Foto zeigt, ausgeglichen und eine recht ebene Fläche geschaffen. Auch hier hat man schon versucht, wie das Bild zeigt, auf dem Eis Sport zu treiben. Wäre ein Teil dieser Fläche gründlich gesäubert worden, hätte man mit Hilfe der Feuerwehr und etwas Wasser eine Spritzeisbahn bauen können, die auch noch nahe am Stadtzentrum liegt. Aber wie gesagt, man hätte, denn der Tipp, so gut er gemeint war, kam wohl etwas zu spät.Und das der Leichtsinn noch keine Folgen hatte, ist wie oben schon gesagt eher Zufall. Wer in die Bildergalerie schaut, kann genügend Fotos sehen, bei denen zu erkennen ist, wie sowohl über Hammateich, Kiesgrube oder kleinen Parkteich die vielen Spuren gehen, auf denen Leichtsinnige unterwegs waren. Am Kiesgrubensee in Sondershausen waren offensichtlich so gar Skiläufer auf der dünnen Schnee- und Eisdecke unterwegs, wenn man die Spuren richtig deutet. Es sind aber auch Bilder zu erkennen, bei denen man die Gefahren sogar erahnen kann. Denn dass könnten, bzw. sind mit großer Wahrscheinlichkeit Risse und Spalten im Eis. Und was auch zu bemerken war: Warnschilder auch in Stadtnähe, welches das Betreten des Eises verbietet sind leider auch eine Fehlanzeige.
Wenn hier Sondershausen als Beispiel genannt wurde, dann ist das sicher nur ein Detail. In anderen Orten würde man bei näherer Kontrolle mit Sicherheit ähnliche Probleme vorfinden. Eines sollte aber dieser Winter wenigsten lehren. Zum Thema Spritzeisbahnen sollte man sich schon im Sommer Gedanken machen, damit man bei großer Kälte im Winter nur noch agieren muss. Genügend Spritzeisbahnen schützen Kinder und Jugendliche besser davor, nicht auf unsicheren Teichen, Seen oder gar Flüssen rumzuturnen, wie das am Freitag gar zwei Jugendlich auf der Wipper nahe des alten Backwarenbetriebs versuchten.








