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Stadt übernimmt Borntalschulgebäude

Dienstag, 20. Januar 2009, 07:03 Uhr
Was das bedeuten wird, erläuterte Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) gestern auf der Einwohnerversammlung Borntal/Jecha...

Bei der gestrigen Einwohnerversammlung Borntal/Jecha im Schulungsraum der Feuerwehr war der Ansturm nicht gerade riesig. Aber immerhin 25 Gäste kamen, davon allerdings gleich fünf Stadträte. Das Interesse war groß, sollte doch etwas über das Schicksal der Borntal-Schule gesagt werden.

Seit geraumer Zeit findet in der ehemaligen Borntal-Schule in Sondershausen (Ecke Edmund-König-Straße/Kurt-Hafermalz-Straße) kein Unterricht mehr statt. Der demografische Wandel hinterlässt sein Spuren, weil nicht mehr genügend Schüler da sind. Das einzige, was in diesem Komplex noch genutzt wird, ist die Turnhalle.

Der mehr als klamme Kreis hat mit Sicherheit keine finanziellen Mittel, um das ehemalige Schulgebäude wieder auf „Vordermann“ zu bringen, da ist sich Bürgermeister Kreyer sicher. Wenn also der Kreis das Gebäude behält, da ist sich Kreyer sicher, wird das Gebäude weiter verfallen und zu einem Abenteuerspielplatz, wenn nicht vielleicht gar zu einem Rattenloch verkommen. Diese Befürchtungen sind sicher nicht von der Hand zu weisen. Schon auf der Einwohnerversammlung am 25.02.2008 hatte Kreyer die Möglichkeit genannt, die Option des Rückkaufes zu erwägen.

Was damals nur angedeutet wurde, wird nun Realität. Die Stadt wollte eigentlich schon im Dezember an den Kreis rantreten und die Verhandlungen über den Rückkauf des gesamten Geländes aushandeln. Im Januar soll es aber nach Worten von Kreyer nun endgültig erfolgen. Kreyer rechnet dabei mit keinen allzu hohen Kosten. Da die Stadt als Voreigentümer das Vorkaufsrecht hat, und nur die Wertsteigerungen bezahlen muss, die dem Gebäude wiederfuhren, rechnet Kreyer mit ca. 19.000 Euro (sogenannte Wertsteigerungen Hauptsache wegen Beiträgen für TAZ). Denn nicht nur das Schulgebäude, sondern auch die Turnhalle, sind in einem bedauernswerten Zustand, wie es Kreyer noch gelinde ausgedrückt hat.

Wobei das Schicksal des eigentlichen Schulgebäudes schon besiegelt zu sein scheint. Da bisher kein Interessent für das Gebäude gefunden wurde (die Armee hatte dankend abgewunken), wird das Schulgebäude wohl mit großer Sicherheit abgerissen. Für so einen Abriss wird die Stadt laut Kreyer sogar Fördermittel bekommen, die der Kreis zum Beispiel in keinem Falle erhalten würde, d.h. der Kreis müsste den Abriss komplett bezahlen. Kreyer räumte aber ein, dass auch die Stadt für den Abriss etwas zuschießen müsste.

Da die Stadt zuständig für die Organisation des Freizeitsports ist, wird die marode Turnhalle trotzdem bestehen bleiben. Gerade wegen des Fußbodens sei sie für die Turner besonders wichtig (Verankerungen für Turngeräte). Kreyer sagt, die Turnhalle würde so weiterbesten, bis sie baurechtlich gesperrt werden muss, oder aber ein Neubau einer anderen Turnhalle diese Halle überflüssig machen würde. Die Trennung der Turnhalle in der Versorgung vom anderen Schulgebäude ist schon in Angriff genommen worden. Damit gibt es erst mal Entwarnung, dass die Turnhalle als Trainingsstätte wegfallen könnte.

Das übrige Gelände soll mittel- und langfristig als Bauland genutzt werden. Kreyer ist sich sicher, dass das Gelände später mal für Eigenheime lukrativ werden wird, schon wegen der gute Verkehrslage und der Nähe zum Zentrum. Allerdings, so räumte er ein, wird das erst sein, wenn die Turnhalle nicht mehr genutzt werden würde (Lärmbelästigung bis 22:00 Uhr).

Ganz ohne Widerspruch ging die Übernahmeankündigung nicht ab. Stadträtin Sigrid Rößner (Die Linke) hatte anfangs doch schon einige Einwände. Aber hinsichtlich der Frage, warum der Stadtrat in diesem Falle der Übernahme nicht gefragt wurde, musste sie sich von Kreyer belehren lassen, dass diese Entscheidung die Stadtverwaltung allein treffen durfte, also nicht der Zustimmung oder Einbeziehung des Stadtrates bedurfte.

Auch hinsichtlich ihrer Frage, warum die Stadt mit dem Abriss trotzdem Kosten übernehmen will, kamen entscheidende Gegenargumente. Langfristig wird sich die Wertsteigerung als Bauland bezahlt machen, und als Stadt sei man nun mal auch für das Aussehen verantwortlich. Es sei allemal besser aus dem Gelände eine grüne Wiese mit ein paar Bäumen zu machen, als eine Ruine stehen zu lassen, so Bauamtsleiter Manfred Kucksch in der Erwiderung. Diesem Argument konnte sich wohl keiner der Anwesende widersetzen.

Man muss aber wohl erst mal die Verhandlungen im Januar mit dem Kreis abwarten. Schon deshalb hatten weder Kucksch, noch Kreyer etwas zum zeitlichen Ablauf verlauten lassen.

Autor: khh

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