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Stopp für Führerschein-Tourismus

Freitag, 23. Januar 2009, 15:44 Uhr
Jetzt ist es amtlich: der Führerschein-Tourismus hat ein Ende. Der TÜV Thüringen warnt vor dubiosen Anbietern im Internet, die eine angeblich unkomplizierte Wiedererlangung der Fahrerlaubnis im benachbarten Ausland anbieten.

„Exil-MPU-ler“ haben seit der Umsetzung der 3. EU-Führerscheinrichtlinie Anfang dieser Woche keine Chance mehr, mit im Ausland erworbenen Führerscheinen auf deutschen Straßen zu fahren. Wenn der Führerschein in Deutschland entzogen und eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet wurde, gilt eine im europäischen Ausland erworbene Fahrerlaubnis nicht. Der so genannte Führerschein-Tourismus ist somit faktisch eingedämmt.

Dr. Don DeVol, Verkehrspsychologe am Institut für Verkehrssicherheit des TÜV Thüringens, kann die Motive der straffällig geworden Verkehrssünder zwar nachvollziehen, warnt aber vor den EU-Nachbarschaftsführerscheinen. „Schließlich wird eine medizinisch-psychologische Untersuchung nicht ohne Grund angewiesen. Von Seiten der Behörden bestehen immer Zweifel an der Kraftfahrteignung. Betroffene sind derart auffällig geworden, dass zu klären ist, ob von ihnen in Zukunft ein Verkehrsrisiko ausgeht.“

Finanziell oder zeitlich kann der MPU-„Flüchtling“ im Übrigen bei einer Fahrschule im Ausland nicht sparen. Im Gegenteil, fragwürdige Vermittler verlangen oft mehr als 1.000 Euro für den ausländischen „Lappen“. Eine MPU zu absolvieren, ist natürlich für den Betroffenen oft unangenehm, weiß Dr. DeVol: „Viele haben einfach Angst oder schämen sich, es Freunden oder Kollegen zu erzählen.“ Allerdings ist diese Angst völlig unberechtigt. Der TÜV Thüringen empfiehlt eine Beratung im Vorfeld der MPU. Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung soll klären, ob sich der Verkehrssünder ausreichend mit seinem Delikt auseinandergesetzt und entsprechende Konsequenzen daraus gezogen hat.

In Deutschland werden jährlich mehr als 100.000 MPU-Gutachten angeordnet. Mehr als 75 Prozent entfallen dabei auf Drogen-, Medikamenten- und Alkoholsünder. Die Erhöhung der Verkehrssicherheit ist das primäre Ziel der Verkehrsexperten des TÜV Thüringen. Mit dem Institut für Verkehrssicherheit leistet der TÜV Thüringen einen aktiven Beitrag für die Sicherheit auf unseren Straßen.
Autor: nnz/kn

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