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Nachbetrachtung zum Wirtschaftsforum

Samstag, 24. Januar 2009, 07:01 Uhr
Zu dem am Donnerstag bis zum späten Abend gehenden Wirtschaftsforum in Sondershausen hat sich unser Leser Hans-Jürgen Schmidt so seine eigenen Gedanken und Vorschläge gemacht...

Unter Kultur ist langläufig zu verstehen, was der Mensch als gesellschaftliches Wesen oder die Völker zu verschiedenen Zeiten und auf unterschiedlicher Weise produktiv bearbeitet oder gestalterisch hervorgebracht haben. Ein Bestandteil der Kultur ist die Fähigkeit sich mit Problemen in einer Art Streitkultur auseinander setzen zu können, die zu produktiven Ergebnissen führt. Gestern Abend stand der Widerspruch von Ökonomie und Kultur auf der Tagesordnung. Sascha Hollands formulierte das in der "TA" mit der Schlagzeile "Unglückliche Partner". Das heißt es gibt Widersprüche.

Erinnert sei an Dr. Paulus, der in seien Ausführungen ausführlich auf die Zeit der venezianischen Hochkultur eingegangen ist und unglücklicher Weise in ein Fettnäpfchen getreten war, in dem er Hand Dresdens den Vergleich zu der Zerstörung Dresdens im Februar 1945 mit den Bau einer Brücke verglichen hat, die Dresden nicht mehr unter dem Aspekt Weltkulturerbe einordnen würde. Die bezieht sich auf eine unqualifizierte Antwort auf den Hinweis von Frau Monika Lambrecht, die Vorsitzende des SGW, die sagte, dass die Medici nur sich für die Kunst einsetzen konnten, da ein gewisser Reichtum sie dazu befähigte. Damit ist doch das "Sein" angesprochen. Und das "Sein" ist eben die ökonomische Basis. Auch wenn der Preis eines künstlerischen Produktes nicht mit dem Wert verglichen werden kann, so ist doch die Basis einer kulturellen Handlung erst mal die Klärung der Frage : Was kostet es? Wo bekommt man die Mittel her?

Die Streichung für Gelder, um Mitarbeiter in unseren Museen bezahlen zu können oder einfach Geld fehlt, um Tafeln für den Geopfad Kaliberbau aufzustellen, muss man als sehr schmerzlich bezeichnen. Es ist zu bedenken, dass ein Betrieb erst Gewinn machen muss, um als Sponsor zu wirken. Dabei gehen die Milliardenbeträge, die den Banken in Aussicht gestellt werden, unwillkürlich durch den Kopf.

Ein Fakt ist, dass der Tourismus einen nicht zu verachtenden Wirtschaftsfaktor darstellt. Derjenige, der in der Welt herumgekommen ist, kann beurteilen was die Pflege des kulturellen Erbes gepaart mit den Schönheiten einer Landschaft einbringt. Wir können in unserer Heimat damit wuchern. Das kommt in einer Aussage des Moderators des Forums, des Wirtschaftsredakteurs der "TA" , Dietmar Grosser, zum Ausdruck, der Sondershausen als "Perle" im Wippertal bezeichnetet. Dabei bietet Bad Frankenhausen, Wiehe oder Westgreußen auch Sehenswertes, um weitere Beispiele anzuführen.

Nicht vergessen sollte man dabei die Natur. Allein der Orchideenschatz auf der Hainleite sollt zu geführten Wanderungen anregen. Das dabei schon vieles erreicht wurde, dokumentiert die Besucherzahl von 30 000 im Erlebnisbergwerk. Dr. Springer konnte in seinen Ausführungen den Nachweis erbringen, dass unternehmerisches Handel ohne weiteres zur kulturellen Belebung beitragen kann. Erinnert sei an den Festsaal in 760 m Teufe oder die Rettung der Figur der heiligen Barbara aus einem Schuttberg in Meinigen. Ähnliches wurde auch vom Lars Tietje, den Intendanten vom Nordhäuser Theater und dem Sondershäuser Lohorchester nachgewiesen, in dem er auf eine Studie verweis, in der ausgesagt wurde, dass staatliche Zuschüsse an das Theater und dem Orchester auch der einheimischen Wirtschaft zu Gute kommen.

Das konnte auch Herbert Knischka, der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Kyffhäuser mit einigen Zahlen bestätigen. 347.880 Übernachtungen im Kyffhäuserkreis und davon 111.000 in Sondershausen sorgen dafür, dass das die Gastronomie, das Hotelgewerbe und die kulturellen Einrichtungen davon profitieren. Das ist jedoch nicht genug. Neue Hotelkapazitäten sind notwendig. Deshalb klang der Hinweise von Dr. Paulus, dem Direktor Thüringer Schlösser und Gärten optimistisch, dass es zu einem Neubau im Bereich des Schlosses in Sondershausen kommen könnte.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Forum brachte den über 100 Teilnehmern in Saal viele neue Erkenntnis und Hinweise. Um noch Weiteres zu bewegen können, müssen die führenden Unternehmen des Kreises, die Leiter von Kultureinrichtungen, die Vertreter des Tourismusgewerbes an einen Tisch, um zu beraten, wie ökonomische Zwänge und kulturelle Bedürfnis in Einklang zu bringen sind, um die Aussage vom Bürgermeister Joachim Kreyer zu manifestieren: "Kultur muss in der Region verwurzelt werden."

Text und Bilder: Hans-Jürgen Schmidt

Bild A - Gebäude am Petersenschacht (gebaut im Jugendstil um 1915)
Bild B - Purpurknabenkraut
Bild C - Frauenschuh
Bild D - Gottschalksche Haus (gebaut 1773)
Bild E - Haldenbegrünung
Bild F - Kyffhäusergebirge

Die Bilder sollen als Beispiel gelten, dass wir im Kreis viel zu bieten haben.
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: khh

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