Wie die Axt im Walde?
Donnerstag, 29. Januar 2009, 15:43 Uhr
In der Presse war es angekündigt worden (auch bei kn), dass bei der Sanierung des großen Parkteiches im Schlosspark Sondershausen auch Bäume gefällt werden sollen. Über das Ausmaß waren jetzt einige Bürger doch etwas erschrocken. ...
Bei der kn-Redaktion klingelte das Telefon mit der Bitte, mal in den Schlosspark zu gehen, dort seien viele Bäume gefällt worden. Ist das den rechtens? In der damaligen Pressemeldung der Stadtverwaltung Sondershausen (16.10.2008) waren die umfassenden Sanierungen am Parksee angekündigt worden.
Im Zusammenhang mit der Uferbefestigung und dem Wegebau sind Baumfällungen von unerwünschtem Jungaufwuchs nördlich des großen Parksees notwendig. Erhalten werden sollen wertvolle Altbäume. Nachfolgend werden Gehölze nachgepflanzt bzw. nach historischen Vorgaben Gehölzgruppen verdichtet. Damit sollen die ehemalige Artenvielfalt und die gestalterische Qualität des Parks wieder hergestellt werden.
Die Betonung liegt bei nördlich. Wenn man aber in den Park hineinschaut, wurden aber am westlichen Ufer (weißes Kreuz) auch eine ganze Reihe Bäume weggenommen. Davon war in der Pressemeldung keine Rede.
Von der Ferne sieht es doch recht harmlos aus. Erst wenn man etwas näher an das Geschehen rangeht, sieht man, dass da mehr als nur ein Baum der Säge zum Opfer gefallen ist. Und nur von Jungwuchs zu sprechen ist wohl auch nicht ganz richtig.
Wenn man die Handschuhe eines erwachsenen Menschen als Maßstab sieht, sind da ganz schön dicke Stämme weggenommen worden, so Bild oben und Bildergalerie zu sehen. Zu bezweifeln ist, dass all die Bäume den einen kleinen Stromverteiler gestört haben, so ein empörter Bürger.
Und welche Bewandtnis hat es mit dem Wegebau? Auch hier stand etwas in der Pressemeldung:
Im Zuge der Ufersanierung werden auch Wegebauarbeiten im Umfeld des Teiches ausgeführt. So soll der früher vorhandene "Fürstenweg" auf dem Damm zwischen großem Parkteich und Mühlwipper wieder hergestellt werden. Weitere Teile dieses Weges in Richtung ehemaligen Blumengarten sollen in den nächsten Jahren wieder angelegt werden. Unmittelbar nach Fertigstellung der Uferarbeiten wird der Weg südlich des großen Parkteichs saniert.
Damit man besser sieht, welcher Bereich gemeint ist, kann man in der Bildergalerie (nicht vergessen, die Bilder kann man durch einen Klick auch vergrößern) sehen, wo dieser neue Fürstenweg entstehen soll. Wenn man auf dem Damm langgeht, wurden allein in dem Bereich ca. 20 bis 30 mehr oder weniger starke Bäume entfernt.
Laut damaliger Pressemeldung
Nachfolgend werden Gehölze nachgepflanzt bzw. nach historischen Vorgaben Gehölzgruppen verdichtet. Damit sollen die ehemalige Artenvielfalt und die gestalterische Qualität des Parks wieder hergestellt werden.
wurde aber auch mitgeteilt, dass es ja Neupflanzungen geben soll. Man sollte deshalb nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten. Obwohl es eben wieder viele Jahre dauern wird, ehe Bäume in dieser Baumstärke nachgewachsen sind.
Über Sinn und Unsinn des Wiederaufbaus des Fürstenweges lässt sich trefflich streiten. Der damalige Fürstenweg war wohl angelegt worden, damit der Fürst abgetrennt von seinen Untertanen um den Parksee wandeln konnte. Ob es aber in der heutige Zeit notwendig ist auf Biegen und Brechen jeden ehemaligen Zustand wieder herzustellen, bleibt fragwürdig, denn auf den Bilder ist eigentlich schön zu sehen, dass nur wenige Meter entfernt ein gut befestigter Weg parallel führt. Muss man wirklich an jede Ecke des Parkteiches gehen können?
Gerade dieser Damm war bisher ein schönes Rückzuggebiet für Vögel und andere Tiere im Park. Und mit Sicherheit haben dort bestimmt auch etliche Vögel gebrütet. Mit Anlegen des Weges dürfte das aber bald Geschichte sein. Leider hatten die örtlichen Behörden offensichtlich wenig Einflussmöglichkeiten bei Gestaltung der Arbeiten. Für die Gestaltung des Schlossparks ist nur die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten zuständig. Auch die untere Naturschutzbehörde musste zur Umgestaltung nicht gefragt werden, weil der Schlosspark unter Denkmalschutz steht, so Pressereferent Dr. Heinz-Ulrich Thiele vom Landratsamt Kyffhäuserkreis.
Im Zeichen der Finanzknappheit hätte sich mancher Sondershäuser allerdings gewünscht, so eine Kurzumfrage, dass erst mal der Schadfleck ehemaliges Teehaus beseitig wird, als hier so einen starken Eingriff in die Natur zu machen. Den bisherigen gut bewachsenen Damm akzeptierten mehr Besucher als die Ansicht des Teehauses im Zentrum des Parks.
Als Fazit muss man feststellen, man sollte mache Pressemeldung bis zum Ende intensiv durchlesen. Denn die Kröte mit den Baumfällungen war ganz an Ende der Meldung zu lesen. Vielleicht aber wird der neue Fürstenweg eine Bereicherung, denn mehr als jetzt noch abzuwarten bleibt sowieso nicht.
Autor: khhBei der kn-Redaktion klingelte das Telefon mit der Bitte, mal in den Schlosspark zu gehen, dort seien viele Bäume gefällt worden. Ist das den rechtens? In der damaligen Pressemeldung der Stadtverwaltung Sondershausen (16.10.2008) waren die umfassenden Sanierungen am Parksee angekündigt worden.
Im Zusammenhang mit der Uferbefestigung und dem Wegebau sind Baumfällungen von unerwünschtem Jungaufwuchs nördlich des großen Parksees notwendig. Erhalten werden sollen wertvolle Altbäume. Nachfolgend werden Gehölze nachgepflanzt bzw. nach historischen Vorgaben Gehölzgruppen verdichtet. Damit sollen die ehemalige Artenvielfalt und die gestalterische Qualität des Parks wieder hergestellt werden.
Die Betonung liegt bei nördlich. Wenn man aber in den Park hineinschaut, wurden aber am westlichen Ufer (weißes Kreuz) auch eine ganze Reihe Bäume weggenommen. Davon war in der Pressemeldung keine Rede.
Von der Ferne sieht es doch recht harmlos aus. Erst wenn man etwas näher an das Geschehen rangeht, sieht man, dass da mehr als nur ein Baum der Säge zum Opfer gefallen ist. Und nur von Jungwuchs zu sprechen ist wohl auch nicht ganz richtig.
Wenn man die Handschuhe eines erwachsenen Menschen als Maßstab sieht, sind da ganz schön dicke Stämme weggenommen worden, so Bild oben und Bildergalerie zu sehen. Zu bezweifeln ist, dass all die Bäume den einen kleinen Stromverteiler gestört haben, so ein empörter Bürger.
Und welche Bewandtnis hat es mit dem Wegebau? Auch hier stand etwas in der Pressemeldung:
Im Zuge der Ufersanierung werden auch Wegebauarbeiten im Umfeld des Teiches ausgeführt. So soll der früher vorhandene "Fürstenweg" auf dem Damm zwischen großem Parkteich und Mühlwipper wieder hergestellt werden. Weitere Teile dieses Weges in Richtung ehemaligen Blumengarten sollen in den nächsten Jahren wieder angelegt werden. Unmittelbar nach Fertigstellung der Uferarbeiten wird der Weg südlich des großen Parkteichs saniert.
Damit man besser sieht, welcher Bereich gemeint ist, kann man in der Bildergalerie (nicht vergessen, die Bilder kann man durch einen Klick auch vergrößern) sehen, wo dieser neue Fürstenweg entstehen soll. Wenn man auf dem Damm langgeht, wurden allein in dem Bereich ca. 20 bis 30 mehr oder weniger starke Bäume entfernt.
Laut damaliger Pressemeldung
Nachfolgend werden Gehölze nachgepflanzt bzw. nach historischen Vorgaben Gehölzgruppen verdichtet. Damit sollen die ehemalige Artenvielfalt und die gestalterische Qualität des Parks wieder hergestellt werden.
wurde aber auch mitgeteilt, dass es ja Neupflanzungen geben soll. Man sollte deshalb nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten. Obwohl es eben wieder viele Jahre dauern wird, ehe Bäume in dieser Baumstärke nachgewachsen sind.
Über Sinn und Unsinn des Wiederaufbaus des Fürstenweges lässt sich trefflich streiten. Der damalige Fürstenweg war wohl angelegt worden, damit der Fürst abgetrennt von seinen Untertanen um den Parksee wandeln konnte. Ob es aber in der heutige Zeit notwendig ist auf Biegen und Brechen jeden ehemaligen Zustand wieder herzustellen, bleibt fragwürdig, denn auf den Bilder ist eigentlich schön zu sehen, dass nur wenige Meter entfernt ein gut befestigter Weg parallel führt. Muss man wirklich an jede Ecke des Parkteiches gehen können?
Gerade dieser Damm war bisher ein schönes Rückzuggebiet für Vögel und andere Tiere im Park. Und mit Sicherheit haben dort bestimmt auch etliche Vögel gebrütet. Mit Anlegen des Weges dürfte das aber bald Geschichte sein. Leider hatten die örtlichen Behörden offensichtlich wenig Einflussmöglichkeiten bei Gestaltung der Arbeiten. Für die Gestaltung des Schlossparks ist nur die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten zuständig. Auch die untere Naturschutzbehörde musste zur Umgestaltung nicht gefragt werden, weil der Schlosspark unter Denkmalschutz steht, so Pressereferent Dr. Heinz-Ulrich Thiele vom Landratsamt Kyffhäuserkreis.
Im Zeichen der Finanzknappheit hätte sich mancher Sondershäuser allerdings gewünscht, so eine Kurzumfrage, dass erst mal der Schadfleck ehemaliges Teehaus beseitig wird, als hier so einen starken Eingriff in die Natur zu machen. Den bisherigen gut bewachsenen Damm akzeptierten mehr Besucher als die Ansicht des Teehauses im Zentrum des Parks.
Als Fazit muss man feststellen, man sollte mache Pressemeldung bis zum Ende intensiv durchlesen. Denn die Kröte mit den Baumfällungen war ganz an Ende der Meldung zu lesen. Vielleicht aber wird der neue Fürstenweg eine Bereicherung, denn mehr als jetzt noch abzuwarten bleibt sowieso nicht.










