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Zucker als Alternative?

Dienstag, 03. Februar 2009, 18:30 Uhr
Auf der gestrigen Tagung des Werksausschusses des Eigenbetriebes Sondershausen wurden auch einige aktuelle Problem der Stadt angesprochen...


Im Aufenthaltsraum des Bauhofes nahmen an der Sitzung neben Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) u.a. auch sein Bauamtsleiter Manfred Kucksch, sowie die Stadträte Fred Baum, Harald Schmidt (beide NUBI) und Winfried Schmidt (Die Linke) teil. Im Verlauf der Sitzung sprach der Vertreter der NUBI (Fred Baum) zwei ihm wichtige Probleme in der Stadt an.

Nicht nur Fred Baum war in letzter Zeit aufgefallen, dass in der Stadt Sondershausen recht großzügig mit dem Gebrauch von Streusalz umgegangen wurde. Es sei oft in einer Dichte Salz gestreut worden, die mit großer Wahrscheinlichkeit der Natur nicht gut tun wird. Wobei in der Diskussion festgestellt wurde, dass es dabei nicht nur um den Straßenwinterdienst und den Eigenbetrieb der Stadt Sondershausen ging, sondern dass auch viele Privatleute recht großzügig mit Salz umgingen.

Dabei wurde festgestellt, dass sich eine Mentalität entwickelt hat, dass die Bevölkerung erwarte, dass fast zu jedem Zeitpunkt geräumt und gestreut sein müsse. Das mag im Großen und Ganzen so auch stimmen, aber es gibt auch eine Sorgfaltspflicht, wenn man sich im Winter bei den oft schnell wechselnden Bedingungen unterwegs ist. Das verführt Anlieger und Winterdienst allzu oft dazu, sehr großzügig mit dem Streusalz umzugehen. Verschärft wird die Situation, so Bürgermeister Kreyer, dass Versicherungen oft recht übertriebene Forderungen stellen, und dadurch oft eben eine zusätzliche Schippe Salz gestreut wird, wo es schon nicht mehr angebracht ist.

Auch ist natürlich die Streutechnik auch nicht gerade so ausgereift, um gleichmäßig streuen zu können, erst recht wenn es noch von Hand gemacht werden muss, so Bauamtsleiter Manfred Kucksch und der stellvertretende Werkleiter Andreas Schreier übereinstimmend in der Diskussion. Es wurde angeregt, im nächsten Heimatecho nochmals für die Bürger auf alternative Streumöglichkeiten, wie Splitt und Sand hinzuweisen und hinsichtlich des Einsatzes von Salz Mäßigung zu üben.

Aber selbst die herkömmlichen Alternativen sind nicht ohne. Wurde der Splitt oder Sand erst mal in die Kanalisation gespült, muss er recht teuer als Sondermüll entsorgt werden. Der stellvertretende Werkleiter, Andreas Schreier, regte an, man sollte in einer Konzeption nach Alternativen suchen. Neben der Lauge nannte er dabei auch den Zucker als eine Alternative, wenn auch zurzeit noch sehr teuer. Aber wenn man bedenke, was die kostengünstigeren Lösungen wie Salz und Lauge hinterher an Umweltschäden hinterlassen, die dann mit teils noch wesentlich höherem Aufwand wieder beseitigt werden müssen.

Sicher ist es richtig über Alternativen nachzudenken, aber ob Zucker die Lösung ist, hat gleich zwei größere Pferdefüsse. Der massenhafte Einsatz von Zucker als Streumittel könnte zum Anziehen des Zuckerpreises und damit der Lebensmittelpreise insgesamt führen. Und ob eine Kommune die massenhaften Beschwerden der Bürger wegen klebriger Schuhe übersteht sollte man erst in einem Test ermitteln.

Übrigens sind Schnee- und Eistage auch für Bauamtsleiter Manfred Kucksch eine harte Zeit, wie er berichtete. Bis zu 40- 50 Anrufe pro Tag sind da schon bei ihm eingelaufen. Selbst seine Privatnummer steht da oft nicht still. Auch wenn er vom Bauhof hörte, da waren wir doch schon zweimal, fahrt ihr eben das drittemal mal hin.

Aber auch ein zweites Problem sprach Fred Baum an. Die Sauberkeit in der Stadt hat rapide nachgelassen. Auch wenn die maschinelle Reinigung ausgesetzt habe, sieht es in vielen Bereichen sehr unansehnlich aus (auch Parktaschen), wo auch beim Betrieb der Kehrmaschinen diese nicht hinkämen. Alleine die vielen Silvesterknaller, die in der ganzen Stadt noch rumlägen, seien eine Zumutung. Er regte an, man solle doch mal ein bis zwei Leute des Eigenbetriebes losschicken (nicht immer die selben), damit endlich für mehr Sauberkeit gesorgt wird.

Von Andreas Schreier kam der Hinweis, dass so etwas schon geschehe, jedoch war es bei der Witterung der letzten Wochen nicht sinnvoll gewesen, große Aktionen in dieser Richtung zu starten, weil oft der Schmutz noch angefroren war. Da ließe es sich nicht mit guter Effektivität arbeiten, so der nicht ganz unberechtigte Einwurf.

Bürgermeister Kreyer appellierte an die Hausbesitzer, mehr auf die Sauberkeit in und um ihre Grundstücke zu achten. Auch beklagte Kreyer die sinkende Mentalität, sich nur noch auf andere zu verlassen. Gerade bei Silvesterknallern sei zu bemerken, dass immer weniger Verursacher ihre Rückstände auch selber entsorgen.

In der Diskussion an diesem Tag natürlich auch die vielen Hinterlassenschaften der Hunde, ohne aber eine Lösung anbieten zu können, verbunden mit der Aufforderung, die Hundebesitzer mögen doch die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge selbst entsorgen. Hundekot ist kein Sondermüll, so Kucksch, und könne über jeden Abfallkorb entsorgt werden.
Autor: khh

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